{"id":58874,"date":"2026-10-15T09:44:12","date_gmt":"2026-10-15T08:44:12","guid":{"rendered":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/?p=58874"},"modified":"2026-10-15T09:44:12","modified_gmt":"2026-10-15T08:44:12","slug":"eu-schulden-wachsen-rechnungshof-warnt-vor-steigenden-finanzierungskosten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/2026\/10\/15\/eu-schulden-wachsen-rechnungshof-warnt-vor-steigenden-finanzierungskosten\/","title":{"rendered":"EU-Schulden wachsen: Rechnungshof warnt vor steigenden Finanzierungskosten"},"content":{"rendered":"<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><hr><\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">In K\u00fcrze:<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><ul>\n<li>Der Europ\u00e4ische Rechnungshof warnt vor <strong>wachsenden EU-Schulden und h\u00f6heren Finanzierungskosten<\/strong>.<\/li>\n<li>\n<strong>Steigende Zinsausgaben schr\u00e4nken Deutschlands finanziellen Spielraum ein<\/strong> und k\u00f6nnen auch Unternehmen und Banken belasten.<\/li>\n<li>\n<strong>Eine feste Schulden-Krisengrenze gibt es nicht:<\/strong> Entscheidend sind Wachstum, Zinskosten und die F\u00e4higkeit, Kredite dauerhaft zu bedienen.<\/li>\n<\/ul><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><hr><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">\u00a0<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Europ\u00e4ische Union nimmt immer mehr Schulden auf. Ende 2025 schuldete sie Anlegern 738,9 Milliarden Euro, ein Jahr zuvor waren es 601,3 Milliarden Euro. Bis 2027 k\u00f6nnte der Betrag auf 1 Billion Euro steigen. Das geht aus dem <a href=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/10\/AR-2025_DE.5853e16fef99e8d793e1713c8590b386.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jahresbericht<\/a> des Europ\u00e4ischen Rechnungshofs hervor. Die EU beschafft sich dieses Geld \u00fcber Anleihen: Anleger leihen ihr Geld und erhalten daf\u00fcr Zinsen. Zu vereinbarten Terminen muss die EU die Kredite zur\u00fcckzahlen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Mit diesen Krediten finanziert die EU unterschiedliche Programme, darunter Darlehen zur Unterst\u00fctzung der Ukraine und das w\u00e4hrend der Pandemie aufgelegte Programm SURE zur Absicherung von Kurzarbeit.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Ein Teil dieser Schulden dient der Finanzierung von NextGenerationEU. Mit diesem Programm unterst\u00fctzt die EU die wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Pandemie. Die Mitgliedstaaten erhalten daraus Zusch\u00fcsse, die sie nicht zur\u00fcckzahlen m\u00fcssen. Die EU muss die daf\u00fcr aufgenommenen Kredite selbst zur\u00fcckzahlen und die Zinsen aus ihrem Haushalt bezahlen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Diese Finanzierung wird erheblich teurer als geplant. F\u00fcr den Zeitraum 2021 bis 2027 waren urspr\u00fcnglich 14,9 Milliarden Euro f\u00fcr die Zinszahlungen vorgesehen. Nach den im Rechnungshofbericht genannten Sch\u00e4tzungen k\u00f6nnten die Finanzierungskosten f\u00fcr den Zuschussteil des Programms inzwischen bis zu 28,3 Milliarden Euro erreichen, was fast der doppelte Betrag w\u00e4re.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Deutschland tr\u00e4gt einen Teil dieser Belastung \u00fcber seine Beteiligung am EU-Haushalt. Die <a href=\"https:\/\/www.bundesbank.de\/de\/presse\/pressemitteilungen\/deutsche-staatsschulden-992718\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesbank<\/a> sch\u00e4tzt den deutschen Finanzierungsanteil an den gesamten EU-Schulden f\u00fcr Ende 2025 auf 118 Milliarden Euro. Weitergereichte Kredite, die bereits in nationalen Schuldenst\u00e4nden erscheinen, werden dabei nicht doppelt gez\u00e4hlt.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Wie Deutschland und seine Nachbarn dastehen<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Deutschlands Staatsschulden wuchsen 2025 laut Bundesbank um 144 Milliarden Euro auf 2,84 Billionen Euro. Frankreich kam Ende Juni 2026 laut dem nationalen\u00a0<a href=\"https:\/\/www.insee.fr\/fr\/statistiques\/9053525?