Der italienische Astronaut Luca Parmitano nimmt als erster Europäer an einem Artemis-Flug der NASA teil.
Die US-Raumfahrtbehörde stellte Parmitano am 9. Juni in Houston als Crewmitglied der Mission Artemis 3 vor, die in der Erdumlaufbahn Tests für eine spätere Mondlandung ausführen soll. „Thank you, grazie“, sagte der 49-jährige Parmitano zum Dank auf Englisch und Italienisch.
Alexander Gerst ging leer aus
Der Italiener ist in der vierköpfigen Crew der einzige Vertreter der europäischen Raumfahrtagentur Esa. Die drei weiteren Astronauten der rein männlichen Artemis-3-Crew gehören der NASA an.
Die US-Raumfahrtbehörde ernannte den 58-jährigen Randy Bresnik zum Kommandanten. Darüber hinaus fliegen Andre Douglas und Frank Rubio mit ins All. Im Gespräch waren auch die deutschen Astronauten Matthias Maurer und Alexander Gerst, sie gingen aber leer aus.
Dass schon bei „Artemis 3“ und nicht erst bei späteren Missionen ein Europäer an Bord sein soll, kam überraschend.
Testpilot gesucht
Die für Ende 2027 geplante Mission Artemis 3 geht nicht wie ursprünglich von der NASA angekündigt zum Mond. Stattdessen sollen die Astronauten bei dem Testflug in der niedrigen Erdumlaufbahn das Andocken von zwei Mondlandefähren erproben.
Parmitano (49), Gerst (50) und Maurer (56) besitzen alle drei Erfahrungen mit Weltraumflügen. Parmitano flog 2013 und 2019 zur Raumstation ISS, Gerst 2014 und 2018, Maurer 2021.
Den Ausschlag für Parmitano habe das von der NASA vorgegebene Anforderungsprofil gegeben, sagte Aschbacher. „Sie haben ganz konkret einen Testpiloten gesucht und in unserem Astronautencorps gibt es nur einen Testpiloten und das ist Luca Parmitano.“
Der Italiener ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er wurde an der italienischen Luftwaffenakademie ausgebildet und hat einen Abschluss in experimenteller Flugtest-Technik. Parmitano war Testpilot der italienischen Luftwaffe. Er wurde 2009 als Esa-Astronaut ausgewählt und war mehrfach an Andockmanövern an die ISS beteiligt.
Mondlandefähren testen
Anders als bei früheren NASA-Projekten sind bei „Artemis“ private Raumfahrtunternehmen wie Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos und SpaceX von Elon Musk involviert: Sie sollen Mondlander („Human Landing System“, HLS) bauen.
Ursprünglich sah das Projekt auch einen Außenposten am Mond namens „Lunar Gateway“ vor, der als Zwischenstation für bemannte Missionen zum Mond und später möglicherweise auch zum Mars dienen sollte. Die Esa ist daran maßgeblich beteiligt, sie stellt unter anderem drei Kernelemente. Vorbereitung und Umsetzung laufen seit Jahren.
Die Pläne würden zumindest vorerst eingestampft, hatte Isaacman dann aber im März gesagt. Eine endgültige Aussage dazu, ob das „Lunar Gateway“ überhaupt noch zum Einsatz kommt, steht bisher aus.
2028 will die NASA Astronauten auf dem Mond landen
Frühestens 2028 strebt die NASA dann die erste bemannte Mondlandung seit gut 50 Jahren an.
Im April hatten vier Astronauten der Vorgängermission Artemis 2 den Mond umrundet. Sie entfernten sich dabei mehr als 406.000 Kilometer von der Erde – so weit war bisher kein Mensch ins All vorgedrungen.
Parmitano flog bisher zwei Mal zur Internationalen Raumstation ISS und war einmal ihr Kommandant. Er wurde 2013 durch einen kuriosen Vorfall bekannt. Damals füllte sich sich sein Helm bei einem „Weltraumspaziergang“ durch einen technischen Defekt mit Wasser, der Italiener ertrank dabei fast. (afp/dpa/red)

