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Wie Eltern ihren Kindern einen analogen Sommer schenken können

Der Sommer steht vor der Tür und damit bietet sich eine einmalige Chance zur Veränderung. Eine der ermutigendsten Entwicklungen der letzten Jahre ist nicht etwa eine neue App oder Plattform, sondern die wachsende Zahl von Menschen, die sich dafür entscheiden, ihre Geräte wegzulegen. Immer mehr Menschen erkennen, welchen hohen Tribut stundenlanger digitaler Konsum von Herz, Verstand und Seele fordert. Das ständige Scrollen, das endlose Verweilen in Videospielen und das Hüpfen von einem Kurzvideo zum anderen schädigen unsere Konzentrationsfähigkeit, unsere sozialen Kompetenzen und unsere allgemeine psychische Gesundheit erheblich.
Einige aktuelle Erkenntnisse dazu liefert eine Studie der University of Pennsylvania. Sie zeigt, dass die Begrenzung der Nutzungsdauer von Facebook, Instagram und Snapchat auf 10 Minuten pro Tag und Plattform innerhalb von drei Wochen zu einer signifikanten Verringerung von Einsamkeit und Depressionen führt. Zu diesem Thema führte die Oregon State University eine Studie mit mehr als 1.500 Erwachsenen durch. Man fand heraus, dass sich bei Menschen, die soziale Medien sehr intensiv nutzen, die Wahrscheinlichkeit verdoppelt, sich einsam zu fühlen. Dies zeigte sich unabhängig vom Alter oder Hintergrund der Personen. Wie sich herausstellte, sind soziale Medien eigentlich nicht sehr sozial.

Das Smartphone und unser Verstand

Noch alarmierender als die Auswirkungen von Bildschirmen auf unsere Stimmung ist vielleicht das, was sie mit unserem Verstand machen. Nach mehr als zwei Jahrzehnten Forschung in diesem Bereich fand Gloria Mark, Psychologin an der University of California, Irvine, heraus, dass sich die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne vor dem Bildschirm von 2,5 Minuten im Jahr 2004 auf nur noch 47 Sekunden in den letzten Jahren verringert hat. Eine im Jahr 2023 veröffentlichte und begutachtete Studie im Fachjournal „Scientific Reports“, das zu den größten wissenschaftlichen Fachzeitschriften weltweit gehört, fand heraus, dass die bloße Anwesenheit eines Smartphones, selbst wenn es ausgeschaltet ist, zu einer geringeren kognitiven Leistung führt.
Im Banne des Handys: Kinder, die gemeinsam einsam in den Bildschirm glotzen. Foto: Sergii Kozii/iStock

Im Banne des Handys: Kinder, die gemeinsam einsam in den Bildschirm glotzen.

Foto: Sergii Kozii/iStock

Vielleicht ist das Schlimmste daran die wachsende Erkenntnis, dass die Gehirnentwicklung von Kindern grundlegend beeinträchtigt wird, wenn sie bereits in frühen Jahren Zugang zu digitalen Geräten haben. Eine im Jahr 2025 in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „eBioMedicine“ veröffentlichte Studie untersuchte Kinder über mehr als ein Jahrzehnt. Dabei fanden die Forscher heraus, dass Kinder, die vor dem Alter von zwei Jahren längere Zeit Bildschirmen ausgesetzt waren, Veränderungen in ihrer Gehirnentwicklung zeigten. Dies ging mit langsamerer Entscheidungsfindung und erhöhter Angst einher – bis hin zu ihren Teenagerjahren. Im Jahr 2024 kam eine im Wissenschaftsjournal „Advanced Science“ veröffentlichte Studie zu dem Ergebnis, dass Bildschirmnutzung die Sprachfähigkeiten schwächt und Depressionen sowie soziale Probleme bei jungen Heranwachsenden fördert. Zudem reduziert sie die Lesezeit von Kindern signifikant, was deren Sprachfähigkeiten und das Gehirnvolumen noch weiter nachteilig beeinflusst.
Angesichts all dessen benötigen Sie wahrscheinlich keine weitere Studie, um das zu bestätigen, was Sie vielleicht instinktiv längst wissen: Es ist etwas verloren gegangen, das es wert ist, zurückgewonnen zu werden. Doch kann die Rückkehr zu analogen Medien dabei helfen?

Ist zehn Jahre kognitiver Verfall umkehrbar?