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Statistikamt Insee<\/a> auf rund 3,596 Billionen Euro.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">F\u00fcr den Vergleich unterschiedlich gro\u00dfer L\u00e4nder reicht die Kreditsumme allein allerdings nichts dar\u00fcber aus.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Schuldenquote setzt Kredite ins Verh\u00e4ltnis zur j\u00e4hrlichen Wirtschaftsleistung, dem Wert der im Land erzeugten Waren und Dienstleistungen. Sind beide gleich gro\u00df, betr\u00e4gt die Quote 100 Prozent. Das bedeutet nicht, dass die Kredite innerhalb eines Jahres zur\u00fcckgezahlt werden m\u00fcssen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">In einer Auswertung von <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/eurostat\/web\/products-euro-indicators\/w\/2-21072026-ap\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eurostat<\/a> lag Deutschland am Ende des ersten Quartals 2026 bei 64,4 Prozent, Frankreich bei 117,6 Prozent. F\u00fcr alle EU-L\u00e4nder zusammen waren es 82,9 Prozent, f\u00fcr die L\u00e4nder mit dem Euro 88,9 Prozent. Die Statistik z\u00e4hlt dabei nicht nur Schulden der jeweiligen nationalen Regierungen, sondern auch die regionaler und kommunaler Haushalte sowie der Sozialversicherungen. Frankreichs neuer Wert f\u00fcr das zweite Quartal 2026 lag laut Insee bei 119 Prozent.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Auch unter Deutschlands Nachbarn gibt es erhebliche Unterschiede. Belgien erreichte Ende M\u00e4rz 109,1 Prozent, Luxemburg dagegen 29,2 Prozent. Noch h\u00f6her als in Frankreich lagen die Quoten in Griechenland mit 143,5 Prozent und Italien mit 138,9 Prozent. Frankreich hat damit nicht die h\u00f6chste Schuldenquote der EU.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Warum h\u00f6here Zinsen auch B\u00fcrger und Unternehmen betreffen<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Folgen hoher Schulden zeigen sich besonders in der j\u00e4hrlichen Zinsrechnung. Der Bund gab 2025 nach <a href=\"https:\/\/www.bundesfinanzministerium.de\/Monatsberichte\/Ausgabe\/2026\/09\/Inhalte\/Kapitel-5-Statistiken\/5-1-s10-gesamtuebersicht-bundeshaushalt.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Angaben<\/a> des Finanzministeriums 29,9 Milliarden Euro f\u00fcr Zinsen aus. Das entsprach 6,1 Prozent seiner gesamten Ausgaben. Von jeweils 100 Euro im Bundeshaushalt wurden also gut 6 Euro f\u00fcr die Verzinsung fr\u00fcherer Kredite ben\u00f6tigt. Mit diesen Zahlungen wird noch kein Kredit zur\u00fcckgezahlt.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Zu den Zinsen kommt die Tilgung, also die R\u00fcckzahlung des geliehenen Geldes. Staaten zahlen f\u00e4llige Kredite allerdings h\u00e4ufig mit Geld aus neuen Krediten zur\u00fcck. Dadurch sinkt der Schuldenstand nicht; zun\u00e4chst werden nur alte Schulden durch neue ersetzt.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Bundesregierung rechnet in den kommenden Jahren mit einer deutlich h\u00f6heren Belastung. Im <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/21\/073\/2107301.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Finanzplan<\/a> f\u00fcr den Kernhaushalt stehen 30,2 Milliarden Euro Zinsen f\u00fcr 2026, 41,9 Milliarden Euro f\u00fcr 2027 und 80,6 Milliarden Euro f\u00fcr 2030. Es handelt sich um Planwerte. Die Regierung begr\u00fcndet den Anstieg mit zus\u00e4tzlichen Schulden und h\u00f6heren Zinsen. Was der Bund f\u00fcr Zinsen ausgeben muss, steht im Haushalt nicht mehr f\u00fcr andere Aufgaben zur Verf\u00fcgung, die den B\u00fcrgern und Unternehmen zugutekommen, wie Bildung, Infrastruktur oder Wirtschaftsf\u00f6rderung.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">H\u00f6here Zinsen wirken allerdings nicht sofort auf alle Kredite. Hat der Staat Geld f\u00fcr zehn Jahre zu einem festen Zinssatz geliehen, gilt dieser zun\u00e4chst weiter. Teurer wird es, wenn ein Kredit ausl\u00e4uft und durch einen neuen ersetzt wird. Ein einfaches Rechenbeispiel: Bei 100 Milliarden Euro Schulden kostet 1 Prozent Zins j\u00e4hrlich 1 Milliarde Euro. Bei 4 Prozent sind es 4 Milliarden. Allein f\u00fcr diese Kreditsumme w\u00fcrden dann jedes Jahr 3 Milliarden Euro zus\u00e4tzlich ben\u00f6tigt.