{"id":60180,"date":"2026-10-20T18:32:46","date_gmt":"2026-10-20T17:32:46","guid":{"rendered":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/?p=60180"},"modified":"2026-10-20T18:32:46","modified_gmt":"2026-10-20T17:32:46","slug":"zitelmann-wir-sehen-jetzt-in-frankreich-das-was-wir-in-einigen-jahren-in-deutschland-erleben-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/2026\/10\/20\/zitelmann-wir-sehen-jetzt-in-frankreich-das-was-wir-in-einigen-jahren-in-deutschland-erleben-werden\/","title":{"rendered":"Zitelmann: \u201eWir sehen jetzt in Frankreich das, was wir in einigen Jahren in Deutschland erleben werden\u201c"},"content":{"rendered":"<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Brennende Autos, gepl\u00fcnderte L\u00e4den, demolierte Geb\u00e4ude, Stra\u00dfenschlachten mit der Polizei \u2013 was als Sch\u00fclerprotest begann, ist zum Teil in Gewaltexzesse ausgeartet, an denen sich Anarchisten, Linksextreme und migrantische Gruppen beteiligen. Dar\u00fcber sprach Epoch Times mit dem Historiker und Soziologen Dr. Dr. Rainer Zitelmann.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>In Frankreich haben sich aus Sch\u00fclerprotesten landesweite Ausschreitungen mit Pl\u00fcnderungen entwickelt, hinter denen laut Regierung und Polizei ein Zweckb\u00fcndnis aus kommunistischen Organisationen, radikalen Linken und migrantischen Gruppen aus den Vororten steht. Was treibt diese Gruppen an?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die urspr\u00fcnglichen Sch\u00fclerproteste gegen schlechte Schulbedingungen werden inzwischen von zahlreichen politischen Organisationen unterst\u00fctzt und f\u00fcr ganz andere Ziele genutzt. Recherchen haben 54 beteiligte oder unterst\u00fctzende Organisationen identifiziert, darunter die Franz\u00f6sische Kommunistische Partei (PCF), die linksextreme Partei La France Insoumise (LFI), die trotzkistischen Gruppen R\u00e9volution Permanente und die Neue Antikapitalistische Partei (NPA) sowie die Gewerkschaft CGT. Von den 54 Organisationen sind lediglich 16 Sch\u00fcler- oder Jugendgruppen. Es ist ein B\u00fcndnis von Antikapitalisten und Islamisten, denen es um den Sturz des Kapitalismus geht, nicht um die Schulfragen. Als neues \u201erevolution\u00e4res Subjekt\u201c haben die Linksextremen Migranten entdeckt, besonders aus dem arabischen Raum.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Sind die jetzigen Ausschreitungen noch mit einer Unzufriedenheit \u00fcber die eigene Lebenssituation und dem Wunsch nach Reformen zu erkl\u00e4ren?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Verh\u00e4ltnisse in Frankreich schreien nach Protesten. Aber diese sollten sich besser gegen den Sozialismus richten, denn die Staatsquote in Frankreich betr\u00e4gt 57,2 Prozent (2025) und geh\u00f6rt damit zu den h\u00f6chsten in Europa. Hinzu kommt eine Staatsverschuldung von 115,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts \u2013 ein Ergebnis jahrzehntelanger staatlicher Ausgabenpolitik und Verschwendung von Steuergeldern. Das Problem: Das Versagen des Staates wird als Versagen des Kapitalismus geframt. Hinzu kommt, dass in Frankreich der Sozialneid so gro\u00df ist wie in kaum einem anderen Land. Eine <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/full\/10.1111\/ecaf.12633\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Befragung<\/a>, die ich bei Ipsos MORI beauftragt habe, ergab, dass in keinem der untersuchten L\u00e4nder der Sozialneid gegen Reiche so gro\u00df ist wie in Frankreich (Deutschland war an zweiter Stelle). Dieser Hass gegen Reiche entl\u00e4dt sich in den Pl\u00fcnderungen und Brandschatzungen in Luxusgesch\u00e4ften.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>In Marseille drangen Randalierer in das Rathaus ein und riefen laut Agenturberichten in Anspielung auf die Franz\u00f6sische Revolution von 1789: \u201eEs ist Revolution! Wir st\u00fcrmen die Bastille.\u201c Sehen Sie in den aktuellen Ereignissen Parallelen zur Franz\u00f6sischen Revolution und den Mobs aus radikalen Revolution\u00e4ren, die damals Paris auspl\u00fcnderten und die Stadt verw\u00fcsteten?