{"id":61587,"date":"2026-10-25T13:07:40","date_gmt":"2026-10-25T12:07:40","guid":{"rendered":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/?p=61587"},"modified":"2026-10-25T13:07:40","modified_gmt":"2026-10-25T12:07:40","slug":"kann-klang-steine-versetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/2026\/10\/25\/kann-klang-steine-versetzen\/","title":{"rendered":"Kann Klang Steine versetzen?"},"content":{"rendered":"<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Kann Klang Steine versetzen?<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Aus heutiger Sicht erscheint diese Frage absurd. Zwar kann Klang Glas zerbrechen und ausreichend starke Schwingungen k\u00f6nnen physische Objekte beeinflussen, doch erwartet niemand ernsthaft, dass ein Musiker eine Leier in die Hand nimmt, einen Akkord anschl\u00e4gt und dann dabei zusieht, wie sich Mauerbl\u00f6cke zu Mauern auft\u00fcrmen. Dennoch haben sich unsere Vorfahren immer wieder etwas sehr \u00c4hnliches vorgestellt. In Mythen, Legenden und heiligen Geschichten besitzt Klang eine eigent\u00fcmliche Macht \u00fcber die Materie. Musik bewegt Steine. Worte erschaffen Welten. Trompeten lassen Mauern einst\u00fcrzen. Am faszinierendsten ist jedoch, dass einige der geheimnisvollsten antiken Monumente der Welt bemerkenswerte akustische Eigenschaften aufweisen.<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Was haben unsere Vorfahren \u00fcber den Klang geglaubt?<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Eines der eindrucksvollsten Beispiele stammt aus der griechischen Mythologie: Amphion, Sohn von Zeus und Antiope, war der legend\u00e4re Erbauer der Mauern von Theben. W\u00e4hrend sein Bruder Zethus die Steine mit k\u00f6rperlicher Kraft trug, hatte Amphion eine andere Methode. Er spielte auf seiner Leier und die Steine folgten der Musik. W\u00e4hrend er spielte, bewegten sich die gro\u00dfen Bl\u00f6cke von selbst an ihren Platz und bildeten die Befestigungsanlagen der Stadt.<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Es ist ein wundersch\u00f6nes Bild, aber auch ein tiefgr\u00fcndiges. Die Zivilisation selbst entsteht durch Harmonie. Der Musiker zwingt die Materie nicht in eine Form; vielmehr reagiert die Materie auf ein in der Musik verk\u00f6rpertes Ordnungsprinzip.<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Eine \u00e4hnliche \u00dcberlieferung finden wir in Troja. Apollon und Poseidon sollen K\u00f6nig Laomedon gedient und am Bau der pr\u00e4chtigen Mauern Trojas mitgewirkt haben. Sp\u00e4tere \u00dcberlieferungen haben die Geschichte weiterentwickelt und Apollons Musik mit dem wundersamen Aufrichten der Steine in Verbindung gebracht. Wieder einmal verschmelzen Musik und Mauerwerk auf geheimnisvolle Weise.<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">\n<span style=\"font-weight:400\">Diese antike Tradition inspirierte mich zu dem Gedicht namens <\/span><a href=\"https:\/\/www.classicalpoets.org\/apollo-builds-troy-with-his-lyre-by-james-sale\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span>\u201eApollon baut Troja mit seiner Leier\u201c<\/span><\/a><span style=\"font-weight:400\">, das von der Society of Classical Poets<\/span> <span style=\"font-weight:400\">ver\u00f6ffentlicht wurde. Ich stellte mir vor, wie der Gott spielt, w\u00e4hrend die Stadt vor seinen Augen Gestalt annimmt: \u201eDie Mauer, die mit jeder Note, die er spielte, sichtbar emporragte, \/ das Entstehen dessen, was noch nicht war \u2013 \/ ganz Troja \u2026\u201c<\/span>\n<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Doch Apollon ist nicht nur ein Gott der Musik. Er ist auch ein Gott der Prophezeiung. So kann der g\u00f6ttliche Baumeister, der Trojas Entstehung sieht, auch \u00fcber dessen Vollendung hinaus auf dessen Untergang blicken. Dieses Paradoxon \u2013 Klang, der aufbaut, und Klang, der zerst\u00f6rt \u2013 bringt uns an einen unerwarteten Ort.<\/span><\/div>\n<div class=\"paragraph mb-5 pt-2.5 text-center xl:mb-[15px]\">\n<div class=\"mb-3 text-start\"><a href=\"https:\/\/images-de.epochtimes.de\/uploads\/2026\/10\/id6092574-Amphion_from_Tableaux_du_temple_des_Muses.webp\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/div>\n<div class=\"inline-block text-start\"><div class=\"group relative cursor-pointer\">\n<div class=\"\"><figure><img alt=\"\" loading=\"lazy\" width=\"700\" height=\"907\" data-nimg=\"1\" class=\"size-image_700_x wp-image-5637986 mb-[5px] transition-opacity duration-150\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/10\/id6092574-Amphion_from_Tableaux_du_temple_des_Muses-700x907.98c730f3b47a40eef7af5ae921d74911.webp\"><figcaption class=\"cursor-auto\"><p class=\"text-p-5\">Eine Illustration aus dem Jahr 1665, die Amphion zeigt, dessen Musik Steine bewegt, um Theben zu erbauen.