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Frankreich muss ebenfalls mehr Geld aufbringen. Die nationale Finanzagentur <a href=\"https:\/\/www.aft.gouv.fr\/fr\/budget-etat\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Agence France Tr\u00e9sor<\/a>, eine Beh\u00f6rde des Finanzministeriums, erwartet f\u00fcr den Haushalt des Zentralstaats 2026 eine Zinskosten von 62,6 Milliarden Euro und 2027 von 72,9 Milliarden Euro.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Der durchschnittliche Zins neuer mittel- und langfristiger Anleihen lag bis Ende September bei 3,55 Prozent, gegen\u00fcber 3,14 Prozent im Vorjahr. Zugleich meldete die Beh\u00f6rde weiterhin mehr Nachfrage nach den Papieren, als sie anbot. Frankreich kann sich demnach weiter Geld beschaffen, muss daf\u00fcr aber h\u00f6here Kosten einplanen.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Was die USA und die Schweiz unterscheidet<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die USA haben das am 30. September abgeschlossene Haushaltsjahr 2026 nach einer vorl\u00e4ufigen Sch\u00e4tzung des amerikanischen Haushaltsamts CBO mit einem Defizit von knapp 2 Billionen Dollar beendet. Die Ausgaben lagen damit um diesen Betrag \u00fcber den Einnahmen. Die Zinsausgaben nach Abzug entsprechender Einnahmen erreichten rund 1,14 Billionen Dollar, etwa 115 Milliarden Dollar mehr als im Vorjahr. Das CBO f\u00fchrt den Anstieg auf den h\u00f6heren Schuldenstand und h\u00f6here langfristige Zinsen zur\u00fcck.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">In seiner <a href=\"https:\/\/www.cbo.gov\/publication\/62105?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prognose<\/a> vom Februar 2026 erwartete das CBO, dass die von Anlegern gehaltenen Bundesschulden Ende 2026 rund 101 Prozent der j\u00e4hrlichen Wirtschaftsleistung erreichen und bis 2036 auf 120 Prozent steigen. Der aktuelle Monatsbericht enth\u00e4lt keine neue Schuldenquote.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die amerikanische Angabe betrifft nur einen Teil der Schulden der Bundesregierung. Die europ\u00e4ische Statistik z\u00e4hlt dagegen auch die Schulden von L\u00e4ndern, Gemeinden und Sozialversicherungen mit; die Werte sind deshalb nicht direkt vergleichbar.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Schweiz weist eine andere Haushaltslage auf. Die Eidgen\u00f6ssische Finanzverwaltung <a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/de\/newnsb\/FD9VyVJQwc8iB0nfJOL8f\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">erwartete<\/a> im August f\u00fcr das Jahr 2025 einen \u00dcberschuss aller \u00f6ffentlichen Haushalte von rund 4 Milliarden Franken (4,29 Milliarden Euro). Die Schulden wurden auf 40,7 Prozent der Wirtschaftsleistung gesch\u00e4tzt.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Schweizer Zahl umfasst zus\u00e4tzlich etwa <a href=\"https:\/\/www.efv.admin.ch\/dam\/de\/sd-web\/ga-UaT4b-h22\/fs-methoden-d.pdf#page=68\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">offene Rechnungen<\/a> staatlicher Stellen. Solche Verpflichtungen werden bei der \u00fcblichen EU-Schuldenquote nicht mitberechnet. Zudem werden gehandelte Staatsanleihen nach ihrem <a href=\"https:\/\/www.efv.admin.ch\/de\/was-ist-die-finanzstatistik\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">aktuellen Marktwert<\/a> statt nach ihrem Nennwert bewertet, also nach ihrem Handelspreis statt dem Betrag, den der Staat zur\u00fcckzahlen muss. Deshalb lassen sich die Quoten nicht direkt vergleichen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die <a href=\"https:\/\/www.efv.admin.ch\/de\/schuldenbremse-bundes\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schweizer Schuldenbremse<\/a> soll verhindern, dass sich dauerhafte L\u00fccken im Bundeshaushalt bilden. Sie richtet die ordentlichen Ausgaben an den Einnahmen aus, ber\u00fccksichtigt aber die Wirtschaftslage. In schlechten Zeiten sind begrenzte Defizite erlaubt. In guten Zeiten m\u00fcssen \u00dcbersch\u00fcsse erzielt werden. F\u00fcr au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen gibt es Ausnahmen. So soll der Staat Krisen auffangen, ohne dauerhaft neue Kredite zu ben\u00f6tigen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Auch Deutschland hat eine Schuldenbremse. Sie erlaubt dem Bund grunds\u00e4tzlich neue Schulden von j\u00e4hrlich bis zu 0,35 Prozent der Wirtschaftsleistung, wobei konjunkturelle Schwankungen ber\u00fccksichtigt werden. In au\u00dfergew\u00f6hnlichen Notlagen sind zus\u00e4tzliche Kredite m\u00f6glich.