{"id":60349,"date":"2026-10-21T13:32:04","date_gmt":"2026-10-21T12:32:04","guid":{"rendered":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/?p=60349"},"modified":"2026-10-21T13:32:04","modified_gmt":"2026-10-21T12:32:04","slug":"in-die-ewigkeit-gehen-alice-schwarzer-stellt-emma-nach-50-jahren-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/2026\/10\/21\/in-die-ewigkeit-gehen-alice-schwarzer-stellt-emma-nach-50-jahren-ein\/","title":{"rendered":"\u201eIn die Ewigkeit gehen\u201c: Alice Schwarzer stellt \u201eEmma\u201c nach 50 Jahren ein"},"content":{"rendered":"<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Alice Schwarzer (83) stellt nach 50 Jahren ihr feministisches Magazin \u201eEmma\u201c ein. Die Ausgabe vom 8. Dezember werde die letzte sein, teilte die Frauenrechtlerin der Deutschen Presse-Agentur in K\u00f6ln mit. Wirtschaftliche Gr\u00fcnde seien dabei nicht ausschlaggebend. \u201eSicher, auch unsere Auflage sinkt. Aber unsere Einnahmen decken immer noch die Ausgaben\u201c, versicherte Schwarzer in einer Erkl\u00e4rung. \u201eNein, wir gehen, weil wir meinen: Es reicht!\u201c<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">\u201eEmma\u201c habe \u00fcber drei Generationen hinweg die Stellung gehalten und \u201egegen so manchen Unsinn im Namen des Feminismus\u201c Position bezogen. \u201eAlso gestattet: Jetzt sind wir ermattet.\u201c<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">\u201eEmma\u201c sollte Gegengewicht zu \u201eM\u00e4nnermedien\u201c sein<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Schwarzer gilt als Deutschlands bekannteste Feministin. Die von ihr gegr\u00fcndete \u201eEmma\u201c erschien am 26. Januar 1977 zum ersten Mal. Ihr Motiv dabei beschreibt Schwarzer heute so: \u201eEs war die Frauenfeindlichkeit der von uns Feministinnen so genannten \u201eM\u00e4nnermedien\u201c, die mich zu dem Schluss kommen lie\u00df, dass wir Journalistinnen ein eigenes Magazin, eine eigene Stimme haben m\u00fcssten.\u201c<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Seit Beginn des Ukrainekriegs 2022 hat sich Schwarzer, teils zusammen mit Sahra Wagenknecht, immer wieder f\u00fcr schnelle Friedensverhandlungen mit Russland ausgesprochen. Kritiker werfen ihr vor, sie verliere aus dem Blick, wer in diesem Krieg der Aggressor und wer das angegriffene Land sei. 2024 r\u00e4umte sie ein, dass ihre Haltung zum Ukrainekrieg auch Folgen f\u00fcr die Abonnentinnenzahl der \u201eEmma\u201c habe. Zwar habe es \u201ef\u00fcr Emmas Friedenskurs\u201c 2023 viel Zustimmung von den Leserinnen gegeben. \u201eAber immerhin jede f\u00fcnfte Leserin hat aus Protest ihr Abonnement gek\u00fcndigt. Das soll weh tun \u2013 und tut es auch. Warum tun Leserinnen das bei einem Magazin, das vom Abo lebt?\u201c Sie werde sich davon aber nicht einsch\u00fcchtern lassen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Proteste zog Schwarzer auch mit ihrer Haltung zu Transpersonen auf sich. 2023 forderten 33 Autorinnen und K\u00fcnstler die Absage einer Veranstaltung mit ihr beim Literarischen Herbst in Leipzig, weil sie immer wieder durch \u201etransfeindliche, rassistische und misogyne Aussagen und Publikationen\u201c auffalle. Schwarzer reagierte emp\u00f6rt, sie habe Transsexuelle noch nie angegriffen, versicherte sie der dpa. \u201eWas ich allerdings kritisch sehe, ist die neue Transideologie, die das Recht auf den Personenstandswechsel ab dem 14. Lebensjahr und auf gef\u00e4hrliche Hormonbehandlungen und Operationen f\u00fcr alle fordert.\u201c Es m\u00fcsse m\u00f6glich sein, diese Meinung zu vertreten, ohne gleich aus dem \u00f6ffentlichen Diskurs ausgeschlossen zu werden.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Schwarzer gab das Heft nie aus der Hand<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Immer mal wieder kam auch die Frage auf, ob Schwarzer die Leitung der im Zweimonatsrhythmus erscheinenden \u201eEmma\u201c nicht in j\u00fcngere H\u00e4nde geben m\u00fcsse. 2008 \u00fcbernahm tats\u00e4chlich die Journalistin Lisa Ortgies die Chefredaktion, doch schon nach kurzer Zeit kam es zum Zerw\u00fcrfnis, und Schwarzer nahm das Heft wieder selbst in die Hand.