Der konservative Politiker Abelardo de la Espriella hat die Präsidentschaftswahl in Kolumbien knapp gewonnen. Nach Auszählung fast aller Stimmen lag er in der Stichwahl mit 49,7 Prozent vor dem linken Senator Iván Cepeda, der 48,7 Prozent erreichte. Nach der Wahl kam es in mehreren Städten zu Protesten und Zusammenstößen mit Sicherheitskräften.
Knappes Wahlergebnis
De la Espriella setzte sich mit einem Vorsprung von rund einem Prozentpunkt durch. Der Jurist und Unternehmer kündigte an, entschlossener gegen Kriminalität, Drogenhandel und bewaffnete Gruppen vorzugehen. Zudem will er die Wirtschaft reformieren und staatliche Strukturen verschlanken.
In der Stadt Cali kam es nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses zu Protesten. Demonstranten lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei, die Tränengas einsetzte. Auch in der Hauptstadt Bogotá versammelten sich zahlreiche Menschen zu Kundgebungen.

Plakatwände vor der Wahl am 21. Juni 2026 in Cali, Kolumbien – der Präsidentschaftskandidaten Abelardo de la Espriella von der Bewegung „Salvadores de la Patria“ (r) und für Ivan Cepdepa von der Partei „Pacto Histórico“ (l).
Foto: Joaquin Sarmiento/AFP via Getty Images
Debatte über Wahlergebnis
Cepeda erkannte seine Niederlage zunächst nicht an. Präsident Gustavo Petro forderte eine Überprüfung der Wahlinfrastruktur und äußerte Bedenken hinsichtlich des Wahlablaufs. Offizielle Stellen bestätigten das Wahlergebnis zunächst.
De la Espriella kündigte einen härteren sicherheitspolitischen Kurs an und will die Zusammenarbeit mit den USA ausbauen. In seiner Siegesrede versprach er, Präsident für alle Kolumbianer zu sein und die demokratischen Institutionen des Landes zu stärken. (dts/afp/red)