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Seit einer Grundgesetz\u00e4nderung von Anfang 2025 gelten au\u00dferdem weitreichende Ausnahmen f\u00fcr Verteidigungs- und Sicherheitsausgaben oberhalb von 1 Prozent der Wirtschaftsleistung. Auch f\u00fcr den zus\u00e4tzlichen Finanzierungstopf f\u00fcr Infrastruktur und Klimaneutralit\u00e4t sind bis zu 500 Milliarden Euro au\u00dferhalb dieser Grenze m\u00f6glich. Die deutsche Regel begrenzt damit die Neuverschuldung, verlangt aber keinen j\u00e4hrlichen Schuldenabbau.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Warum mehr Schulden nicht automatisch mehr Geld bedeuten<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Mehr Staatsschulden bedeuten nicht automatisch, dass mehr Geld im Umlauf ist. Kauft ein Anleger eine Staatsanleihe mit vorhandenem Guthaben, entsteht durch den Kauf allein kein neues Geld. Er tauscht sein Guthaben gegen einen Anspruch auf Zinsen und sp\u00e4tere R\u00fcckzahlung. Der Staat erh\u00e4lt Geld, mit dem er seine Ausgaben finanzieren kann.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Anders funktioniert die Kreditvergabe einer Bank. Gew\u00e4hrt sie etwa einem Unternehmen einen Kredit und schreibt den Betrag auf dessen Konto gut, entsteht ein neues Bankguthaben. Die Bank reicht dabei nicht zuvor eingesammelte Spareinlagen weiter, wie die <a href=\"https:\/\/www.bundesbank.de\/de\/aufgaben\/themen\/wie-geld-entsteht-665288?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesbank<\/a> erl\u00e4utert. Grenzen setzten unter anderem Vorschriften, die Finanzierungskosten der Bank und die Nachfrage nach Krediten. Auch Kredite an Unternehmen und Privatpersonen k\u00f6nnten daher die Geldmenge vergr\u00f6\u00dfern.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die <a href=\"https:\/\/www.ecb.europa.eu\/stats\/money_credit_banking\/monetary_aggregates\/html\/index.de.html?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Europ\u00e4ische Zentralbank<\/a> (EZB) erfasst die Geldmenge unter anderem mit den Gr\u00f6\u00dfen M2 und M3. M2 umfasst Bargeld, jederzeit verf\u00fcgbare Kontoguthaben sowie bestimmte Spar- und Termineinlagen. M3 z\u00e4hlt zus\u00e4tzlich etwa Anteile an Geldmarktfonds mit. Die Bezeichnungen stehen also f\u00fcr unterschiedlich weit gefasste Geldbest\u00e4nde. Sie sagen nicht aus, wie hoch ein Staat verschuldet ist.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Auch wenn eine Zentralbank Staatsanleihen kauft, w\u00e4chst die Geldmenge nicht immer im gleichen Umfang. Kauft sie einem privaten Anleger eine Anleihe ab, kann dessen Bankguthaben steigen. Verkauft dagegen eine Bank, erh\u00e4lt diese zun\u00e4chst ein Guthaben bei der Zentralbank. Dieses steht einem Verbraucher nicht unmittelbar zum Einkaufen zur Verf\u00fcgung. Deshalb sind Zentralbankgeld und das Geld auf privaten Konten zu unterscheiden.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">F\u00fcr die Preise kommt es darauf an, was mit zus\u00e4tzlichem Geld geschieht. Wird es gespart, entsteht daraus zun\u00e4chst keine zus\u00e4tzliche Nachfrage nach Waren. Wird dagegen mehr ausgegeben, ohne dass das Angebot entsprechend wachsen kann, k\u00f6nnen die Preise steigen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die <a href=\"https:\/\/www.ecb.europa.eu\/press\/key\/date\/2023\/html\/ecb.sp230925_1~7ad8ef22e2.en.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EZB<\/a> betrachtet die Geldmengenentwicklung deshalb als Hinweis auf Inflationsrisiken. Aus einem h\u00f6heren Schuldenstand allein l\u00e4sst sich jedoch keine bestimmte Inflationsrate ableiten.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Ab wann werden Schulden gef\u00e4hrlich?