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">In der am 27. Oktober erscheinenden vorletzten \u201eEmma\u201c-Ausgabe versichert Schwarzer, sie habe im Laufe der Zeit durchaus versucht, \u201eweitere Kolleginnen in unserem Geiste\u201c zu finden, immer wieder auch eine potenzielle Chefredakteurin. Es gebe auch Journalistinnen, die daf\u00fcr infrage gekommen w\u00e4ren, doch h\u00e4tten diese Kolleginnen andere Medien bevorzugt. Begr\u00fcndung: \u201eDa weht der Wind von au\u00dfen nicht ganz so rau.\u201c<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Anfangs befand sich die \u201eEmma\u201c-Redaktion am Kolpingplatz direkt in der K\u00f6lner Innenstadt. An Weiberfastnacht ging die Redaktion immer geschlossen auf dem Alter Markt Karneval feiern. Sp\u00e4ter zog die Redaktion in den mittelalterlichen Bayenturm im K\u00f6lner Rheinauhafen um. Hier arbeitete Schwarzer unter einem Bild der franz\u00f6sischen Philosophin und Frauenrechtlerin Simone de Beauvoir, die ihr in den 60er Jahren den Weg gewiesen hatte.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Heute sei vielfach kaum noch bekannt, was Frauen damals alles durchlitten und sich dann m\u00fchsam erk\u00e4mpft h\u00e4tten, ist Schwarzers Ansicht. In Vergessenheit geraten sei auf der anderen Seite aber auch, wie frei Frauen damals gewesen seien: \u201eDas waren Jahre des Aufbruchs, des \u00dcbermuts! Wir haben ja nicht nur gek\u00e4mpft, wir haben auch gefeiert und getanzt. Und: Wir hatten wenig Zw\u00e4nge. Wir hatten kein Instagram und haben kein Botox gespritzt. Das ist oft schwer zu vermitteln.\u201c<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">2017 hatte Schwarzer die Zukunft von \u201eEmma\u201c beim 40-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um noch optimistisch eingesch\u00e4tzt. Feministische Themen seien heute wieder gefragter als vor zehn Jahren, sagte sie der dpa.\u00a0\u201eMan hat in den 90ern geglaubt, man h\u00e4tte\u00a0schon alles erreicht. Und jetzt sehen wir: So schnell geht das nicht.\u201c<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">\u201eEmma\u201c geht jetzt \u201ein die Ewigkeit\u201c<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Nun betont Schwarzer, dass \u201eEmma\u201c Deutschland in einem halben Jahrhundert ein St\u00fcck ver\u00e4ndert habe. Zwei von vielen Themen, \u00fcber die das Magazin lange \u201equasi alleine\u201c berichtet habe, seien der sexuelle Missbrauch von Kindern und der Islamismus gewesen. Bei diesen Themen sei \u201eEmma\u201c schon 1978 beziehungsweise 1979 eingestiegen, lange vor den anderen. \u201eAuf zahlreiche weitere Themen \u2013 wie zum Beispiel das Ehegattensplitting, der Brustkrebs oder die Genitalverst\u00fcmmelung \u2013 wurden die Medien oft erst aufmerksam durch die Ver\u00f6ffentlichungen in \u201eEmma\u201c.\u201c<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Zuletzt sei \u201eEmma\u201c das \u201eweltweit letzte und einzige professionelle Publikumsmagazin am Kiosk in Feministinnenhand\u201c gewesen. Ein kleiner Trost: Das \u201eEmma\u201c-Archiv mitsamt Kisten und Kartons, Korrespondenzen und Kampagnen werde vollst\u00e4ndig in den Bestand des Deutschen Literaturarchivs Marbach aufgenommen und dort Interessierten erschlossen. Damit werde \u201eEmma\u201c letztlich \u201ein die Ewigkeit gehen\u201c. (dpa\/red)<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":60350,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[134,7198],"tags":[29,212,95,487,831],"news-destination":[],"news-source":[7],"ta_other":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60349"}],"collection":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=60349"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60349\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":60351,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60349\/revisions\/60351"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/60350"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=60349"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=60349"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=60349"},{"taxonomy":"news-destination","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-destination?post=60349"},{"taxonomy":"news-source","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-source?post=60349"},{"taxonomy":"ta_other","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/ta_other?post=60349"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}