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Franz\u00f6sische Revolution von 1789 begann mit gro\u00dfen Ideen, die auch aus liberaler Sicht zu begr\u00fc\u00dfen sind: Freiheit, Gleichheit vor dem Gesetz, Abschaffung feudaler Privilegien und Schutz des Eigentums. Die Erkl\u00e4rung der Menschen- und B\u00fcrgerrechte von 1789 war ein historischer Fortschritt. Doch unter den Jakobinern unter Robespierre wurde aus dem Versprechen der Freiheit eine Schreckensherrschaft mit politischen S\u00e4uberungen, Massenhinrichtungen und der systematischen Verfolgung Andersdenkender. An letztere Tradition k\u00f6nnen die linksextremen Kr\u00e4fte in Frankreich mit ihrer Gewalt in der Tat ankn\u00fcpfen, mit den ersteren haben sie nichts zu tun.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Mittlerweile gibt es auch in Deutschland aus linken Kreisen Aufrufe, die Proteste nach Deutschland in 21 St\u00e4dte zu tragen. Warum k\u00f6nnen kommunistische oder sozialistische Ideen gerade in der heutigen Zeit an Attraktivit\u00e4t gewinnen und wie hoch sch\u00e4tzen Sie das Risiko ein, dass sich die Ausschreitungen auch nach Deutschland verlagern k\u00f6nnten?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Partei Die Linke begr\u00fc\u00dft ausdr\u00fccklich die sogenannten Proteste und zeigt damit, dass sie eine extremistische, gewaltverherrlichende und gewaltbereite Partei ist. Das B\u00fcndnis mit Islamisten und die Mobilisierung von Migranten war ja auch das Rezept der Linken Partei in Berlin, nur dass sie ihre Ziele zun\u00e4chst mit Wahlen erreichen will, allerdings stets unterst\u00fctzt von den gewaltt\u00e4tigen Schl\u00e4gertrupps der sogenannten Antifa. Ich f\u00fcrchte, wir sehen derzeit in Frankreich, Belgien und Mailand Deutschlands Zukunft. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen \u00fcber Auswanderung nachdenken.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Als ich vor acht Jahren in meinem Buch \u201eKapitalismus ist nicht das Problem, sondern die L\u00f6sung\u201c vor einer Renaissance des Sozialismus warnte, meinten viele Kritiker, ich s\u00e4he Gespenster, der Sozialismus sei mausetot, ich fechte die K\u00e4mpfe des Kalten Krieges noch einmal neu aus. Leider behielt ich mit meinen Warnungen Recht. In der Weltmetropole des Kapitalismus, New York, wurde ein Marxist als B\u00fcrgermeister gew\u00e4hlt, in Berlin wurde die ehemalige SED, die sich heute Linke nennt, zur st\u00e4rksten Partei. Ende der 80er- und in den 90er-Jahren sahen die Menschen, dass der Sozialismus gescheitert ist. Eine junge Generation wei\u00df davon nichts, weil sie in den Schulen kaum etwas davon h\u00f6rt. Ich habe in den letzten Jahren Vortr\u00e4ge in \u00fcber 30 L\u00e4ndern gehalten und \u00fcberall gefragt, wer etwas in der Schule vom gr\u00f6\u00dften sozialistischen Experiment der Geschichte geh\u00f6rt hat, Maos \u201eGro\u00dfem Sprung nach vorne\u201c, bei dem 45 Millionen Menschen starben. Wo auch immer ich sprach, ob in Seoul oder New York, in Madrid oder Warschau, in Mailand oder Santiago de Chile: Fast keiner meldete sich, kaum jemand hatte davon geh\u00f6rt.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Zu Ihrer Frage, ob sich die Ausschreitungen nach Deutschland verlagern k\u00f6nnen: Ich denke nicht, dass dies jetzt im gro\u00dfen Ma\u00dfstab passiert, obwohl einige Leute, vor allem Die Linke, sich dies sehr w\u00fcnschen. Aber ich f\u00fcrchte, wir sehen jetzt in Frankreich das, was wir in einigen Jahren in Deutschland erleben werden.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><em>Das Interview f\u00fchrte Erik Rusch.<\/em><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":60181,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[132,7737,7198],"tags":[17827,335,5637,438,298,766,216,11199,8861,17245,6790],"news-destination":[],"news-source":[7],"ta_other":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60180"}],"collection":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=60180"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60180\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":60182,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60180\/revisions\/60182"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/60181"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=60180"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=60180"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=60180"},{"taxonomy":"news-destination","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-destination?post=60180"},{"taxonomy":"news-source","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-source?post=60180"},{"taxonomy":"ta_other","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/ta_other?post=60180"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}