Im vergangenen Jahr wurde eine randomisierte kontrollierte Studie im „PNAS Nexus“ veröffentlicht, einem renommierten, interdisziplinären Fachjournal, das von der National Academy of Sciences der USA herausgegeben wird. Dabei fand man heraus, dass das Blockieren des mobilen Internets für zwei Wochen die Aufmerksamkeitsspannen um einen Wert verbesserten, der der Umkehrung von zehn Jahren altersbedingtem kognitivem Verfall entsprach. Der Ausschalter ist also auch ein Reset-Knopf.
Mit dem Sommer vor der Tür bietet sich für Eltern eine wertvolle Gelegenheit. Jetzt ist es einfacher, die üblichen Routinen in den Hintergrund zu drängen und eine andere Art von Leben zu leben. Wenn Sie Ihren Kindern einen analogen Sommer ermöglichen möchten, finden Sie hier einige Tipps, wie Sie damit beginnen können.

Öffnen Sie nicht die „Büchse der Pandora“

Wenn Ihre jüngeren Kinder noch kein eigenes Gerät in die Hand bekommen haben, ist die Forschung dazu eindeutig: Zögern Sie den Zeitpunkt so lange wie möglich hinaus. Die Erfahrung zeigt, dass Eltern, die am längsten durchgehalten haben, diese Wahl nicht bereuen. Bleiben Sie auf Kurs.

Kommunizieren Sie Grundregeln

Setzen Sie in diesem Sommer einfache, aber strikte Regeln für die Bildschirmnutzung bei Ihnen zu Hause. Kommunizieren Sie diese und halten Sie sich daran. Vielleicht hilft eine Familienbesprechung, bei der sich die Eltern auf eine einheitliche Vorgehensweise einigen und klare Regeln festlegen wie beispielsweise „keine digitalen Geräte in den Schlafzimmern“, „Bildschirmzeit nur einen Tag pro Woche“, „Fernsehen nur gemeinsam“ oder sogar einen komplett gerätefreien Sommer. Möglicherweise stoßen Sie auf Widerstand. Wenn Sie sich aber auf einen Plan geeinigt haben, bleiben Sie dabei. Es wird mit der Zeit leichter, wenn Sie konsequent bleiben.

Planen Sie Spaß im echten Leben

Holen Sie Ihren Kalender heraus und tragen Sie Familienbesuche, Museumsbesuche, Konzerte, Wanderungen, geplante Reisen sowie Tage im Park, in der Bibliothek, im Schwimmbad und am Strand ein.
Legen Sie für jeden Tag ein Motto fest, zum Beispiel „Kochen mit frischen Zutaten“, „Einen Tag im Garten zelten“ oder „Einen Brief schreiben“. Wenn Sie etwas planen, ist es wahrscheinlicher, dass Sie es auch umsetzen. Genießen Sie möglichst viel Sommerspaß im echten Leben!

Stocken Sie auf

Sie könnten beispielsweise folgende Dinge bereithalten: Bücher, Schallplatten, Kassetten, Outdoorspielzeug, Straßenmalkreide, Kunst- und Bastelbedarf, Film- oder Polaroidkameras, Papierkarten, Gartengeräte, Puzzles, Brettspiele, Briefpapier, Stifte, Tagebücher, Malbücher, Kochbücher und Campinggrundlagen. So können Sie einen spaßigen und abenteuerreichen Sommer genießen, der nicht von Ihren digitalen Geräten abhängig ist.

Leben Sie, was Sie predigen

Für manche Eltern wird die größte Herausforderung eines analogen Sommers nicht darin bestehen, ihre Kinder zu überzeugen, sondern sich selbst. Ihre Kinder werden es merken, ob Sie präsent oder abgelenkt sind. Bereiten Sie sich also besser vor: mit einem Stapel Bücher, die Sie schon lange lesen wollten, einem Projekt, das Sie aufgeschoben haben, und einem Notfallplan für den Fall, dass die Faszination Ihrer Geräte stärker ist als erwartet.

Dokumentieren Sie die Saison

Dies könnte der beste Sommer sein, den Ihre Familie seit vielen Jahren erlebt hat. Machen Sie viele Fotos und Filme. Achten Sie auch darauf, was sich verändert. Notieren Sie auch die Momente der Langeweile, die sich unerwartet in etwas Besonderes verwandelten, die Gespräche, die länger anhielten als gewöhnlich, und all die Abende, die nicht vor dem Bildschirm verbracht wurden.
Was Sie in diesem analogen Sommer lernen, könnte prägend dafür sein, wie Ihre Familie den Rest des Jahres und die Zukunft gestaltet.
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Reclaiming Childhood: How to Give Your Kids an Analog Summer“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)

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