{"id":56442,"date":"2026-10-06T18:49:03","date_gmt":"2026-10-06T17:49:03","guid":{"rendered":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/?p=56442"},"modified":"2026-10-06T18:49:03","modified_gmt":"2026-10-06T17:49:03","slug":"maasen-zu-festnahme-von-ex-bnd-chef-grose-zweifel-dass-es-mit-rechten-dingen-zugegangen-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/2026\/10\/06\/maasen-zu-festnahme-von-ex-bnd-chef-grose-zweifel-dass-es-mit-rechten-dingen-zugegangen-ist\/","title":{"rendered":"Maa\u00dfen zu Festnahme von Ex-BND-Chef: \u201eGro\u00dfe Zweifel\u201c, dass es \u201emit rechten Dingen zugegangen ist\u201c"},"content":{"rendered":"<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Der ehemalige BND-Pr\u00e4sident August Hanning ist unter Spionageverdacht festgenommen worden. Neben ihn wurde auch sein ehemaliger B\u00fcroleiter Manfred D. festgenommen. Dieser soll insgesamt um die 2.000 Dokumente an Hanning weitergegeben haben. Was w\u00fcrde es bedeuten, wenn sich die Vorw\u00fcrfe best\u00e4tigen? Dar\u00fcber sprach Epoch Times mit dem ehemaligen Pr\u00e4sidenten des Bundesverfassungsschutzes Hans-Georg Maa\u00dfen.<\/div>\n<div class=\"mb-5\">\n<iframe loading=\"lazy\" class=\"optanon-category-C0004 embed-responsive-item\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/RdHMU7WZqFk?si=gpqhyR37SHA3fjYL\" height=\"315\" width=\"100%\"><\/iframe><div class=\"gdpr-info-box js-data-gdpr-not-available-placeholder\"><div class=\"my-4 p-3\" style=\"background-color:#f0a8a8\">\n<p style=\"font-size:18px;line-height:29px\">An dieser Stelle wird ein Video von Youtube angezeigt. 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Dieser Vorwurf ist nat\u00fcrlich maximal reputationssch\u00e4digend f\u00fcr so eine Pers\u00f6nlichkeit. Wenn da nichts dran sein sollte, m\u00fcsste man sich umgehend bei ihm entschuldigen. Ich kenne Herrn Hanning \u00fcber 25 Jahre. Ich habe viele Jahre mit ihm zusammengearbeitet. Er war zeitweise auch mein Chef im Bundesinnenministerium. Ich kann mir das einfach nicht vorstellen, dass er geheimhaltungsbed\u00fcrftige Unterlagen an einen ausl\u00e4ndischen Dienst gegeben hat. Ich kann es mir auch deswegen nicht vorstellen, weil der Mann 80 Jahre alt ist. Auch sein angeblicher B\u00fcroleiter ist mir bekannt. Er war nie sein B\u00fcroleiter gewesen. Manfred D. war Mitarbeiter in seinem B\u00fcro vom gehobenen oder mittleren Dienst. Auch die Tatsache, dass es sich um angeblich 2.000 Dokumente handeln soll, ist f\u00fcr mich sehr, sehr merkw\u00fcrdig. Es ist nicht so, als ob der Bundesnachrichtendienst eine Beh\u00f6rde w\u00e4re, aus der man einfach mal eine Aktentasche Unterlagen mit nach Hause nehmen kann oder mal eine E-Mail an irgendjemanden da drau\u00dfen schicken kann. Der BND ist eine Beh\u00f6rde mit einem ganz hohen Ma\u00df an Geheimschutz. F\u00fcr mich klingt alles sehr, sehr unglaubhaft. Auch die Umst\u00e4nde seiner heutigen Festnahme erfolgte erscheinen mir mehr als dubios. Die Medien waren vor Ort. Dann wurde er dem Haftrichter wegen Fluchtgefahr vorgef\u00fchrt. Der Mann ist 80 und krank. Wir wissen, dass in Deutschland Messerstecher und Vergewaltiger relativ schnell auf freien Fu\u00df kommen. Das ist f\u00fcr mich alles sehr, sehr merkw\u00fcrdig und ich habe gro\u00dfe Zweifel, dass es hier rechtsstaatlich und mit rechten Dingen zugegangen ist.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Es steht im Raum, dass Herr Hanning die geheimhaltungsbed\u00fcrftigen Informationen, die er erhalten haben soll, auch f\u00fcr seine private Beratert\u00e4tigkeit genutzt habe, um sie gewinnbringend zu verwerten. Herr Hanning ist ja Pr\u00e4sident der Schweizer Sicherheitsberatungsfirma Pluteus AG, f\u00fcr die Sie als Berater t\u00e4tig waren oder sind. Wie realistisch ist denn dieser Vorwurf?