{"id":57362,"date":"2026-10-09T08:39:20","date_gmt":"2026-10-09T07:39:20","guid":{"rendered":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/?p=57362"},"modified":"2026-10-09T08:39:20","modified_gmt":"2026-10-09T07:39:20","slug":"psychische-gesundheit-wie-sehr-belastet-uns-die-dauerkrise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/2026\/10\/09\/psychische-gesundheit-wie-sehr-belastet-uns-die-dauerkrise\/","title":{"rendered":"Psychische Gesundheit: Wie sehr belastet uns die Dauerkrise?"},"content":{"rendered":"<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Viele Deutsche haben Angst vor Geldn\u00f6ten, Migration und Krieg. Doch bedeuten mehr Krisen auch mehr psychische Belastung? Wissenschaftler bejahen das. Seit dem Jahr 2020 zeigten sich beim seelischen Wohlbefinden in Deutschland Negativ-Trends. Ein Hotspot aktuell: junge Frauen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><strong>Hat sich die psychische Gesundheit in Deutschland verschlechtert?<\/strong><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">\u201eMeine Antwort ist ja\u201c, sagt Andreas Meyer-Lindenberg, Leiter des Zentralinstituts f\u00fcr Seelische Gesundheit in Mannheim. \u201eEs gibt diese Abfolgen von Krisen. Erst die Pandemie, dann der Angriffskrieg auf die Ukraine mit all seinen auch wirtschaftlichen Folgen. Das wird in Deutschland auch als gesamtgesellschaftliche Bedrohung wahrgenommen.\u201c<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Eine st\u00e4rkere psychische Belastung der Bundesb\u00fcrger belegen repr\u00e4sentative Umfragen des Robert Koch-Instituts (RKI). \u201eWir sehen tats\u00e4chlich seit 2020 einen ansteigenden Trend, etwa eine Zunahme von depressiven Symptomen und Angstsymptomen in der Bev\u00f6lkerung\u201c, berichtet Caroline Cohrdes, kommissarische Leiterin des Fachgebiets Psychische Gesundheit am RKI. \u201eInsgesamt kann man sagen, dass sich die psychische Gesundheit in Deutschland verschlechtert hat.\u201c<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><strong>Was sagen die RKI-Zahlen genau?\u00a0<\/strong><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Der Anteil von depressiven Symptomen bei den Erwachsenen in der Bev\u00f6lkerung liegt in der Befragung f\u00fcr 2024 bei rund 22 Prozent. Diese Angaben spiegeln sich im vergleichbaren Zeitraum in haus\u00e4rztlichen oder psychotherapeutischen Praxen: Diagnosen depressiver St\u00f6rungen im ambulanten Bereich lagen 2023 bei etwa 17 Prozent, sagt Cohrdes.\u00a0\u00c4hnliche Tendenzen zeigen sich auch in anderen RKI-Daten zur psychischen Gesundheit.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">28 Prozent der befragten Erwachsenen sch\u00e4tzten ihr psychisches Wohlbefinden 2024 als eher schlecht ein. Nur rund 11 Prozent f\u00fchlten sich eher gut. \u201eDas ist ein \u00fcberraschend niedriges Ergebnis\u201c, erl\u00e4utert die Forscherin. \u201eSeit den Pandemiejahren sehen wir in verschiedenen Bereichen der psychischen Gesundheit auff\u00e4llig steigende negative Tendenzen.\u201c Daten f\u00fcr 2025 sind bislang nicht abschlie\u00dfend ausgewertet.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><strong>Wie zeigt sich psychische Belastung?\u00a0<\/strong><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Psychische Belastung kann sich sehr unterschiedlich \u00e4u\u00dfern \u2013 und auch in ganz verschiedenen Lebensbereichen. \u201eBei einer depressiven Symptomatik k\u00f6nnen das unter anderem Niedergeschlagenheit sein, der Verlust von Interessen und Freude, Ersch\u00f6pfung oder Konzentrationsprobleme\u201c, beschreibt es Cohrdes. \u201eBei Angstsymptomen sind Kernanzeichen, dass man Sorgen nicht so leicht stoppen kann.\u201c Dieses chronische Gr\u00fcbeln k\u00f6nne zusammen mit h\u00e4ufig auftretender Nervosit\u00e4t und Anspannung unter anderem dazu f\u00fchren, dass sich allt\u00e4gliche Dinge schwerer erledigen lie\u00dfen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><strong>Wer hat ein besonderes Risiko f\u00fcr psychische Belastungen?\u00a0<\/strong><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">\u201eBesonders hoch sind depressive Symptome und Angstsymptome in Deutschland aktuell bei j\u00fcngeren Erwachsenen\u201c, berichtet die RKI-Expertin.\u00a0\u201eDas ist ein Befund, den wir ernst nehmen m\u00fcssen.\u201c Frauen seien h\u00e4ufiger betroffen als M\u00e4nner. \u201eBesonders hohe Werte sehen wir aktuell bei jungen Frauen.\u201c<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">F\u00fcr das Zentralinstitut f\u00fcr Seelische Gesundheit erg\u00e4nzt Psychiater Meyer-Lindenberg: \u201eIn der Praxis sehen wir einen sehr gro\u00dfen Anstieg bestimmter psychischer St\u00f6rungen bei jungen Menschen \u2013 am deutlichsten bei Essst\u00f6rungen.\u201c\u00a0Generell zeigen sich depressive Symptome nach RKI-Erkenntnissen h\u00e4ufiger bei Menschen, die keinen h\u00f6heren Bildungsgrad erreichen konnten. Das gilt auch f\u00fcr Personen mit einem niedrigen Einkommen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><strong>Was bedeutet das f\u00fcr eine Gesellschaft?