<\/p>\n<div class=\"mt-[5px]\"><p class=\"text-caption min-w-36 italic\">Foto: gemeinfrei<\/p><\/div><\/figcaption><\/figure><\/div>\n<div class=\"absolute right-1 top-1 m-2 rounded bg-black p-1 text-white opacity-50 transition-opacity duration-150 group-hover:opacity-80\"><\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Im Buch Josua des Alten Testaments stehen die Israeliten vor der scheinbar uneinnehmbaren Stadt Jericho. Doch trotz aller Bem\u00fchungen gelingt es ihnen nicht, die Verteidigungsanlagen mit herk\u00f6mmlichen Belagerungsmaschinen zu durchbrechen. Sechs Tage lang umkreisen die Israeliten die Stadt. Am siebten Tag blasen die Priester ihre Trompeten, das Volk jubelt, und die Mauern st\u00fcrzen ein.<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Egal, ob man dies nun in erster Linie als heilige Geschichte, als Wunder, als mythische Erz\u00e4hlung oder als eine Kombination aus all dem liest: Das fantasievolle Muster ist au\u00dfergew\u00f6hnlich. In Theben errichtet Musik Mauern; in Jericho rei\u00dft Klang sie ein. Es scheint so, als w\u00fcrde der Klang den Stein beherrschen.<\/span><\/div>\n<div class=\"paragraph mb-5 pt-2.5 text-center xl:mb-[15px]\">\n<div class=\"mb-3 text-start\"><a href=\"https:\/\/images-de.epochtimes.de\/uploads\/2026\/10\/Tissot_The_Seven_Trumpets_of_Jericho.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/div>\n<div class=\"inline-block text-start\"><div class=\"group relative cursor-pointer\">\n<div class=\"\"><figure><img alt=\"\" loading=\"lazy\" width=\"445\" height=\"271\" data-nimg=\"1\" class=\"size-full wp-image-5637978 mb-[5px] transition-opacity duration-150\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/10\/Tissot_The_Seven_Trumpets_of_Jericho.1945c4ab4e8b59b2df4ff148dbcd6a55.webp\"><figcaption class=\"cursor-auto\"><p class=\"text-p-5\">\u201eDie sieben Trompeten von Jericho\u201c, um 1896\u20131902, von James Jacques Joseph Tissot. Auf Karton, 18,7 \u00d7 30,7 cm, Jewish Museum, New York.<\/p>\n<div class=\"mt-[5px]\"><p class=\"text-caption min-w-36 italic\">Foto: gemeinfrei<\/p><\/div><\/figcaption><\/figure><\/div>\n<div class=\"absolute right-1 top-1 m-2 rounded bg-black p-1 text-white opacity-50 transition-opacity duration-150 group-hover:opacity-80\"><\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\" style=\"font-weight:400\"><span style=\"font-weight:400\">Ein wissenschaftlicher Zusammenhang<\/span><\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Vielleicht sind diese Geschichten nichts als Ergebnisse der menschlichen Vorstellungskraft. Doch ein faszinierendes modernes Forschungsgebiet \u2013 die Arch\u00e4oakustik, also die Untersuchung akustischer Ph\u00e4nomene an antiken St\u00e4tten \u2013 macht das Bild nicht gerade einfacher. Man denke an Stonehenge.<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Moderne akustische Untersuchungen, darunter Experimente mit einem Modell von Stonehenge im Ma\u00dfstab 1:12, deuten darauf hin, dass der vollendete Steinkreis einen sp\u00fcrbaren Nachhall erzeugt h\u00e4tte. Die innerhalb des Monuments erzeugten Kl\u00e4nge hatten eine Resonanz, die in der umgebenden offenen Landschaft fehlte: Die Forscher ma\u00dfen eine Nachhallzeit von etwa 0,64 Sekunden und eine Verst\u00e4rkung der Sprache um etwa 4,3 Dezibel. Sprache, Gesang, Trommeln oder Musik, die innerhalb des Kreises vorgetragen wurden, k\u00f6nnten daher ein ungew\u00f6hnlich kraftvolles H\u00f6rerlebnis geschaffen haben.<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Das beweist nicht, dass Stonehenge als gigantischer Musikverst\u00e4rker konzipiert wurde, geschweige denn, dass Schall die Steine irgendwie in ihre Position bewegt h\u00e4tte. Wir sollten daher vorsichtig damit sein, aus noch so vielsagenden Hinweisen sensationelle Behauptungen zu machen.