{"id":59330,"date":"2026-10-17T11:34:20","date_gmt":"2026-10-17T10:34:20","guid":{"rendered":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/?p=59330"},"modified":"2026-10-17T11:34:20","modified_gmt":"2026-10-17T10:34:20","slug":"ex-bmw-kommunikationschef-woran-krankt-die-deutsche-autobranche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/2026\/10\/17\/ex-bmw-kommunikationschef-woran-krankt-die-deutsche-autobranche\/","title":{"rendered":"Ex-BMW-Kommunikationschef: Woran krankt die deutsche Autobranche?"},"content":{"rendered":"<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Angesichts sinkender Absatzzahlen und einer schwindenden Wettbewerbsf\u00e4higkeit steht die deutsche Automobilindustrie vor gro\u00dfen Herausforderungen. Innovative US-Marken wie Tesla sowie eine neue Welle g\u00fcnstiger chinesischer E-Autos bedrohen ihre Spitzenposition.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Wie kann sich die deutsche Automobilwirtschaft in diesem internationalen Wettbewerb behaupten? Dar\u00fcber sprach Epoch Times mit Richard Gaul, dem ehemaligen Kommunikationschef von BMW.<\/div>\n<div class=\"mb-5\">\n<iframe loading=\"lazy\" class=\"optanon-category-C0004 embed-responsive-item\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/WwrFM-pN7Po?feature=oembed\" height=\"281\" width=\"100%\"><\/iframe><div class=\"gdpr-info-box js-data-gdpr-not-available-placeholder\"><div class=\"my-4 p-3\" style=\"background-color:#f0a8a8\">\n<p style=\"font-size:18px;line-height:29px\">An dieser Stelle wird ein Video von Youtube angezeigt. 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Was Musk jetzt vorgestellt hat, ist toll f\u00fcr den Zirkus, aber nat\u00fcrlich v\u00f6llig sinnlos f\u00fcr ein normales Auto und den \u00f6ffentlichen Verkehr.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Es wird wahrscheinlich auch nie eine Zulassung f\u00fcr diese Luftnummer geben. Richtig ist, dass wir in der Automobilindustrie einen Innovationswettlauf haben. Ich sehe die deutsche Automobilindustrie dabei auf einem sehr guten Platz unter den ersten drei. Allerdings gibt es in Deutschland ein Problem mit den Arbeitskosten, den Umweltkosten und vor allem den Energiekosten. Deshalb produzieren die deutschen Automobilhersteller inzwischen mehr als die H\u00e4lfte ihrer Autos nicht mehr in Deutschland, sondern an anderen Standorten, bis hin zu China und den USA.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5>Im Innovationsranking des Center of Automotive Management liegen VW und Mercedes-Benz jetzt erstmals hinter einem chinesischen Hersteller auf den Pl\u00e4tzen zwei und drei. Insgesamt sind drei chinesische Konzerne unter den ersten sechs. Was macht die Chinesen so stark?<\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Chinesen hatten den Vorteil, mit komplett neu errichteten Autowerken anfangen zu k\u00f6nnen. Die Chinesen haben irgendwann gesagt: \u201eWir machen gar nicht erst den Wettbewerb um die Verbrenner mit. Wir bauen auch Verbrenner, aber nur welche, die halbwegs wettbewerbsf\u00e4hig sind und billiger. Wir stecken hingegen unser gesamtes innovatives Know-how in E-Autos.\u201c<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Deshalb konnten sie mit ihren Werken schneller durchstarten. Das ist jetzt jedoch vorbei. Die Automobilindustrie in China ist jetzt eine normale Industrie, die die normalen Regeln erf\u00fcllt. Die Kosten werden steigen und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit oder der Kostenvorsprung, den die Chinesen haben, wird schrumpfen.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Warum haben dann die EU-Kommission und auch viele europ\u00e4ische Staaten Angst vor chinesischen E-Autos?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Chinesen machen mit ihren E-Autos alle keine Gewinne. Die Deutschen hingegen erzielen mit ihren E-Autos Gewinne. Die chinesische Automobilindustrie hat inzwischen \u00dcberkapazit\u00e4ten. Sie subventioniert ihre Automobilexporte sehr stark, sodass die Fahrzeuge im internationalen Wettbewerb preislich zumeist g\u00fcnstiger sind als die ausl\u00e4ndischen. Diese Subventionen erm\u00f6glichen es ihr \u00fcberhaupt erst, Autos zu verkaufen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Wir d\u00fcrfen nie vergessen: China steckt in einer existenziellen Wirtschaftskrise. Zudem gibt es eine hohe Verschuldung. Dort verkaufen sich Autos im Moment schwierig. US-Pr\u00e4sident Donald Trump sch\u00fctzt den US-Markt gegen chinesische E-Autos. Als einziger gro\u00dfer Markt, in dem der \u00dcberschuss angeboten werden kann, bleibt dann nur der deutsche beziehungsweise europ\u00e4ische.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Wie sollte Deutschland beziehungsweise die EU damit umgehen?