<\/strong><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Psychische Erkrankungen seien inzwischen die Hauptursache f\u00fcr Fr\u00fchberentungen, sagt Andreas Meyer-Lindenberg vom Zentralinstitut f\u00fcr Seelische Gesundheit. \u201eSie sind auch ein Hauptgrund daf\u00fcr, warum Menschen krankgeschrieben sind, h\u00e4ufig sehr lang. Das verursacht einen massiven wirtschaftlichen Schaden.\u201c<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Leidet auch der gesellschaftliche Zusammenhalt? So zugespitzt l\u00e4sst sich das aus der internationalen Forschung bislang nicht belegen. Eine zunehmende psychische Belastung kann aber sozialen Zusammenhalt etwa in Familien oder der Nachbarschaft schw\u00e4chen, weil sie sozialen R\u00fcckzug und Konflikte beg\u00fcnstigt. Studien zeigen jedoch zugleich, dass soziale Verbundenheit und Unterst\u00fctzung psychische Belastungen abfedern k\u00f6nnen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><strong>Was lie\u00dfe sich mit Blick auf psychische Gesundheit verbessern?\u00a0<\/strong><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">F\u00fcr Andreas Meyer-Lindenberg geh\u00f6rt dazu vor allem die St\u00e4rkung der Gesundheitskompetenz. \u201eDie Deutschen wissen insgesamt wenig \u00fcber Erkrankungen und wie man sie verhindern kann\u201c, sagt er. Leider w\u00fcssten sie ganz besonders wenig \u00fcber die Psyche. Wissensbasierte Pr\u00e4ventionsangebote wie psychologische Erste-Hilfe-Kurse f\u00fcr Laien h\u00e4lt er deshalb f\u00fcr sehr sinnvoll. \u201eUnd dazu Schulstunden \u00fcber die bessere Regulation von negativen Emotionen.\u201c<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Besonders f\u00fcr Jugendliche und junge Erwachsene w\u00e4re es wichtig, dass sie sich besser mit der psychischen Gesundheit auskennen und passende Hilfsangebote leicht finden und nutzen k\u00f6nnen, sagt auch RKI-Forscherin Cohrdes. \u201eEs ist auch eine Frage der Medienkompetenz\u201c, erg\u00e4nzt sie. \u201eGerade in sozialen Medien ist es nicht immer einfach zu entscheiden, ob eine Information verl\u00e4sslich ist.\u201c<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><strong>Hat psychische Belastung etwas mit der Krankheit Depression zu tun?\u00a0<\/strong><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">\u00c4u\u00dfere Belastungen werden als Ursache oft \u00fcbersch\u00e4tzt<strong>. <\/strong>Depressionen sind eine eigenst\u00e4ndige Erkrankung und in hohem Ma\u00dfe Folge einer vererbten oder erworbenen Veranlagung. \u201eMenschen mit dieser Veranlagung erkranken auch bei guten \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nden\u201c, sagt Psychiater Ulrich Hegerl, Vorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Eine \u201eDepressions-Epidemie\u201c durch eine Polykrise schlie\u00dft Hegerl deshalb aus.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Auch andere psychische Erkrankungen seien mehr als eine Reaktion auf \u00e4u\u00dfere Belastungen wie Krisenzeiten, erl\u00e4utert er. \u00c4ngste und Sorgen seien immer ein Teil der Symptomatik von Depressionen und Angsterkrankungen. \u201eViren oder Kriege sind dann aber nicht die Ursachen daf\u00fcr. Sie k\u00f6nnten aber wie ein Trigger von der Erkrankung aufgegriffen werden.\u201c Dass Finanzsorgen direkt zu psychischen Erkrankungen f\u00fchren, h\u00e4lt Hegerl f\u00fcr unwahrscheinlich. \u201eDas entspricht weder meiner klinischen Erfahrung noch liegen daf\u00fcr ausreichend Belege vor.\u201c<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><strong>Gibt es mehr psychische Erkrankungen als fr\u00fcher?<\/strong><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">\u201eWir rechnen in Deutschland in jedem Jahr mit rund 30 Prozent der Bev\u00f6lkerung, die eine behandlungsbed\u00fcrftige diagnostizierbare psychische Erkrankung haben\u201c, sagt Meyer-Lindenberg. \u201eDas ist wirklich sehr viel. Und eine H\u00e4ufigkeit, die viele Leute sich nicht so klarmachen.\u201c Lange Zeit h\u00e4tten Forschende gedacht, psychische Erkrankungen seien zwar sehr h\u00e4ufig, die Fallzahl nehme aber nicht zu. \u201eJetzt legen Daten aus einer internationalen Studie eine Zunahme nahe, insbesondere bei der j\u00fcngeren Bev\u00f6lkerung.\u201c (dpa\/red)<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":57363,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[132,134,7198],"tags":[29,212,105,77,1437,85,1170],"news-destination":[],"news-source":[7],"ta_other":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57362"}],"collection":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=57362"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57362\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":57364,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57362\/revisions\/57364"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/57363"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=57362"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=57362"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=57362"},{"taxonomy":"news-destination","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-destination?post=57362"},{"taxonomy":"news-source","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-source?post=57362"},{"taxonomy":"ta_other","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/ta_other?post=57362"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}