{"id":56404,"date":"2026-10-06T11:28:22","date_gmt":"2026-10-06T10:28:22","guid":{"rendered":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/?p=56404"},"modified":"2026-10-06T11:28:22","modified_gmt":"2026-10-06T10:28:22","slug":"eu-handelspolitik-berlin-und-paris-wollen-harter-gegenuber-china-auftreten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/2026\/10\/06\/eu-handelspolitik-berlin-und-paris-wollen-harter-gegenuber-china-auftreten\/","title":{"rendered":"EU-Handelspolitik: Berlin und Paris wollen h\u00e4rter gegen\u00fcber China auftreten"},"content":{"rendered":"<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><hr><\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">In K\u00fcrze:<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><ul>\n<li>Die EU weist im Warenhandel mit China ein <strong>Defizit von rund 360 Milliarden Euro aus<\/strong>.<\/li>\n<li>\n<strong>Br\u00fcssel verf\u00fcgt bereits \u00fcber Schutzinstrumente<\/strong> gegen subventionierte Importe und wirtschaftlichen Druck.<\/li>\n<li>F\u00fcr deutsche Unternehmen bleibt China zugleich <strong>Absatzmarkt, Lieferant und Wettbewerber<\/strong>.<\/li>\n<\/ul><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><hr><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">\u00a0<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Vor dem n\u00e4chsten Treffen des Europ\u00e4ischen Rats in Br\u00fcssel am 15. und 16. Oktober w\u00e4chst in Berlin und Br\u00fcssel der Druck, den wirtschaftspolitischen Umgang mit China neu zu ordnen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Emmanuel Macron fordern in einem gemeinsamen <a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/politik\/europa\/handelskonflikte-friedrich-merz-und-emmanuel-macron-fordern-zweitschlagswaffe\/100259846.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schreiben<\/a> an EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen neue Befugnisse f\u00fcr die Kommission. Ein begleitendes Papier zu globalen wirtschaftlichen Ungleichgewichten <a href=\"https:\/\/www.investing.com\/news\/economy-news\/france-germany-propose-new-rapid-eu-trade-response-tool-4932514\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ver\u00f6ffentlichten<\/a> beide Regierungen am Montag, 5. Oktober. Die EU arbeitet bereits seit L\u00e4ngerem daran, sich gegen wirtschaftlichen Druck, subventionierte Importe und einseitige Abh\u00e4ngigkeiten besser zu sch\u00fctzen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Das vorgeschlagene Instrument soll Gegenma\u00dfnahmen bis hin zu einem sofortigen Ausschluss vom EU-Binnenmarkt erm\u00f6glichen. Greifen soll es, wenn ein Drittstaat gezielt faire Wettbewerbsbedingungen untergr\u00e4bt und dadurch schwere, systematische Verzerrungen verursacht. Ein bestimmtes Land nennen Merz und Macron nicht. Beschlossen ist damit noch nichts: F\u00fcr ein solches Instrument w\u00e4re die Zustimmung der EU-Staaten und des Europ\u00e4ischen Parlaments n\u00f6tig. Ziel ist, dass die EU nicht erst nach monatelangen Verfahren reagieren kann, wenn ein Drittstaat wirtschaftlichen Druck aus\u00fcbt.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">F\u00fcr Deutschland ist das Thema relevant. China ist zugleich Absatzmarkt, Lieferant und Wettbewerber. Nach <a href=\"https:\/\/webgate.ec.europa.eu\/isdb_results\/factsheets\/country\/details_china_en.