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Wenn es sich um subventionierte Preise handelt, hat die EU die M\u00f6glichkeit, diese durch Z\u00f6lle k\u00fcnstlich zu erh\u00f6hen, um den Subventionsvorteil auszugleichen und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Deutschen beziehungsweise Europ\u00e4er wiederherzustellen. Die deutsche Automobilindustrie baut nach der chinesischen die meisten E-Autos weltweit. Die deutschen Automobilhersteller k\u00f6nnen ihre E-Autos weltweit zu akzeptablen Preisen verkaufen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Das Problem ist jedoch, dass die Deutschen kaum Billigautos, also Autos unter 20.000 Euro, bauen. Das ist vom Standort her auch kaum m\u00f6glich. Die Chinesen haben diesen Markt inzwischen gr\u00f6\u00dftenteils \u00fcbernommen. Die Deutschen m\u00fcssen sich daher auf die teureren Autos konzentrieren. Das funktioniert jedoch nur, wenn diese besser sind.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Was wird das Erfolgsrezept f\u00fcr die deutsche Automobilindustrie sein? Worauf soll sie sich konzentrieren?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Innovation ist das eine. Wir m\u00fcssen nicht der Schnellste mit neuer Technik sein, sondern der Beste. Design ist sehr wichtig. Es ist einer der Hauptkaufgr\u00fcnde bei Automobilen. Mit gutem Design k\u00f6nnen Sie mitunter 2.000, 3.000 oder 4.000 Euro mehr erzielen als mit weniger gutem Design. Dabei geht es darum, dass das Design akzeptiert wird. Auch die Markenf\u00fchrung ist wichtig. Das k\u00f6nnen die Deutschen besser als fast alle anderen auf der Welt.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Sie erkennen einen BMW, einen Mercedes oder einen Audi immer sofort. Und das nicht nur an den Logos, sondern auch an den Designmerkmalen. Das ist bei vielen asiatischen Wettbewerbern nicht der Fall. Und Qualit\u00e4t ist entscheidend. Qualit\u00e4t ist f\u00fcr Autok\u00e4ufer sehr wichtig. Der beste Promotor eines Autos ist ein Fahrer, der anderen von seiner Zufriedenheit mit seinem BMW erz\u00e4hlt. Das ist viel \u00fcberzeugender als Werbung oder eine Automobilfachzeitschrift. Die Qualit\u00e4t des Produkts im Dauereinsatz ist ein entscheidender Kaufgrund.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Die deutsche Arbeitskraft geh\u00f6rt im internationalen Vergleich zu den teuersten. Inwiefern spielt dies bei der aktuellen Situation der deutschen Automobilwirtschaft eine Rolle?\u00a0<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Deutschland war schon immer, was die Arbeitskosten angeht, ein teurer Standort. Die Deutschen waren aber bis vor wenigen Jahren auch die Besten. Wenn man das beste Produkt hat, kann man es auch teurer verkaufen. Die Politik m\u00fcsste die Lohnnebenkosten senken. Wenn Sie \u00fcberlegen, welche Sozialkosten vom Arbeitslohn abgezogen werden, dann ist das, was ein Arbeiter netto vom Bruttoverdienst bekommt, schlechter als in fast allen L\u00e4ndern der Welt. Durch geringere Sozialkosten k\u00f6nnte die Wettbewerbsf\u00e4higkeit f\u00fcr die Automobilwirtschaft verbessert werden.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">\n<h5>Zur Person:<\/h5>\n<em>Richard Gaul arbeitete zun\u00e4chst als Journalist, unter anderem als Redakteur beim \u201eK\u00f6lner Stadt-Anzeiger\u201c, bei der \u201eStuttgarter Zeitung\u201c und beim \u201emanager magazin\u201c sowie als stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft bei \u201eDie Zeit\u201c. 1985 wechselte er zur BMW AG und \u00fcbernahm die Leitung der Hauptabteilung Presse. Ab 1989 leitete er den Bereich Konzernkommunikation und Politik der BMW Group und war damit f\u00fcr die weltweite Unternehmenskommunikation sowie die politischen Aktivit\u00e4ten des Konzerns verantwortlich. Ende 2006 schied er aus dem Unternehmen aus. Seit Januar 2007 ist er als selbstst\u00e4ndiger Kommunikations- und Investmentberater t\u00e4tig.<\/em>\n<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><em>Das Interview f\u00fchrte Erik Rusch.<\/em><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":59331,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7737,7198,131],"tags":[1267,7572,1345,520,29,9513,1889,2133,26],"news-destination":[],"news-source":[7],"ta_other":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59330"}],"collection":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=59330"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59330\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":59332,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59330\/revisions\/59332"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/59331"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=59330"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=59330"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=59330"},{"taxonomy":"news-destination","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-destination?post=59330"},{"taxonomy":"news-source","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-source?post=59330"},{"taxonomy":"ta_other","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/ta_other?post=59330"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}