Angesichts der gefährlichen Lage rund um einen explosionsgefährdeten Chemikalientank im Großraum Los Angeles hat Gouverneur Gavin Newsom den Notstand für den betroffenen Bezirk Orange County ausgerufen. Die Einsätze der kalifornischen Behörden, das Explosionsrisiko zu mindern oder zu beseitigen, liefen weiter, schrieb Newsom auf der Plattform X weiter.
Mit dem Ausrufen des Notstandes kann der Bundesstaat nun auf mehr Hilfe und Geld der US-Regierung in Washington hoffen.
Der etwa 129.000 Liter fassende Tank befindet sich auf dem Firmengelände von GKN Aerospace, eines Luft- und Raumfahrtunternehmens im Großraum Garden Grove südöstlich von Los Angeles. Der Hersteller stellt Bauteilen für zivile und militärische Flugzeuge her.
Temperatur steigt im Tank
Der undichte, mit entzündlicher Flüssigkeit gefüllte Tank habe sich weiter erhitzt, sagte der Notfall-Einsatzleiter der Feuerwehr von Orange County, Craig Covey, in einem in Online-Netzwerken veröffentlichtem Video. Die Temperatur des Chemietanks sei seit Freitagmorgen von 77 Grad auf 90 Grad Fahrenheit (32 Grad Celsius) gestiegen.
Zwischenzeitlich gemeldete Erfolge, der Tankinhalt habe von außen heruntergekühlt und damit die Gefahr einer Explosion geschmälert werden können, erwiesen sich als Irrtum.
Eine über dem Tank fliegende Drohne habe nur die Außentemperatur messen können, sagte Craig Covey.
Umgebung evakuiert
Die Flüssigkeit Methylmethacrylat – eine hochgiftige und leicht entzündliche Chemikalie – wird bei der Herstellung von Kunststoffen verwendet. Bisher konnte das Risiko einer Explosion des Tanks oder eines Riesenlecks US-Medien zufolge nicht geschmälert werden.
Die Feuerwehr bemühte sich laut Covey weiter, den Chemikalientank zu kühlen. Wegen des drohenden Chemieunglücks mussten etwa 40.000 Menschen ihre Häuser und die Umgebung des Chemietanks zu verlassen.
Zunächst weigerten sich viele, mittlerweile seien die Anwohner der Evakuierungsaufforderung jedoch nachgekommen, so dass nur noch die Einsatzkräfte vor Ort einem Risiko ausgesetzt seien, sagte Covey.
Laut der US-Umweltbehörde EPA verursacht die Chemikalie beim Menschen Reizungen der Haut, Augen und Schleimhäute. Außerdem kann sie zu neurologischen und Atemproblemen führen.
Feuerwehr will Explosion verhindern
Covey sagte zunächst, es blieben „buchstäblich nur noch zwei Optionen“: „Entweder gibt der Tank nach und lässt insgesamt bis zu 26.000 Liter hochgefährlicher Chemikalien auf den angrenzenden Parkplatz laufen.“
Oder aber der Behälter explodiere, wobei er vermutlich auch umliegende Tanks in Mitleidenschaft ziehen würde, die ebenfalls Chemikalien oder Kraftstoffe enthalten.
Später sagte Covey über den undichten Tank: „Dieses Ding einfach kaputt gehen und in die Luft fliegen lassen, ist nicht hinnehmbar.“ Die Feuerwehr verfolge das Ziel, „das nicht zuzulassen, das nicht unserer Gemeinde oder unserer Umwelt Schaden zufügen zu lassen“.
Das Leck im Tank war am 21. Mai entdeckt worden. Hinweise auf die Ursache des Schadens lagen zunächst nicht vor. (afp/red)
