In der Liushengyu-Kohlemine der Tongzhou Coal Industry Group im Kreis Qinyuan in der Stadt Changzhi in der nordchinesischen Provinz Shanxi ereignete sich am Freitagabend, dem 22. Mai, eine schwere Gasexplosion. Die Zahl der Todesopfer ist inzwischen auf 90 gestiegen, während die Rettungsarbeiten weiterhin andauern.
Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua bestätigte das Unglück am Samstag um 6 Uhr Pekinger Zeit. Dem Bericht zufolge schlug der Kohlenmonoxid-Sensor der Mine am 22. Mai um 19:29 Uhr Ortszeit Alarm, nachdem die zulässigen Grenzwerte überschritten worden waren. Zum Zeitpunkt der Explosion befanden sich insgesamt 247 Bergleute unter Tage. Die Bergwerksleitung leitete umgehend Notfallmaßnahmen ein, organisierte die Evakuierung der Arbeiter und informierte die zuständigen Behörden.
Zahl der Todesopfer steigt weiter an
In einer offiziellen Mitteilung vom frühen Samstagmorgen hieß es zunächst, dass 201 Menschen sicher gerettet werden konnten, acht Bergleute ums Leben gekommen seien und weitere 38 Personen noch eingeschlossen seien. Die Ursache des Unglücks werde weiterhin untersucht.
Nach neuesten Angaben stieg die Zahl der Todesopfer im Laufe des Samstags kontinuierlich an: Zunächst wurden 50 Tote gemeldet, später 73 und schließlich bis 13 Uhr Pekinger Zeit (07:00 Uhr MESZ) bereits 82 Todesopfer. Der aktuelle Stand liegt inzwischen bei 90 Toten. Neun Personen gelten weiterhin als vermisst. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass die Opferzahl weiter steigt.
Öffentlichen Informationen zufolge handelt es sich bei der Tongzhou Coal Industry Group um ein privates Unternehmen mit Sitz im Kreis Qinyuan in der Provinz Shanxi. Das Unternehmen vereint Rohkohleabbau, Kohlewäsche, Kokserzeugung sowie die Rückgewinnung chemischer Produkte. Es wurde 1983 gegründet, verfügt über ein Gesamtvermögen von rund 950 Millionen Yuan (etwa 120 Millionen Euro) und beschäftigt mehr als 3.000 Mitarbeiter. Die jährliche Produktionskapazität beträgt rund 700.000 Tonnen Kohle.
Weiteres Bergwerksunglück in Shanxi im April fordert vier Todesopfer
Dies ist nicht das einzige Unglück dieser Art, das sich in jüngster Zeit in der Provinz ereignet hat. Wie Cable News bereits berichtete, kam es am 2. April bei der Zhongmei Guanjiaya Coal Industry Company im Kreis Xing in der Stadt Lüliang zu einem schweren Grubenunglück. Während der Abbauarbeiten brach plötzlich die darüberliegende Gesteinsschicht ein und verursachte einen Deckeneinsturz.
Vier Bergleute wurden dabei unter Tage eingeschlossen. Als Rettungskräfte die Arbeiter einige Stunden später bergen konnten, wurden bei allen vier keine Lebenszeichen mehr festgestellt.
Die Provinz Shanxi zählt zu den wichtigsten Kohlefördergebieten Chinas und ist immer wieder von schweren Bergwerksunglücken betroffen. Die Ursachen sowohl des aktuellen Gasexplosionsunglücks in der Liushengyu-Mine als auch des Einsturzes vom 2. April werden derzeit noch untersucht.