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Ich halte ihn f\u00fcr unrealistisch, ohne dass ich jetzt die genauen Umst\u00e4nde kenne. Ich bin nicht in die Gesch\u00e4fte dieser Firma involviert gewesen, sondern als ein Berater. Ich halte es f\u00fcr in hohem Ma\u00dfe unglaubhaft, dass er Unterlagen verkauft haben soll. Denn um was soll es sich denn da letztendlich handeln? Ein Sachbearbeiter aus dem Bundesnachrichtendienst wird unterstellt, Informationen aus dem Bundesnachrichtendienst rausgeholt zu haben. Er hat nicht die Zug\u00e4nge zu der Vielzahl an Dokumenten. Es wird alles genau dokumentiert, wer Zugriff auf welche Dokumente hat. Das ist nicht irgendeine Kreisverwaltung, aus der man ein paar Dokumente rausnehmen kann. Das ist jedem, der mit Nachrichtendiensten zu tun hat klar, dass so etwas eigentlich nicht m\u00f6glich ist.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Es ist nicht un\u00fcblich, dass ehemalige Mitarbeiter der deutschen Nachrichtendienste nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt f\u00fcr Sicherheitsberatungsfirmen arbeiten. Wie hoch sehen Sie dabei das Sicherheitsrisiko, dass Daten genutzt werden, die einer Geheimhaltungsstufe unterstehen und dass Sicherheitsgrenzen und Gesetze \u00fcberschritten werden?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Das eine ist, dass man als Beamter ohnehin verpflichtet ist, wenn man in den Ruhestand geht, jegliche T\u00e4tigkeit anzumelden. Und das gilt ganz besonders nat\u00fcrlich f\u00fcr Personen, die im Sicherheitsbereich t\u00e4tig waren. Es gilt nicht nur f\u00fcr den Nachrichtendienst. Schauen Sie sich die Polizeibeh\u00f6rden an. Sehr, sehr viele ehemalige Polizeibeamte arbeiten f\u00fcr Sicherheitsunternehmen. Das ist, wie Sie sagen, im Sicherheitsbereich nicht un\u00fcblich, dass so etwas passiert. Beim Nachrichtendienst kommt noch hinzu, dass man einer mehrj\u00e4hrigen besonderen Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfung unterliegt, wenn man f\u00fcr andere arbeitet. Es muss n\u00e4mlich auch ausgeschlossen werden, dass fr\u00fchere Informationen vergoldet werden. Und ich denke, das ist auch ausgeschlossen.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Angeblich hat man einen elektronischen Datentr\u00e4ger gefunden auf dem diese Daten gewesen sein sollen. Wie realistisch ist das, dass so was tats\u00e4chlich zu Hause gefunden wird?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Beim Bundesnachrichtendienst, wie auch im Verfassungsschutz und anderen Diensten hat man ein Datensystem, das v\u00f6llig abgekoppelt ist vom normalen Netz. Man nennt es dann das rote Netz. Es gibt auch das schwarze Netz, das offene Netz. Und beide haben nichts miteinander zu tun. Das hei\u00dft, wenn man Daten im Bundesnachrichtendienst auf einem Server hat, wird man sie im Zweifel nicht rausbekommen, sondern nur \u00fcber eine ganz bestimmte Stelle werden diese Daten auf einen Datentr\u00e4ger getan oder ins Netz gestellt. Das wird nach einem Mehr-Augen-Prinzip kontrolliert. Wie ich vorhin sagte, es ist ausgeschlossen, dass beim Dienst jemand am Rechner sitzt und dr\u00fcckt einfach mal bei einem E-Mail-Programm auf Weiterleitung. Und dann geht die E-Mail nach drau\u00dfen. Das geht nicht. Jeder Datenzugriff wird protokolliert. Und wenn jemand Zugriff auf Daten nimmt, zu denen er normalerweise keinen Zugriff haben darf, gibt es eine Alarmmeldung. Wenn man etwas ausdruckt, wird dies auch protokolliert. Das hei\u00dft, auch das Papier, das produziert wird, wird letztendlich f\u00fcr die interne Sicherheitsabteilung festgehalten. Damit soll nachvollziehbar sein was, wann von wem ausgedruckt wurde. Auch beim Rausgehen aus den Dienstgeb\u00e4uden finden Kontrollen bei den Mitarbeitern statt. Es ist nicht erlaubt Smartphones mit in die Zimmer zu nehmen. Dass keiner auf die Idee kommen kann, mal den Bildschirm zu fotografieren. Ich will damit zum Ausdruck bringen, es ist ein ganz hohes Ma\u00df an Schutzma\u00dfnahmen zur Sicherheit der Daten in den Diensten. 2.000 Dokumente sollen an Herrn Hanning gegangen sein. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, wie das m\u00f6glich war. Zumal jetzt auch der betroffene Mitarbeiter Rentner sein soll. Ich finde da ziemlich vieles ungereimt.