Die US-Börsen sind nach dem Zinsentscheid der Notenbank Federal Reserve (Fed) eingeknickt. Zwar ging es unmittelbar nach Bekanntgabe der Entscheidung, dass die Leitzinsen vorerst unverändert bleiben, etwas nach oben mit den Kursen, aber nur um danach noch kräftiger nachzugeben.
• Der Dow schloss bei 51.594 mit einem Minus von satten 2,2 Prozent.
• Der Nasdaq-100 mit 27.192 Punkten 2,1 Prozent schwächer.
• Der breiter gefasste S&P 500 mit 7.316 Punkten 1,5 Prozent niedriger als bei Vortagesschluss.
Ein Grund für den Pessimismus, der sich erst mit Verzögerung durchgesetzt hat: Die US-Anleihenrenditen kletterten nach dem Fed-Entscheid auf den höchsten Stand seit fast 20 Jahren.
Anleger reagierten damit auf die Befürchtung, dass die Inflation länger erhöht bleiben könnte und die Fed bei ihrer Geldpolitik weniger Spielraum für Zinssenkungen hat.
Doch das Gegenteil könnte der Fall seinI: Liest man zwischen den Zeilen, dann gab es in der Erklärung der Notenbank sogar mehrere Hinweise, dass eine Zinserhöhung bevorstehen könnte.
So war die Entscheidung, die Zinsen unverändert zu lassen, nicht mehr einstimmig:
Nur neun der zwölf Mitglieder des Federal Open Market Committee (FOMC) einigten sich darauf, den Hauptsatz im aktuellen Zielbereich zwischen 3,5 Prozent und 3,75 Prozent zu belassen. Drei Mitglieder waren anderer Meinung und zogen es vor, den Zinssatz um einen Viertelpunkt zu erhöhen.
Nur neun der zwölf Mitglieder des Federal Open Market Committee (FOMC) einigten sich darauf, den Hauptsatz im aktuellen Zielbereich zwischen 3,5 Prozent und 3,75 Prozent zu belassen. Drei Mitglieder waren anderer Meinung und zogen es vor, den Zinssatz um einen Viertelpunkt zu erhöhen.
Zunehmender Inflationsdruck
„Die Bereitschaft die geldpolitischen Zügel zu straffen nimmt zu“, kommentierte Thomas Gitzel von der VP Bank den Zinsentscheid. Ob es aber tatsächlich zu einer weiteren Zinserhöhung komme, hänge von den Inflationsdaten der kommenden Monate ab. „Der eigenen Interpretation der Daten kommt dann eine hohe Bedeutung zu, denn die Kommunikation der Fed bleibt unter Kevin Warsh schmallippig.“
Zusätzlichen Inflationsdruck löst dabei allerdings die erneute Eskalation der Gewalt im Nahen Osten aus. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Mittwochabend gegen 22 Uhr deutscher Zeit 90,74 US-Dollar, das waren 7,9 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Goldpreise profitieren leicht
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Mittwochabend stärker: Ein Euro kostete 1,1452 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8732 Euro zu haben.
Der Goldpreis konnte von der Gesamtlage etwas profitieren, am Abend wurden für eine Feinunze 4.050 US-Dollar gezahlt (+0,6 Prozent). Das entspricht einem Preis von 113,70 Euro pro Gramm.
Quartalszahlen: Microsoft gewinnt Meta verliert
Microsoft profitiert weiter von seinen massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI), die Instagram-Mutter Meta schwächelt dagegen. Microsoft meldete am Mittwoch einen Quartalsgewinn von 35,8 Milliarden Dollar (31,2 Milliarden Euro). Der von Meta ging zugleich um 14 Prozent im Vorjahresvergleich auf 15,8 Milliarden Dollar zurück. Der Konzern von Mark Zuckerberg führte dies unter anderem auf Rechtskosten sowie Abfindungen nach Stellenstreichungen im Mai zurück.
Microsoft übertraf die Erwartungen von Analysten und erzielte bis Juni im letzten Quartal seines Geschäftsjahrs einen Umsatz von 90 Milliarden Dollar. So habe etwa der KI-Assistent für Unternehmen namens Copilot mehr als 30 Millionen zahlende Nutzer, erklärte Microsoft-Chef Satya Nadella. Das zeige das „Vertrauen“ der Kunden. Einen Gewinn von 3,2 Milliarden Dollar habe Microsoft zudem durch seine Beteiligung an dem KI-Entwickler Anthropic verbucht.
Der Instagram- und Facebook-Mutterkonzern Meta enttäuschte dagegen mit ihrem deutlichen Gewinnminus, während der Umsatz zwischen April und Juni um 28 Prozent auf 60,8 Milliarden Dollar stieg. Der Aktienkurs brach im nachbörslichen Handel um rund sieben Prozent ein.
Dennoch will der Konzern weiterhin massiv in Rechenzentren und Chips für KI investieren. Die Ausgaben sollen in diesem Jahr auf 130 bis 145 Milliarden Dollar steigen – das wäre fast doppelt so viel wie 2025.
Belastet wird Meta durch Gerichtsstreitigkeiten. Im März hatte ein kalifornisches Gericht den Konzern zu einer Zahlung von sechs Millionen Dollar an eine 20-jährige Frau verurteilt, die nach eigener Darstellung durch Social-Media-Nutzung süchtig wurde. Tausende ähnliche Klagen gegen Meta sind in den USA noch anhängig.
Belastet wird Meta durch Gerichtsstreitigkeiten. Im März hatte ein kalifornisches Gericht den Konzern zu einer Zahlung von sechs Millionen Dollar an eine 20-jährige Frau verurteilt, die nach eigener Darstellung durch Social-Media-Nutzung süchtig wurde. Tausende ähnliche Klagen gegen Meta sind in den USA noch anhängig.
Mit Material der Nachrichtenagenturen und theepochtimes.com