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Mit 320 Kilometern pro Stunde unterwegs: Britische Schnellzugstrecke im Bau

Die geplante neue Schnellzugstrecke von London in den Norden Englands wird immer teurer. Die Kosten würden inzwischen auf 87,7 bis 102,7 Milliarden Pfund (101 bis 118 Milliarden Euro) geschätzt, sagte die britische Verkehrsministerin Heidi Alexander im Unterhaus.
Ursprünglich waren nur 37,5 Milliarden Pfund (43 Milliarden Euro) eingeplant. Zudem wird sie am Ende wohl deutlich kürzer ausfallen und die Züge werden langsamer fahren.

Das HS2-Curzon-Viadukt 2 in Birmingham, auch bekannt als Bellingham Bridge, ist mit einer Höhe von ca. 40 m das höchste Viadukt auf der HS2-Strecke und prägt mittlerweile die Skyline der Stadt. Das Bauwerk überspannt eine bereits erhöhte bestehende Eisenbahnstrecke sowie den Fluss Rea, weshalb das Viadukt außergewöhnlich hoch sein muss – es entspricht in etwa einem siebenstöckigen Gebäude.

Foto: Christopher Furlong/Getty Images

Das Projekt führt zu den nördlichen Großstädten

Großbritannien verfügt bislang über eine einzige Hochgeschwindigkeitsstrecke: von London zum Eurotunnel durch den Ärmelkanal. Das Projekt High Speed 2 (HS2) soll die Hauptstadt besser mit Großstädten wie Birmingham, Manchester und Leeds im Norden verbinden.
Die Fertigstellung verzögert sich jedoch seit Jahren, zugleich schießen die Kosten in die Höhe.
Ursprünglich sollte die Strecke in diesem Jahr in Betrieb genommen werden und die Züge bis zu 360 Kilometer pro Stunde fahren können.
Geplant waren ein erster Streckenteil bis Birmingham und von dort zwei weitere Teilstrecken: eine bis nach Manchester und die andere bis nach Leeds.

Das HS2-Colne-Valley-Viadukt am 25. September 2025 in Chalfont St Peter, Buckinghamshire.

Foto: Leon Neal/Getty Images

Mit 320 Stundenkilometern unterwegs

Inzwischen wird frühestens 2036 für die Fertigstellung anvisiert und die Maximalgeschwindigkeit wurde auf 320 Stundenkilometer reduziert – um weitere Kostensteigerungen zu verhindern.
Zudem wird die HS2 wohl nur bis nach Birmingham führen, ihre Gesamtlänge wäre dann weniger als halb so lang wie ursprünglich geplant. Sie gilt – pro Schienenkilometer – als eines der teuersten Bahnprojekte weltweit.
Verkehrsministerin Alexander verwies auf Verfehlungen der vorherigen konservativen Regierungen. Die bisherigen Pläne bezeichnete sie als „massiv überdimensioniertes Wahnprojekt“ für das Ego konservativer Minister.
Die Möglichkeit, das Projekt schlichtweg aufzugeben, wurde geprüft. Doch dies könnte laut Alexander „fast genauso viel kosten wie die Fertigstellung“. (afp/red)

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