<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Eine feste Krisengrenze gibt es nicht. Die <a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/de\/policies\/excessive-deficit-procedure\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EU-Vertr\u00e4ge<\/a> nennen zwar 60 Prozent der Wirtschaftsleistung f\u00fcr den Schuldenstand und 3 Prozent f\u00fcr das j\u00e4hrliche Defizit. Wer diese Werte \u00fcberschreitet, wird jedoch nicht automatisch zahlungsunf\u00e4hig. F\u00fcr solche F\u00e4lle sieht die EU ein Defizitverfahren vor. Das schlie\u00dft einen Bericht der Kommission und m\u00f6gliche Geldbu\u00dfen ein.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Der Internationale W\u00e4hrungsfonds (IWF) pr\u00fcft zudem, ob ein Staat seine Schulden dauerhaft bedienen kann. Dabei darf die Rechnung nicht auf unrealistisch hohen Wachstumsraten oder zu optimistischen Sch\u00e4tzungen der k\u00fcnftigen Staatseinnahmen beruhen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">In einem <a href=\"https:\/\/www.imf.org\/external\/lang\/german\/np\/blog\/2017\/022317g.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IWF-Beitrag<\/a> aus dem Jahr 2017 zur Schuldentragf\u00e4higkeit hei\u00dft es: \u201eJede Schuldentragf\u00e4higkeitsanalyse muss auf realistischen \u2013 statt heroischen \u2013 Annahmen zu den k\u00fcnftigen Wachstumsaussichten gr\u00fcnden.\u201c Entscheidend sind au\u00dferdem Zinsen, R\u00fcckzahlungstermine und die Bereitschaft der Anleger, weitere Kredite zu gew\u00e4hren.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">W\u00e4chst die Wirtschaft schneller als der Schuldenbestand, sinkt die Schuldenquote. Steigende Zinsen, schwaches Wachstum und neue Haushaltsl\u00fccken k\u00f6nnen die Belastung dagegen versch\u00e4rfen, wie der IWF erl\u00e4utert. Ein gesunder Haushalt ben\u00f6tigt deshalb verl\u00e4ssliche Einnahmen und Spielraum f\u00fcr Krisen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die R\u00fcckzahlung der NextGenerationEU-Schulden muss 2028 beginnen und sp\u00e4testens 2058 abgeschlossen sein. Daf\u00fcr muss die EU zun\u00e4chst auch neue Kredite aufnehmen. Wie der <a href=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/10\/AR-2025_DE.5853e16fef99e8d793e1713c8590b386.pdf#page=108\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Europ\u00e4ische Rechnungshof<\/a> erl\u00e4utert, wird die Kommission auslaufende Schulden refinanzieren m\u00fcssen, indem sie \u201eneue Schuldtitel ausgibt, um die alten bei F\u00e4lligkeit zu tilgen\u201c. Wie teuer das wird, bleibt offen: \u00c4nderungen der Marktbedingungen k\u00f6nnten \u201ezu h\u00f6heren oder zu niedrigeren Kosten der Mittelaufnahme f\u00fchren\u201c.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Ab 2028 wird die R\u00fcckzahlung damit zu einer festen Aufgabe im EU-Haushalt. Wie viel Geld daneben f\u00fcr andere Vorhaben bleibt, entscheidet sich auch an den Zinsen, zu denen die Union ihre Kredite erneuern kann.<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":58875,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7737,7198,131],"tags":[29,2971,1056,3900,17561,438,17562,2972,839,17146,17563,55,17564,109,14962,11877,3843,104,1824,17565],"news-destination":[],"news-source":[7],"ta_other":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58874"}],"collection":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=58874"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58874\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58876,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58874\/revisions\/58876"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/58875"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=58874"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=58874"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=58874"},{"taxonomy":"news-destination","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-destination?post=58874"},{"taxonomy":"news-source","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-source?post=58874"},{"taxonomy":"ta_other","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/ta_other?post=58874"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}