Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich zufrieden über die Ergebnisse des G7-Gipfels in Frankreich geäußert. Der Gipfel habe „sich in mehrfacher Hinsicht gelohnt“, sagte er am Mittwoch in Évian-les-Bains. Er ziehe insgesamt eine positive Bilanz.
„Wir haben gestern in verschiedenen Formaten eine noch engere Zusammenarbeit zu kritischen Rohstoffen und künstlicher Intelligenz verabredet. Wir werden über künstliche Intelligenz auch gleich mit den Tech-Unternehmen beim Mittagessen noch sprechen.“ Aber bestimmend bleibe das ganze Thema Geopolitik und geopolitische Ungleichgewichte.
Merz verwies auf die gemeinsame Gipfelerklärung zum Iran und zur Ukraine. „Das war ein hartes Stück Arbeit, aber es hat sich gelohnt, denn es ist das erste Mal überhaupt seit dem Amtsantritt von Präsident Trump, dass wir bei einem G7-Gipfel eine gemeinsame Erklärung abgeben und eine gemeinsame Sprache finden zu den großen sicherheitspolitischen Fragen unserer Zeit.“
Das sei „wirklich ein Erfolg“. Die Unterstützung der Ukraine sei aus dem G7-Kreis heraus so stark wie selten zuvor. Alle G7-Partner würden den Druck auf Moskau erhöhen, auch durch Sanktionen. „Das setzt einen neuen Ton, auch in der transatlantischen Einigkeit und Entschlossenheit“, so Merz.
Trump: „Versailles, das ist kein Blattgold, das ist das Original“
Donald Trump scheint sich beim G7-Gipfel im französischen Evian wohler gefühlt zu haben als bei früheren Treffen in diesem Kreis.
Zur Arbeitssitzung am Mittwoch erschien der US-Präsident fast eine Stunde später als der pünktliche deutsche Bundeskanzler – und sichtlich gut gelaunt. Nach seinem Eintreffen verkündete der 80-Jährige in scherzendem Ton: „Ich bin der Boss.“
Die Bemerkung löste Lachen in der Runde aus. Auch der französische Präsident Emmanuel Macron, der den diesjährigen Gipfel der Gruppe sieben führender Industriestaaten als Gastgeber leitete, zeigte keine Verärgerung.

US-Präsident Donald Trump (m) spricht neben US-Außenminister Marco Rubio (3.r), US-Finanzminister Scott Bessent (2.r) und US-Handelsminister Howard Lutnick (r) während eines bilateralen Treffens mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah el-Sisi (Mitte l) am Rande des G7-Gipfels am 17. Juni 2026 in Evian-les-Bains, Frankreich.
Foto: Anna Moneymaker/Getty Images
Trump bot auch entgegen den Gepflogenheiten den anwesenden Journalisten an, noch im Raum zu bleiben. Diese wurden aber von den französischen Saalordnern umgehend aus dem Konferenzraum geleitet.
Vermutlich freute Trump sich schon auf sein Abendessen mit Macron im festlichen Rahmen des Schlosses von Versailles. „Ich mag schöne Orte“, hatte er am Vortag dazu gesagt. „Versailles, das ist kein Blattgold, das ist das Original“, sagte er über das berühmte Königsschloss.
Macron hatte das Essen mit Trump am Mittwochabend in Versailles nicht zuletzt deswegen eingeplant, beim G7-Gipfel in Kanada 2025 war Trump vorzeitig abgereist. Es sei aber „kein Galadiner“, sagte Macron. Der Anlass sei der 250. Jahrestag der USA, betonte er. (afp/dts/red)



