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Flutkatastrophe in Guangxi: Dammbrüche, behördliche Mängel und die Not der Bevölkerung

Anhaltende starke Regenfälle haben in der südchinesischen Region Guangxi verheerende Überschwemmungen ausgelöst. Die Wassermassen führten an mehreren Stauseen zu kritischen Sicherheitsmängeln und Dammbrüchen, die flussabwärts gelegene Gemeinden schwer beschädigten und die Bevölkerung in eine existenzielle Krise stürzten.

Dammversagen und Sturzfluten in Hengzhou

Besonders kritisch ist die Lage in der Stadt Hengzhou. Am Damm des Liulan-Stausees – der größten mittelgroßen Anlage der Stadt aus dem Jahr 1960 – entstanden zwei gewaltige Brüche mit einer Gesamtlänge von etwa 50 Metern. Zuvor waren die Hochwasserentlastungsschleusen des Reservoirs vollständig geöffnet worden.
Die daraus resultierenden Sturzbäche überfluteten das direkt angrenzende Dorf Dutian innerhalb von weniger als einer halben Stunde. Viele Häuser wurden mitgerissen, die Strom- und Wasserversorgung brach zusammen, und ältere Dorfbewohner wurden in ihren Häusern eingeschlossen. Auch an drei weiteren Stauseen der Stadt (Yunbiao, Sancha und Chayuan) traten ernsthafte Sicherheitsprobleme auf.

Anhaltende Starkregenfälle haben in Guangxi schwere Überschwemmungen ausgelöst. Viele Betroffene waren auf Selbsthilfe angewiesen.

Foto: Zusammengestellt aus Video-Screenshots

Die fatale Zangenbewegung in Fangchenggang

Südlich von Hengzhou, in der Küstenstadt Fangchenggang, kollidierten die heftigen Regenfälle mit den natürlichen Gezeiten. Betroffene Einwohner berichten, dass mehrere flussaufwärts gelegene Stauseen gleichzeitig Wasser abließen, während zeitgleich die Flut das Meerwasser ins Landesinnere drückte.
Da das Flusswasser dadurch nicht ins Meer abfließen konnte, entstand eine Zangenbewegung aus zwei Richtungen. Im Stadtzentrum stieg der Pegel in kürzester Zeit bis nahe an das zweite Stockwerk an. Keller, Geschäfte und Tiefgaragen wurden geflutet, Fahrzeuge weggeschwemmt und die lokale Landwirtschaft, Viehzucht sowie Aquakulturen nahezu vollständig vernichtet.

Betroffene Bürger ohne staatliche Unterstützung

Die Opfer der Katastrophe sind weitgehend auf Eigeninitiative und Selbsthilfe angewiesen. Berichten zufolge wurden von Regierungsseite weder Unterkünfte noch Hilgsküter zur Verfügung gestellt. Da die Sturzfluten extrem plötzlich kamen, blieb den Menschen kaum Zeit zur Evakuierung. Augenzeugen berichten von zahlreichen Ertrunkenen.
Zusätzlich geraten Infrastrukturprojekte in die Kritik: Die Anwohner verbinden die Häufung der Überschwemmungen mit einem künstlichen Kanalprojekt, das den Flusslauf umleitet und die Region anfälliger für Überflutungen macht.

Systemversagen und Informationskontrolle

Wasserwirtschaftsexperten weisen darauf hin, dass die Katastrophe neben dem Extremwetter vor allem hausgemachte, strukturelle Mängel offenbart. Guangxi gehört zu den chinesischen Regionen mit den weitreichendsten künstlichen Veränderungen von Flussläufen.
Große Teile ehemaliger natürlicher Überschwemmungsgebiete wurden in den vergangenen Jahrzehnten zu städtischen Zonen ausgebaut, was das Hochwasserrisiko massiv erhöht hat. Zudem gelten viele der über 1.700 Wasserspeicheranlagen der Region als veraltet.
Obwohl auf politischer Ebene Pläne zur Katastrophenminderung existieren, mangelt es an der praktischen Umsetzung vor Ort. Stattdessen reagieren die Behörden mit einer strikten Informationskontrolle: Berichte über Todesopfer und das tatsächliche Ausmaß der Zerstörung werden in den sozialen Medien extrem schnell zensiert und systematisch unterdrückt.

 
Zuerst erschienen auf theepochtimes.com unter dem Titel: „ 广西防城港严重洪灾 灾民指多座水库泄洪“. (Deutsche Bearbeitung: vm)

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