<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Doch stellen Sie sich mal vor, Sie h\u00e4tten vor viertausend Jahren einen solchen Ort betreten: Es gibt keine Motoren, keine Lautsprecher, keine aufgezeichnete Musik und keine elektronischen Verst\u00e4rker. Den gr\u00f6\u00dften Teil Ihres Lebens verbringen Sie unter freiem Himmel, wo sich Schall schnell verfl\u00fcchtigt. Dann betreten Sie einen riesigen Kreis aus aufgestellten Steinen. Ein Gesang setzt ein. Eine Trommel ert\u00f6nt. Stimmen erheben sich gemeinsam \u2013 und pl\u00f6tzlich scheinen die Steine selbst den Klang zur\u00fcckzuwerfen.<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">W\u00fcrden Sie das einfach nur als einen interessanten akustischen Effekt erleben? Oder w\u00fcrden die Steine lebendig erscheinen?<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">In der Vorstellungswelt der Antike wurde sicherlich nicht so scharf zwischen belebter und unbelebter Natur unterschieden. Orpheus, der vielleicht gr\u00f6\u00dfte Musiker der griechischen Mythologie, war in der Lage, Tiere, B\u00e4ume und sogar Felsen mit seiner Musik zu verzaubern. Sein Gesang drang bis in den Hades selbst vor und bewegte die Herrscher der Toten. Auch hier ist die Symbolik klar: Wahre Harmonie erreicht Orte, die rohe Gewalt nicht erreichen kann.<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Hier n\u00e4hern wir uns einer Idee, die noch elementarer ist als die musikalische Architektur. Die alten Griechen verwendeten den Begriff \u201eLogos\u201c, ein Wort, das Sprache und Vernunft umfasst; es ist das Prinzip, durch das die Dinge verst\u00e4ndlich und geordnet werden. Jahrhunderte nach Amphion und Apollon stellte der Anfang des Johannesevangeliums eine der erstaunlichsten Behauptungen des westlichen Denkens auf: \u201eAm Anfang war das Wort.\u201c<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Doch Johannes greift bewusst einen \u00e4lteren Anfang auf. Das erste Kapitel der Genesis beschreibt Gott nicht so, als w\u00e4re er ein menschlicher Handwerker, der das Universum erschafft. Die Sch\u00f6pfung geschieht vielmehr durch das Wort: \u201eUnd Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.\u201c<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Gott spricht. Die Wirklichkeit gehorcht. Diese Abfolge hat auch etwas Merkw\u00fcrdiges an sich, das unserer Intuition beinahe widerspricht: Bevor Licht zu sehen ist, gibt es das Wort, das zu h\u00f6ren ist. Auf eigenartige Weise spiegelt dies auch unsere eigene fr\u00fcheste menschliche Erfahrung wider. In der Dunkelheit des Mutterleibs, bevor wir die Welt sehen, begegnen wir ihr durch Kl\u00e4nge \u2013 den Rhythmus des Herzschlags der Mutter und den Klang ihrer Stimme.<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Wir sind also \u00fcber die Leier des Amphion hinausgegangen. Klang bewegt nicht blo\u00df bereits vorhandene Steine zu Mauern; das g\u00f6ttliche Wort ruft das ins Dasein, was zuvor nicht existiert hat.<\/span><\/div>\n<div class=\"paragraph mb-5 pt-2.5 text-center xl:mb-[15px]\">\n<div class=\"mb-3 text-start\"><a href=\"https:\/\/images-de.epochtimes.de\/uploads\/2026\/10\/id6092576-The_music_of_the_spheres.webp\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/div>\n<div class=\"inline-block text-start\"><div class=\"group relative cursor-pointer\">\n<div class=\"\"><figure><img alt=\"\" loading=\"lazy\" width=\"700\" height=\"1095\" data-nimg=\"1\" class=\"size-image_700_x wp-image-5637981 mb-[5px] transition-opacity duration-150\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/10\/id6092576-The_music_of_the_spheres-700x1095.71bf8897fc6a695fcd5f608da4b664e8.webp\"><figcaption class=\"cursor-auto\"><p class=\"text-p-5\">Eine italienische Renaissance-Kupferstichdarstellung der Sph\u00e4renharmonie von Guillaume Le Signerre.<\/p>\n<div class=\"mt-[5px]\"><p class=\"text-caption min-w-36 italic\">Foto: gemeinfrei<\/p><\/div><\/figcaption><\/figure><\/div>\n<div class=\"absolute right-1 top-1 m-2 rounded bg-black p-1 text-white opacity-50 transition-opacity duration-150 group-hover:opacity-80\"><\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Diese uralte Verbindung zwischen Klang, Ordnung und Sch\u00f6pfung kann auch erkl\u00e4ren, warum Musik so oft als mehr als blo\u00dfe Unterhaltung angesehen wurde. Die pythagoreische Tradition stellte sich die kosmische Ordnung selbst in musikalischen Begriffen vor \u2013 die ber\u00fchmte \u201eSph\u00e4renmusik\u201c. Harmonie war nicht einfach nur etwas, das die Ohren erfreuen sollte; sie spiegelte die der Realit\u00e4t zugrunde liegenden mathematischen Proportionen wider.