Nach Angaben des Bahnunternehmens East Midlands Railway kollidierten am späten Freitagnachmittag zwei Personenzüge, die auf dem selben Gleis in Richtung London unterwegs waren. Einer der beiden Lokführer kam dabei ums Leben.
Die genaue Unfallursache war zunächst unklar. 33 Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht, elf von ihnen mit schweren Verletzungen, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Weitere 56 Menschen wurden leicht verletzt und vor Ort behandelt.
Bilder in Onlinediensten zeigten zwei ineinander verkeilte Züge und auf den Gleisen stehende Fahrgäste. Verkehrsministerin Heidi Alexander erklärte, es sei noch zu früh für Aussagen über die Unfallursache. „Wir werden sicherstellen, dass es eine gründliche Untersuchung gibt, um zu klären, wie es zu diesem Zusammenstoß kam, und um sicherzustellen, dass die richtigen Lehren daraus gezogen werden, damit sich ein solcher Vorfall nie wieder ereignet“, sagte die Ministerin.
Der Fahrgast Pete Knapp berichtete der Nachrichtenagentur Press Association, wie er den Unfall erlebte. „Wir wurden plötzlich auf den gegenüberliegenden Sitz geschleudert, und dann sah ich Rauch“, sagte Knapp. „Menschen stöhnten und schrien – sie standen unter Schock und wirkten benommen.“
Der Fahrgast Paul Cavin sagte dem Sender BBC: „Unser Zug hielt, und plötzlich wurden wir von hinten heftig gerammt.“ Auch in seinem Wagen seien Passagiere zu Schaden gekommen. Er habe viele Verletzte gesehen, einige hätten nach dem Zusammenstoß „zertrümmerte Nasen“ gehabt. Eine weitere Insassin berichtete der BBC von einem „großen Knall“. „Ich öffnete die Augen, und da sah ich Menschen auf dem Boden liegen – überall war Blut.“
Premierminister Keir Starmer erklärte, seine Gedanken seien bei den betroffenen Menschen und deren Familien. „Ich bin den Rettungskräften für ihre schnelle Reaktion auf diesen tragischen Vorfall dankbar“, betonte Starmer.
Zugunglücke passieren in Großbritannien relativ selten. Im September 2023 waren mehrere Menschen verletzt worden, als in Aviemore in Schottland zwei Züge kollidierten. Im August 2020 entgleiste ein Zug auf der Strecke von Aberdeen nach Glasgow, wobei drei Menschen ums Leben kamen. (afp/red)