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Jetzt mal angenommen, das bewahrheitet sich doch, dass da was abgeflossen ist, was h\u00e4tte das f\u00fcr Auswirkungen auf die Sicht der ausl\u00e4ndischen Geheimdienste auf die deutschen Nachrichtendienste?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Nat\u00fcrlich ist jeder Verratsfall eine Katastrophe f\u00fcr einen Nachrichtendienst. Sollte es zutreffend sein, dass ein Mitarbeiter des BND an einen Nichtangeh\u00f6rigen des Dienstes \u2013 und dazu z\u00e4hlt auch der Herr Hanning, weil er nicht mehr zum Dienst geh\u00f6rte \u2013 in hohem Umfang Daten herausgegeben hat, ist das nat\u00fcrlich ein gro\u00dfer Reputationsschaden, auch f\u00fcr den Dienst.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Die Generalbundesanwaltschaft spricht davon, dass Dokumente gefunden worden seien, die dazu dienten, im Kanzleramt die nachrichtendienstliche Lage darzustellen. Wie sensibel sind diese Dokumente?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Daten, die in diesen Dokumenten enthalten sind, sind regelm\u00e4\u00dfig zumindest VS-vertraulich oder VS-geheim eingestuft. Das hei\u00dft also die zweite oder dritte Einstufung bei Dokumenten der Geheimschutzqualifikation. Sie sind schon relativ hoch eingestuft.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Zum einen d\u00fcrfte es in diesen Dokumenten regelm\u00e4\u00dfig darum gehen, dass bestimmte Tatsachen beschrieben werden, Lagemeldungen dargestellt werden. Aber auch d\u00fcrfte es f\u00fcr ausl\u00e4ndische Dienste interessant sein zu wissen, wie die Bundesregierung beziehungsweise wie der BND diese Tatsachen bewertet und was f\u00fcr Schlussfolgerungen daraus gezogen werden. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass es ein derartiges Versagen der gesamten Geheimschutzarchitektur des BND gibt.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Und Sie sehen besondere Kontakte bei Herrn Hanning ins Ausland, die auf irgendeine Art und Weise verd\u00e4chtig erscheinen w\u00fcrden?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Ich kenne nicht seine Kontaktliste. Der Mann ist 80 Jahre alt. Die Leute, die er fr\u00fcher bei den Nachrichtendiensten kannte, die d\u00fcrften auch schon in seinem Alter und im Ruhestand sein. Ich kann es mir auch nicht vorstellen, dass er von anderen Diensten angesprochen wurde Informationen zur Verf\u00fcgung zu stellen. Ich meine, ihn so weit zu kennen, dass er immer ein sehr dienstbeflissener, loyaler Beamter war, der patriotisch dachte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er auf die Idee kam, einen Ex-Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes zu nutzen, um Informationen an ausl\u00e4ndische Staaten weiterzugeben.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Vielen Dank f\u00fcr das Interview!<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><em>Das Interview f\u00fchrte Erik Rusch.<\/em><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":56443,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[132,7737,7198],"tags":[13181,12656,29,596,297,17020,17021,2513,17001,17022,604],"news-destination":[],"news-source":[7],"ta_other":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56442"}],"collection":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=56442"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56442\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":56444,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56442\/revisions\/56444"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/56443"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=56442"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=56442"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=56442"},{"taxonomy":"news-destination","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-destination?post=56442"},{"taxonomy":"news-source","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-source?post=56442"},{"taxonomy":"ta_other","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/ta_other?post=56442"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}