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Eklat bei Trumps China-Reise: Reporter und Secret Service behindert


In Kürze:

  • Hinter den Kulissen des Trump-Besuchs in China kam es offenbar zu Spannungen
  • Chinesische Stellen sollen US-Reporter und Secret-Service-Mitarbeiter schikaniert haben
  • Die US-Delegation darf beim Rückflug keine Produkte aus China mit ins Flugzeug nehmen

 
Die Staatsoberhäupter selbst sprachen von einem harmonischen und konstruktiven Verlauf des jüngsten China-Besuchs von US-Präsident Donald Trump. Ähnliches ließ sich über die Gespräche berichten, die andere Regierungsmitglieder und mitgereiste Wirtschaftsführer geführt hatten.
Anders sah es offenbar bei Begleitern aus. Sicherheitsmitarbeiter und Journalisten berichteten von Spannungen und teilweise unverhohlenen Schikanen und Übergriffen vonseiten chinesischer Stellen. Ein Kameramann, der den US-Regisseur Brett Ratner („Rush Hour“ und „Melania“) begleitete, hat einem Exklusivbericht der „New York Post“ zufolge mehrere Vorfälle dokumentiert.

Aggressives chinesisches Presseteam überrannte US-Mitarbeiterin

Chinesische Sicherheitskräfte waren vor allem bemüht, die Kontrolle über die Medienberichterstattung zu dem global wichtigen Ereignis zu behalten. Dazu unterwarfen sie US-Reporter einem strikten Reglement, das einen eingeschränkten Zugang zu Sanitärbereichen sowie die Beschlagnahmung von Wasserflaschen einschloss. Insbesondere der Zugang zu Präsident Donald Trump wurde ihnen verweigert – stattdessen mussten US-Reporter in einem Nebenraum bleiben.
Obwohl es in Peking Sonnenschein und 26 Grad hatte, mussten die Reporter lange Zeit ohne Wasserzufuhr auskommen. Aber es kam auch noch zu anderen Vorfällen. So stürmte ein aggressives chinesisches Presseteam den Raum, in dem das morgendliche Treffen am 14. Mai zwischen Trump und Xi stattfinden sollte. Dabei überrannten sie eine US-Mitarbeiterin, die vor ihnen in den Saal gekommen war. Die Betroffene erlitt zwar keine schweren Verletzungen, der Vorfall veranlasste ihre Kollegen jedoch zu einem lautstarken Protest.
Am darauffolgenden Nachmittag gab es am Himmelstempel einen weiteren Vorfall. So hinderten chinesische Sicherheitskräfte einen Mitarbeiter des US-amerikanischen Secret Service daran, den Pressepool des Präsidenten in die Sicherheitszone zu begleiten. Zur Begründung brachten sie vor, dieser sei bewaffnet – was in seiner Funktion allerdings üblich ist.

Handgreiflichkeiten zwischen Secret Service und chinesischer Polizei

Die Reporter und die US-Delegation weigerten sich daraufhin, ohne den Begleiter weiterzugehen. Der chinesischsprachigen Epoch Times zufolge kam es dabei sogar zu teilweise handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen Secret-Service-Kräften und der chinesischen Polizei. Nach einer halben Stunde wurde ein bereits vorausgegangener und zugelassener Secret-Service-Mitarbeiter zurückgeholt. Er begleitete nun die US-amerikanische Teilnehmergruppe, während der eigentlich vorgesehene Mitarbeiter zurückbleiben musste.
Im Anschluss an den Fototermin mit Trump und Xi wurden die Reporter in einen Warteraum gebracht und dort festgehalten. Als der US-Präsident abreisen sollte, verweigerten chinesische Beamte ihnen die Rückkehr zum Präsidentenkonvoi – was erneut Proteste auslöste.
Als die Reporter sich auf Hinweis eines Mitarbeiters des Weißen Hauses in Bewegung setzten, um zum Konvoi aufzuschließen, versuchten einige chinesische Beamte, sie aufzuhalten. Dennoch gelang es den Medienleuten, den Präsidenten-Begleittross noch rechtzeitig zu erreichen.

Reporterin: Es wurde nichts aus China ins Air Force One gelassen

Von amerikanischer Seite war man mit einem hohen Maß an Vorsicht an den Besuch herangegangen. Das Misstrauen in die kommunistische Führung in Peking war groß – und die Verantwortlichen auf der US-Seite hatten sich darauf eingestellt. So hatte das US-Sicherheitsteam im Vorfeld alle denkbaren Vorkehrungen getroffen, um unerwünschten Informationsabfluss zu verhindern.
Vor dem Rückflug auf der Air Force One sammelte man alle Gegenstände ein, die von chinesischen Funktionären oder Begleitern verteilt wurden, und entsorgte diese. Dazu zählten Dokumente, Delegationsausweise und auch sogenannte Wegwerfhandys, die das Weiße Haus zuvor ausgefolgt hatte. Wie die „New York Post“-Reporterin Emily Goodin auf X schrieb, musste „alles in den Müll“. Es wurde „nichts aus China ins Flugzeug gelassen“.
Wie „Fox News“ berichtete, wurden alle Begleiter des Präsidenten angewiesen, ihre eigenen Geräte entweder gar nicht mitzunehmen oder sie in China nicht zu benutzen. Stattdessen stattete sie das Weiße Haus mit „sauberen“ Geräten, temporären Laptops und eigenen Kommunikationsgeräten aus. Auf diese Weise soll das Risiko von Überwachung, Hacking oder Datendiebstahl in China minimiert werden. Auch für die China-Reise sollten alle amerikanischen Teilnehmer eine temporäre E-Mail-Adresse verwenden.

Hacking und Cyberattacken im Umfeld des Trump-Besuchs befürchtet

Bill Gage, ein ehemaliger Secret-Service-Agent und jetzt Leiter des Schutzes bei der Safehaven Security Group, äußerte sich dazu gegenüber der chinesischsprachigen Epoch Times. In Regierungsbriefings im Vorfeld des Besuchs, so Gage, habe man alle Mitreisenden darüber aufgeklärt, dass „alles in China überwacht wird“. Deshalb sollten persönliche Geräte gar nicht erst zur Verwendung kommen.
Die Maßnahmen waren die Konsequenz der hohen Risikobewertung der USA mit Blick auf das Cyberumfeld in China. Man geht davon aus, dass jedes elektronische Gerät und jede Verbindung überwacht oder infiltriert werden können. Sogar die Weingläser beim offiziellen Abendessen wurden den Präsidenten von Sicherheitskräften des jeweils eigenen Landes überreicht. So sollen etwa Vergiftungen oder hinterlassene Fingerabdrücke verhindert werden.