<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Musik zu machen bedeutete also in gewisser Weise, die kosmische Ordnung nachzuahmen. Es ist auch nicht irrelevant, dass ein Dichter etymologisch gesehen ein \u201eSch\u00f6pfer\u201c ist: Das griechische \u201epoietes\u201c leitet sich von \u201epoiein\u201c ab, was \u201emachen\u201c oder \u201eerschaffen\u201c bedeutet. Die Poesie selbst ist somit sprachlich in der Vorstellung verwurzelt, etwas zu erschaffen, das zuvor nicht existierte.<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Vielleicht ist das der Grund, warum die entgegengesetzte M\u00f6glichkeit so beunruhigend ist. Wenn harmonischer Klang f\u00fcr Sch\u00f6pfung und Ordnung steht, k\u00f6nnte Dissonanz auf Aufl\u00f6sung und Verfall hindeuten.<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Als ich das Gedicht \u201eApollon baut Troja mit seiner Leier\u201c schrieb, f\u00fcgte ich der antiken Geschichte bewusst einen modernen Schatten hinzu. Apollon sieht zu, wie T\u00fcrme fast augenblicklich emporragen: \u201eWie lange? H\u00f6chstens 9 oder 11 Minuten? Wer wei\u00df das schon genau?\u201c<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Dies ist eine Anspielung auf den 11. September 2001 und auf T\u00fcrme, die nicht nur emporragten, sondern letztendlich einst\u00fcrzten. Am Ende des Gedichts \u00fcberw\u00e4ltigt Apollons prophetische Vision f\u00fcr einen Moment seine Zufriedenheit \u00fcber das Geschaffene, und er vergie\u00dft eine einzelne Tr\u00e4ne. Der Gott, der bauen kann, wei\u00df, dass das Gebaute auch wieder zerst\u00f6rt werden kann.<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Vielleicht sprechen uns diese alten Geschichten deshalb noch immer an. Die Zivilisation selbst ist eine Art Bauwerk. Sie erfordert Ordnung, Proportionen und Harmonie. Es braucht Generationen, um sie aufzubauen, und manchmal erstaunlich wenig Zeit, um sie zu zerst\u00f6ren.<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Amphion spielt, und die Steine f\u00fcgen sich zusammen; die Trompeten ert\u00f6nen bei Jericho, und die Steine fallen.<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Zwischen diesen beiden Bildern liegt eine der \u00e4ltesten Vorahnungen der Menschheit: Die Welt wird nicht allein von Materie und Kraft geformt. Auch Worte, Musik, Bedeutung und Harmonie haben Konsequenzen.<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-weight:400\">Vielleicht ist das die uralte Weisheit, die wir vergessen haben: Bevor die Steine emporragen oder fallen, gibt es das Wort, die Musik, die Idee \u2013 die unsichtbare Ordnung, die die Welt, in der wir leben, erschafft oder zerst\u00f6rt.<\/span><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><em>Dieser Artikel erschien im Original auf <a href=\"https:\/\/www.theepochtimes.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">theepochtimes.com<\/a> unter dem Titel <a href=\"https:\/\/www.theepochtimes.com\/bright\/can-sound-move-stones-the-ancient-mystery-of-building-with-music-6092569\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eCan Sound Move Stones? The Ancient Mystery of Building With Music\u201c<\/a>. (redaktionelle Bearbeitung: ee)<\/em><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":61588,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2113,7259,7198],"tags":[18053,18054,18055,18056,18057,18058,18059,18060,18061,17407],"news-destination":[],"news-source":[7],"ta_other":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61587"}],"collection":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61587"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61587\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":61589,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61587\/revisions\/61589"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/61588"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61587"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61587"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61587"},{"taxonomy":"news-destination","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-destination?post=61587"},{"taxonomy":"news-source","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-source?post=61587"},{"taxonomy":"ta_other","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/ta_other?post=61587"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}