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Angaben<\/a> des EU-Statistikamts Eurostat f\u00fchrte die EU 2025 Waren im Wert von rund 560 Milliarden Euro aus China ein. Die Exporte nach China lagen bei knapp 200 Milliarden Euro. Daraus ergibt sich ein Handelsdefizit von rund 360 Milliarden Euro. F\u00fcr deutsche Unternehmen bedeutet dieses Ungleichgewicht: Sie konkurrieren auf dem EU-Markt zunehmend mit chinesischen Produkten, bleiben aber in vielen Branchen auf chinesische Vorprodukte, Rohstoffe oder Absatzchancen angewiesen. Bundeskanzler Merz \u00a0<a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/service\/newsletter-und-abos\/bulletin\/bk-unternehmertag-2452838\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sagte<\/a> am 15. September auf dem Unternehmertag des Bundesverbands Gro\u00dfhandel, Au\u00dfenhandel, Dienstleistungen in Berlin, China verkn\u00fcpfe \u201emarktwirtschaftliche Dynamik gezielt mit staatlichen Interventionen\u201c. Dazu z\u00e4hlte er \u00dcberkapazit\u00e4ten, eine aggressive Preissetzung, eine unterbewertete W\u00e4hrung und stark subventionierte Exporte. Dadurch w\u00fcrden Unternehmen im EU-Binnenmarkt und auf Drittm\u00e4rkten \u201emassiv unter Druck gesetzt\u201c.<\/div>\n<div class=\"heading-4\"><div class=\"related-container heading-4\"><div class=\"offset-md-1-8 none-padding related-articles\">\n<div class=\"label\"><h6 class=\"heading-6\">Mehr dazu<\/h6><\/div>\n<ul class=\"mu-related\"><li class=\"related-article mb-2 flex items-center justify-between\">\n<div class=\"title\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/politik\/ausland\/spd-ministerien-fuer-haertere-gangart-gegen-china-a5627905.html\"><h4 class=\"heading-4\">SPD-Ministerien f\u00fcr h\u00e4rtere Gangart gegen China<\/h4><\/a><\/div>\n<div class=\"mr-2.5 self-start\"><div><div class=\"no-print ml-[15px] cursor-pointer text-black\/[.75]\"><div class=\"add-to-list\"><\/div><\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"card-img\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/politik\/ausland\/spd-ministerien-fuer-haertere-gangart-gegen-china-a5627905.html\"><div class=\"\"><figure><img alt=\"SPD-Ministerien f\u00fcr h\u00e4rtere Gangart gegen China\" loading=\"lazy\" width=\"90\" height=\"60\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/10\/hnvgh2dm7x-v5-ax-s2048-420x280.7dca8fa421c1e3627df4cb035b1f1a5e.webp\" class=\"wp-image-56407\" srcset=\"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/10\/hnvgh2dm7x-v5-ax-s2048-420x280.7dca8fa421c1e3627df4cb035b1f1a5e.webp 420w, https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/10\/hnvgh2dm7x-v5-ax-s2048-420x280.7dca8fa421c1e3627df4cb035b1f1a5e-300x200.webp 300w\" sizes=\"(max-width: 90px) 100vw, 90px\" \/><\/figure><\/div><\/a><\/div>\n<\/li><\/ul>\n<\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Der wirtschaftliche Druck trifft Deutschland in einer Phase, in der die Industrie ohnehin unter schwacher Produktion und hohen Standortkosten leidet. Der Bundesverband der Deutschen Industrie <a href=\"https:\/\/bdi.eu\/de\/articles\/presse\/bdi-praesident-leibinger-der-druck-auf-die-industrie-waechst-regierung-muss-umfassende-strukturreformen-umsetzen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">verweist<\/a> darauf, dass die Industrieproduktion seit 2022 r\u00fcckl\u00e4ufig sei, und rechnet f\u00fcr 2026 allenfalls mit Stagnation. Als Belastungen nennt der Verband unter anderem hohe Energiepreise, Steuern, Lohnkosten und B\u00fcrokratie. Chinesische \u00dcberkapazit\u00e4ten treffen damit nicht einen robusten Industriestandort, sondern Branchen, die bereits unter Anpassungsdruck stehen.