Gedränge, Schlägereien, beschädigte Türen und außerplanmäßig geschlossene Läden: Der Verkaufsstart für eine Sonderkollektion von Swatch-Uhren in Zusammenarbeit mit der Schweizer Luxusuhrenmarke Audemars Piguet hat heute in New York und mehreren europäischen Städten für chaotische Szenen gesorgt.
Da die Kollektion „Royal Pop“ nur in ausgewählten Swatch-Läden verkauft wurde, bildeten sich vor den betroffenen Geschäften lange Warteschlangen.
Kaufen und weiterverkaufen
Am Eingang des Swatch-Stores am New Yorker Times Square habe es „Geschubse und Gedränge in alle Richtungen“ gegeben, sagte der 44-jährige New Yorker John McIntosh. „Das war wie ein Mosh-Pit.“ Er habe sich bereits am 13. Mai in die Warteschlange vor dem Geschäft eingereiht.
McIntoshs Ziel und das der meisten anderen Kunden, von denen einige bis zu eine Woche lang vor dem Geschäft ausharrten: Die 400 bis 420 Dollar teuren Taschenuhren kaufen, um sie dann umgehend mit einer beträchtlichen Gewinnmarge weiterzuverkaufen.

Die Aktion fand im Rahmen einer Werbekampagne für die Uhren in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Luxusuhrenhersteller Audemars Piguet statt.
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In Deutschland herrschte laut WDR großer Andrang vor den Swatch-Läden in Düsseldorf und Köln. Am frühen Morgen war die Schlange in Düsseldorf demnach mehr als 300 Meter lang, zwischenzeitig musste die Polizei für Ordnung sorgen.
Ähnlich war es demnach in Köln. Später hieß es auf dem deutschen Instagram-Account von Swatch, „unter Berücksichtigung der öffentlichen Sicherheit“ würden die Läden in Köln und Düsseldorf geschlossen.
Frankreich: Spannungen und lange Warteschlangen
In Frankreich bildeten sich in mehreren Städten in der Nacht zum Samstag lange Warteschlangen. Dabei kam es mancherorts zu Spannungen, Sicherheitskräfte hatten gut zu tun.
In einem Einkaufszentrum im Großraum Paris strömten rund 300 Menschen am Morgen zu einem Swatch-Laden, in dem die „Royal Pop“-Uhren verkauft werden sollten. Die Menge sei mit Tränengas auseinandergetrieben worden, hieß es.
Dort seien ein Metallrollladen und zwei Sicherheitstüren beschädigt und Polizisten und Sicherheitskräfte angegriffen worden, hieß es weiter. Der Verkauf sei ohne Angabe eines neuen Termins gestoppt worden. „Der Sicherheitsbedarf wurde von den Organisatoren unterschätzt.“

Der Swatch Megastore auf der Avenue des Champs-Élysées und die Menschenmenge aus Schaulustigen und interessierten Käufern, die während der weltweiten Markteinführung der Royal Pop-Kollektion am 16. Mai 2026 in Paris stundenlang Schlange standen.
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Swatch schloss einige Läden aus Sicherheitsgründen
Swatch wollte auf Anfrage von AFP nicht Stellung nehmen. Auf Instagram erklärte Swatch Frankreich, die Geschäfte unter anderem in Lyon, Deauville und Saint-Tropez blieben aus Sicherheitsgründen am Samstag geschlossen.
In der italienischen Metropole Mailand begann laut Medienberichten bei der Geschäftsöffnung am Morgen eine Schlägerei. Vor einem anderen Store in Mailand brach Unmut aus, als die Verkäufer mitteilten, dass alle Uhren der Kollektion verkauft worden seien.
Aus Sorge um die „Sicherheit“ von Kunden und Angestellten schloss Swatch auch in Großbritannien alle Läden in London, Liverpool, Manchester und weiteren Städten. (afp/red)