In Kürze:
- Rettich begeistert seit Jahrtausenden mit seiner Würze und Frische.
- Heute gibt es ihn in vielen verschiedenen Sorten, Formen und Farben.
- Senföle und weitere Inhaltsstoffe machen den Rettich besonders wertvoll für die Gesundheit.
Rettich ist ein vielseitiges und beliebtes Gemüse in der Küche. Das aromatische Wurzelgemüse schmeckt sowohl roh – etwa als knackiger Snack oder im Salat – als auch warm zubereitet in verschiedensten Gerichten.
Besonders in Bayern hat Rettich, dort auch „Radi“ genannt, eine lange Tradition. In hauchdünne Scheiben oder spiralförmig aufgeschnitten ist er ein fester Bestandteil der bayerischen Brotzeit.
Ursprünglich stammt Rettich allerdings aus Vorderasien. Bis heute spielt er auch in vielen asiatischen Küchen eine wichtige Rolle. In Ländern wie China, Japan oder Korea wird Rettich beispielsweise eingelegt, getrocknet oder als würzige Zutat in Suppen und Beilagen verwendet.
Rettiche (Raphanus) beeindrucken mit ihrer großen Vielfalt. Ob groß oder klein, rund, länglich, oval oder walzenförmig, es gibt sie in zahlreichen Formen. Auch farblich zeigen sie sich äußerst abwechslungsreich. Das Spektrum reicht von weißen, rosafarbenen und roten Früh- und Sommerrettichen bis zu violetten, braunen oder schwarzen Herbst- und Winterrettichsorten. Das Fruchtfleisch ist meist weiß, einige Sorten sind jedoch vollständig durchgefärbt. Je nach Sorte können Rettiche fast das ganze Jahr über geerntet werden und überzeugen mit unterschiedlich intensiven Aromen – von angenehm mild bis würzig-scharf.
Radieschen zählen zu den engsten Verwandten des Rettichs. Der Meerrettich hingegen ist trotz seines Namens nicht näher mit dem Rettich verwandt. Beide gehören jedoch zur Familie der Kreuzblütler.
Inhaltsstoffe und gesundheitliche Vorteile
Rettich enthält wertvolle Senfölglykoside (Isothiocyanate), die für seine typische Schärfe verantwortlich sind. Je höher der Gehalt an Senfölen, desto intensiver schmeckt er. Diese natürlichen Pflanzenstoffe kommen sowohl in der Wurzel als auch in den Blättern vor und gelten als besonders gesundheitsfördernd.
Senföle wirken antibakteriell und entzündungshemmend. Wissenschaftliche Untersuchungen weisen zudem darauf hin, dass Rettich durch das Zusammenspiel verschiedener bioaktiver Substanzen – darunter Polyphenole – antioxidative Eigenschaften besitzt. Dadurch könnte er dazu beitragen, der Entstehung bestimmter Krankheiten wie Diabetes sowie verschiedener Krebsarten, etwa Darm-, Leber- oder Brustkrebs, vorzubeugen.
Bereits seit der Antike wird Rettich in der Volksmedizin geschätzt. Extrakte der Pflanze kamen traditionell unter anderem bei Magenbeschwerden, Harnwegsinfektionen, Leberbeschwerden, Herzerkrankungen und Geschwüren zum Einsatz. Besonders der schwarze Rettich gilt bis heute als bewährtes Hausmittel bei Erkältungen, da er schleimlösend wirken kann.
Darüber hinaus liefert Rettich reichlich Vitamin C sowie wichtige Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Eisen. Gleichzeitig ist das Gemüse kalorien- und fettarm. Seine Schärfe regt den Stoffwechsel an und kann dabei helfen, unerwünschte Bakterien- oder Pilzbesiedlungen im Darm zu hemmen, während die enthaltenen Ballaststoffe Gift- und Fettstoffe im Darm binden. Dadurch eignet sich Rettich hervorragend für eine figurbewusste Ernährung und kann zugleich die körpereigenen Abwehrkräfte unterstützen.
Ein weiterer Vorteil sind die enthaltenen Bitterstoffe. Sie fördern die Bildung von Verdauungssäften, unterstützen so die Verdauung und können Blähungen sowie Völlegefühl lindern.
Verwendung in der Küche
Rettiche werden besonders gern roh verzehrt. Dafür schneidet man sie am besten in dünne Scheiben, salzt sie leicht und lässt sie kurz ziehen. Das nimmt etwas von seiner Schärfe und er wird bekömmlicher. Anschließend schmeckt er hervorragend auf einem Butterbrot oder als klassischer Bestandteil einer Brotzeit.
Auch als Salat ist Rettich sehr beliebt. Geraspelt oder in feine Scheiben geschnitten lässt er sich hervorragend mit geriebenen Äpfeln kombinieren. Zusammen mit einem Joghurtdressing oder einer klassischen Essig-Öl-Marinade entsteht daraus ein erfrischender, würziger Salat. Doch auch leicht gedünstet, gebraten oder erst am Ende der Garzeit Suppen und Eintöpfen hinzugefügt, entfaltet Rettich ein angenehm mildes und feinwürziges Aroma. Rettich eignet sich darüber hinaus wunderbar zum Einlegen in Essig oder zum Fermentieren.
Rezept Rettichsalat:
Zutaten:
- 300 g Rettich
- 1 großer säuerlicher Apfel
- 200 g saure Sahne
- Salz, Pfeffer
- 1 EL Zitronensaft
- frisch gehackter Schnittlauch
Zubereitung:
- Rettich und Apfel in Stifte raspeln.
- Saure Sahne mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Schnittlauch verquirlen und abschmecken.
- Rettich und Apfel untermischen.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.