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Schutzinstrumente der EU<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Aus dieser Lage erkl\u00e4rt sich, warum in Br\u00fcssel nicht nur \u00fcber klassische Z\u00f6lle gesprochen wird. Wenn ein Staat seine wirtschaftliche St\u00e4rke nutzt, um politischen Druck auszu\u00fcben, reicht ein einzelnes Antisubventionsverfahren oft nicht aus. Daf\u00fcr hat die EU ein eigenes Schutzinstrument geschaffen: das Instrument zur Bek\u00e4mpfung von Zwangsma\u00dfnahmen, auch <a href=\"https:\/\/policy.trade.ec.europa.eu\/enforcement-and-protection\/protecting-against-coercion_en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anti-Coercion Instrument<\/a> genannt. Es ist seit Ende 2023 in Kraft und soll die EU gegen wirtschaftliche Erpressung durch Drittstaaten sch\u00fctzen. Gemeint sind F\u00e4lle, in denen Handel, Investitionen oder Lieferketten als Druckmittel gegen die EU oder einzelne Mitgliedstaaten eingesetzt werden.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Das Instrument erlaubt Gegenma\u00dfnahmen in mehreren Bereichen. Die EU nennt unter anderem Beschr\u00e4nkungen im Warenhandel, bei Dienstleistungen, ausl\u00e4ndischen Direktinvestitionen, \u00f6ffentlicher Beschaffung und Rechten des geistigen Eigentums sowie Ausfuhrkontrollen. F\u00fcr Leser ohne handelspolitischen Hintergrund hei\u00dft das: Die EU kann im Ernstfall nicht nur Z\u00f6lle verh\u00e4ngen, sondern auch den Zugang zu bestimmten M\u00e4rkten oder Verfahren beschr\u00e4nken.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Politisch schwierig ist die Frage, wie schnell solche Ma\u00dfnahmen beschlossen werden k\u00f6nnen. Im Rat der EU gilt f\u00fcr viele Entscheidungen die <a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/en\/council-eu\/how-does-the-council-vote\/qualified-majority\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">qualifizierte Mehrheit<\/a>. Daf\u00fcr braucht es grunds\u00e4tzlich mindestens 55 Prozent der Mitgliedstaaten, die zugleich mindestens 65 Prozent der EU-Bev\u00f6lkerung vertreten. Diese H\u00fcrde soll verhindern, dass weitreichende Entscheidungen ohne breite Unterst\u00fctzung getroffen werden. Sie kann aber auch dazu f\u00fchren, dass die EU in akuten Konflikten langsamer handelt.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Genau an diesem Punkt setzt der deutsch-franz\u00f6sische Vorsto\u00df an. Berlin und Paris wollen die EU handlungsf\u00e4higer machen, bevor wirtschaftlicher Druck seine Wirkung entfaltet. Der in der Debatte verwendete Begriff \u201eKill-Switch\u201c beschreibt kein bestehendes EU-Recht, sondern die Idee eines Notmechanismus: Die Kommission k\u00f6nnte in einer akuten Lage rasch handeln. Stoppen k\u00f6nnten die Mitgliedstaaten eine solche Entscheidung nur mit einer qualifizierten Mehrheit dagegen. Ob ein solches Modell rechtlich und politisch umgesetzt wird, ist offen.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Autos als Pr\u00fcfstein<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Besonders sichtbar wird der Konflikt in der Autoindustrie. Die EU-Kommission leitete 2023 eine <a href=\"https:\/\/trade.ec.europa.eu\/access-to-markets\/en\/news\/eu-commission-imposes-countervailing-duties-imports-battery-electric-vehicles-bevs-china\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Antisubventionsuntersuchung<\/a> gegen batterieelektrische Fahrzeuge aus China ein. 2024 verh\u00e4ngte sie endg\u00fcltige Ausgleichsz\u00f6lle auf bestimmte Elektroautos, weil sie staatliche Subventionen in China und eine Sch\u00e4digungsgefahr f\u00fcr die Industrie in der EU sah.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Solche Ausgleichsz\u00f6lle sollen keinen Markt abschotten, sondern einen staatlich verzerrten Wettbewerb korrigieren. Die Logik ist einfach: Wenn Hersteller in einem Drittland durch Subventionen billiger anbieten k\u00f6nnen, darf die EU unter bestimmten Bedingungen einen Zoll erheben, der diesen Vorteil ganz oder teilweise neutralisiert. Ob diese Voraussetzungen vorliegen, muss in einem Verfahren gepr\u00fcft werden.<\/div>\n<div class=\"heading-4\"><div class=\"related-container heading-4\"><div class=\"offset-md-1-8 none-padding related-articles\">\n<div class=\"label\"><h6 class=\"heading-6\">Mehr dazu<\/h6><\/div>\n<ul class=\"mu-related\"><li class=\"related-article mb-2 flex items-center justify-between\">\n<div class=\"title\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/china\/neues-groenland-abkommen-schraenkt-chinas-arktisplaene-ein-a5627168.html\"><h4 class=\"heading-4\">Neues Gr\u00f6nland-Abkommen schr\u00e4nkt Chinas Arktispl\u00e4ne ein<\/h4><\/a><\/div>\n<div class=\"mr-2.5 self-start\"><div><div class=\"no-print ml-[15px] cursor-pointer text-black\/[.75]\"><div class=\"add-to-list\"><\/div><\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"card-img\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/china\/neues-groenland-abkommen-schraenkt-chinas-arktisplaene-ein-a5627168.html\"><div class=\"relative h-fit\">\n<figure><img alt=\"Neues Gr\u00f6nland-Abkommen schr\u00e4nkt Chinas Arktispl\u00e4ne ein\" loading=\"lazy\" width=\"90\" height=\"60\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/10\/GettyImages-2293557134-420x280.f7944df829c67a74cd0ee5c838ccbe69.webp\" class=\"wp-image-56408\" srcset=\"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/10\/GettyImages-2293557134-420x280.f7944df829c67a74cd0ee5c838ccbe69.webp 420w, https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/10\/GettyImages-2293557134-420x280.f7944df829c67a74cd0ee5c838ccbe69-300x200.webp 300w\" sizes=\"(max-width: 90px) 100vw, 90px\" \/><\/figure>\n<\/div><\/a><\/div>\n<\/li><\/ul>\n<\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">F\u00fcr Deutschland hat das besondere Bedeutung. Die Autoindustrie befindet sich mitten im Umbau zur Elektromobilit\u00e4t. Hersteller und Zulieferer m\u00fcssen investieren, w\u00e4hrend neue Wettbewerber auf den Markt dr\u00e4ngen. Ma\u00dfnahmen gegen subventionierte Importe k\u00f6nnen Unternehmen in der EU Zeit verschaffen. Sie l\u00f6sen aber nicht die strukturellen Probleme des Standorts: hohe Energiekosten, langsame Genehmigungen, Fachkr\u00e4ftemangel und die Frage, wie schnell eigene Batterien, Software und Vorprodukte in der EU entstehen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Im begleitenden <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/china\/france-germany-propose-new-rapid-eu-trade-response-tool-2026-10-05\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Positionspapier<\/a> fordern Berlin und Paris zudem, bestehende Handelsschutzma\u00dfnahmen schneller und umfassender einzusetzen. Als dringliche F\u00e4lle nennen sie unter anderem Plug-in-Hybridautos. Bei batterieelektrischen Fahrzeugen hat Br\u00fcssel bereits gepr\u00fcft, ob chinesische Subventionen den Wettbewerb im Binnenmarkt verzerren. Eine Ausweitung auf weitere Fahrzeugsegmente m\u00fcsste rechtlich in einem eigenen Verfahren begr\u00fcndet werden.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Industriepolitik und F\u00f6rdergeld<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Neben Z\u00f6llen r\u00fcckt die Frage in den Mittelpunkt, wof\u00fcr \u00f6ffentliche F\u00f6rdergelder eingesetzt werden. Die EU-Kommission hat mit dem <a href=\"https:\/\/single-market-economy.ec.europa.eu\/publications\/industrial-accelerator-act_en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Industrial Accelerator Act<\/a> einen Vorschlag vorgelegt, durch den industrielle Kapazit\u00e4ten in strategischen Bereichen schneller aufgebaut werden sollen. Dazu z\u00e4hlen Branchen, die f\u00fcr die Dekarbonisierung und die industrielle Wettbewerbsf\u00e4higkeit der EU wichtig sind.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">F\u00fcr Verbraucher klingt Industriepolitik oft abstrakt. Praktisch geht es aber um konkrete Fragen: Wird ein Elektroauto gef\u00f6rdert, wenn es weitgehend au\u00dferhalb der EU produziert wurde? D\u00fcrfen \u00f6ffentliche Auftr\u00e4ge st\u00e4rker ber\u00fccksichtigen, ob Wertsch\u00f6pfung in der EU entsteht? K\u00f6nnen F\u00f6rderprogramme so gestaltet werden, dass sie nicht nur Nachfrage schaffen, sondern auch Produktion am Standort halten?<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Solche Regeln h\u00e4tten Folgen f\u00fcr deutsche Unternehmen. Hersteller und Zulieferer k\u00f6nnten profitieren, wenn Investitionen in Werke in der EU, Batterien, Komponenten oder Software st\u00e4rker ber\u00fccksichtigt werden. Gleichzeitig besteht das Risiko h\u00f6herer Preise, wenn billigere Angebote aus Drittstaaten weniger stark zum Zug kommen. F\u00fcr Verbraucher w\u00e4re entscheidend, ob F\u00f6rderprogramme am Ende bezahlbare Produkte erm\u00f6glichen oder vor allem zu h\u00f6heren Preisen f\u00fchren.<\/div>\n<div class=\"heading-4\"><div class=\"related-container heading-4\"><div class=\"offset-md-1-8 none-padding related-articles\">\n<div class=\"label\"><h6 class=\"heading-6\">Mehr dazu<\/h6><\/div>\n<ul class=\"mu-related\"><li class=\"related-article mb-2 flex items-center justify-between\">\n<div class=\"title\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/politik\/ausland\/wie-der-traum-der-deutschen-autohersteller-in-china-platzt-a5551850.html\"><h4 class=\"heading-4\">Wie der Traum der deutschen Autohersteller in China platzt<\/h4><\/a><\/div>\n<div class=\"mr-2.5 self-start\"><div><div class=\"no-print ml-[15px] cursor-pointer text-black\/[.75]\"><div class=\"add-to-list\"><\/div><\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"card-img\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/politik\/ausland\/wie-der-traum-der-deutschen-autohersteller-in-china-platzt-a5551850.html\"><div class=\"\"><figure><img alt=\"Wie der Traum der deutschen Autohersteller in China platzt\" loading=\"lazy\" width=\"90\" height=\"60\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/10\/GettyImages-1251935673-420x280.0baa1b12d1374f8342aafa2359bd1cf6.webp\" class=\"wp-image-56409\" srcset=\"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/10\/GettyImages-1251935673-420x280.0baa1b12d1374f8342aafa2359bd1cf6.webp 420w, https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/10\/GettyImages-1251935673-420x280.0baa1b12d1374f8342aafa2359bd1cf6-300x200.webp 300w\" sizes=\"(max-width: 90px) 100vw, 90px\" \/><\/figure><\/div><\/a><\/div>\n<\/li><\/ul>\n<\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">China kritisiert solche Ans\u00e4tze deutlich. Das chinesische Handelsministerium <a href=\"https:\/\/single-market-economy.ec.europa.eu\/publications\/industrial-accelerator-act_en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">schrieb<\/a> Ende April in einer Mitteilung zum geplanten Industrial Accelerator Act, der Entwurf enthalte aus Pekings Sicht beschr\u00e4nkende Vorgaben f\u00fcr ausl\u00e4ndische Investitionen in strategischen Branchen wie Batterien, Elektrofahrzeugen, Photovoltaik und kritischen Rohstoffen. Au\u00dferdem beanstandet China Anforderungen, die bei \u00f6ffentlicher Beschaffung und anderen staatlichen Eingriffen Produkte oder Wertsch\u00f6pfung aus der EU bevorzugen k\u00f6nnten. Das Ministerium spricht von Investitionsh\u00fcrden und institutioneller Diskriminierung und verweist auf m\u00f6gliche Verst\u00f6\u00dfe gegen WTO-Grunds\u00e4tze wie Meistbeg\u00fcnstigung und Inl\u00e4nderbehandlung. Sollte die EU die Regelung trotz chinesischer Einw\u00e4nde vorantreiben und dadurch Interessen chinesischer Unternehmen beeintr\u00e4chtigen, k\u00fcndigte das Handelsministerium Gegenma\u00dfnahmen an.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Rohstoffe als Schwachstelle<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Eine weitere Schwachstelle liegt bei kritischen Rohstoffen. China hat im April 2025 <a href=\"https:\/\/english.mofcom.gov.cn\/Policies\/AnnouncementsOrders\/art\/2025\/art_0dd87cbee7b045bf93fabe6ab2faceee.html%C3%82%C2%A0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Exportkontrollen<\/a> f\u00fcr mehrere Seltene Erden und Magnetmaterialien verh\u00e4ngt, darunter Samarium, Gadolinium, Terbium, Dysprosium, Lutetium, Scandium und Yttrium. Diese Stoffe werden in Elektromotoren, Sensoren und anderen industriellen Anwendungen ben\u00f6tigt.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">F\u00fcr Deutschland sind solche Entwicklungen nicht ohne Bedeutung. Moderne Industrieproduktion h\u00e4ngt nicht nur von Fabriken ab, sondern auch von verl\u00e4sslichen Vorprodukten. Wenn Rohstoffe oder Magnetmaterialien fehlen, k\u00f6nnen Lieferketten stocken. Das betrifft nicht nur Autos, sondern auch Maschinenbau, Energietechnik, Medizintechnik und Verteidigungsindustrie.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Chinesische Exportkontrollen bei kritischen Rohstoffen gelten in Br\u00fcssel als Warnsignal. Sie zeigen, wie abh\u00e4ngig Unternehmen in der EU bei einzelnen Vorprodukten von China sind. Das <a href=\"https:\/\/policy.trade.ec.europa.eu\/eu-trade-relationships-country-and-region\/countries-and-regions\/china_en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">erkl\u00e4rt<\/a>, warum die EU st\u00e4rker auf Diversifizierung setzt: Rohstoffe, Bauteile und Vorprodukte sollen k\u00fcnftig m\u00f6glichst aus mehreren L\u00e4ndern bezogen werden, damit politische Entscheidungen eines einzelnen Lieferanten die Produktion in der EU nicht lahmlegen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Sorge vor solchen Abh\u00e4ngigkeiten erkl\u00e4rt auch, warum ein schnelles EU-Instrument politisch an Bedeutung gewinnt. Wenn ein Lieferland Ausfuhren wichtiger Rohstoffe beschr\u00e4nkt, zeigen sich die Folgen nicht erst nach Monaten. Unternehmen sp\u00fcren sie, sobald Vorprodukte fehlen oder Genehmigungen ausbleiben. F\u00fcr die EU stellt sich deshalb die Frage, ob ihre bisherigen Verfahren schnell genug sind, um in einer solchen Lage Verhandlungsmacht aufzubauen.<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":56405,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7198,131],"tags":[16994,6578,1345,3828,304,443,29,3784,16995,463,6423,19,7138,9071,3034,127,847,1072,260,1918],"news-destination":[],"news-source":[7],"ta_other":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56404"}],"collection":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=56404"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56404\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":56410,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56404\/revisions\/56410"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/56405"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=56404"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=56404"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=56404"},{"taxonomy":"news-destination","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-destination?post=56404"},{"taxonomy":"news-source","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-source?post=56404"},{"taxonomy":"ta_other","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/ta_other?post=56404"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}