{"id":55454,"date":"2026-10-03T12:02:24","date_gmt":"2026-10-03T11:02:24","guid":{"rendered":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/?p=55454"},"modified":"2026-10-03T12:02:24","modified_gmt":"2026-10-03T11:02:24","slug":"osten-westen-einheit-funf-fakten-zum-stand-der-dinge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/2026\/10\/03\/osten-westen-einheit-funf-fakten-zum-stand-der-dinge\/","title":{"rendered":"Osten, Westen, Einheit? F\u00fcnf Fakten zum Stand der Dinge"},"content":{"rendered":"<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Deutsche Teilung? Lange her. 36 Jahre nach der Vereinigung sind Ost und West eng zusammengewachsen. Eine Verfassung, ein Parlament, eine Fu\u00dfballnationalmannschaft, was soll die Deutschen noch trennen? Und doch hie\u00df es nicht nur in den Landtagswahlk\u00e4mpfen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern in diesem Herbst: \u201eDer Osten bleibt anders\u201c.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Ein Meinungsbild der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur unter Menschen, die sich f\u00fcr das Thema interessierten, kam zu dem Schluss: Neun von zehn Teilnehmern sehen weiter deutliche Unterschiede zwischen Ost und West. Ostidentit\u00e4t f\u00e4llt nun oft als Schlagwort, Simson-Mopeds und Lokalstolz. Unterscheiden sich West- und Ostdeutschland wirklich mehr als etwa Saarland und Bayern oder Baden und Bremen? F\u00fcnf Fakten, die sich dingfest machen lassen:<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">L\u00f6hne<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Es sind nur statistische Mittelwerte, aber die sind eindrucksvoll: 2025 lag der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst nach Daten des Statistischen Bundesamts in den westlichen Bundesl\u00e4ndern bei 4.961 Euro. In den \u00f6stlichen Bundesl\u00e4ndern waren es 4.121 Euro im Monat. Zwar gibt es auch Unterschiede zwischen den westdeutschen L\u00e4ndern. Und man muss die Entwicklung sehen: Seit 1991 haben sich die Bruttomonatsverdienste von Vollzeitbesch\u00e4ftigten in den westlichen Bundesl\u00e4ndern einschlie\u00dflich Berlin-West durchschnittlich gut verdoppelt \u2013 in den \u00f6stlichen L\u00e4ndern hingegen vervierfacht. Trotzdem bleiben aktuell 840 Euro Unterschied.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Verm\u00f6gen<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Im vergangenen Jahr wurden im Westen 142,5 Milliarden Euro Verm\u00f6gen vererbt oder verschenkt \u2013 das Statistische Bundesamt z\u00e4hlt dabei nur \u00dcbertragungen, die steuerlich ber\u00fccksichtigt werden. In den \u00f6stlichen Bundesl\u00e4ndern waren es gerade einmal 8 Milliarden Euro. Somit entfallen 95 Prozent des Volumens auf den Westen und nur 5 Prozent auf den Osten, obwohl dort etwa 19 Prozent der Bev\u00f6lkerung leben. Pro Kopf waren die Summe rein rechnerisch 500 Euro, im Westen hingegen 2.100 Euro.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser nennt noch eine Zahl: \u201eDas durchschnittliche Netto-Gesamtverm\u00f6gen je Haushalt lag 2023 in Ostdeutschland bei 125.500 Euro, in Westdeutschland bei 257.100 Euro. Beim Immobilienverm\u00f6gen waren es 97.800 Euro gegen\u00fcber 214.500 Euro.\u201c Hintergrund ist der fehlende Verm\u00f6gensaufbau zu DDR-Zeiten, w\u00e4hrend in der alten Bundesrepublik schon Bankkonten und Immobilienverm\u00f6gen wuchsen. Auch fast vier Jahrzehnte sp\u00e4ter ist das nicht wettgemacht.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Demografie<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Im Westen ist es in den Jahrzehnten seit der Deutschen Einheit voller geworden, im Osten hingegen leerer \u2013 wenn man mal von Berlin absieht. Laut offizieller Statistik wanderten zwischen 1991 und 2024 rund 1,2 Millionen Menschen mehr von Ost nach West als umgekehrt, etwa die H\u00e4lfte davon schon im ersten Jahrzehnt nach der Vereinigung. Zwischen 2017 und 2022 drehte sich der Trend zeitweise: Erstmals zogen mehr Menschen von West nach Ost, insgesamt etwa 18.000 Personen. Seit 2023 geht es eher wieder andersherum.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">57 Prozent der Menschen, die zwischen 1991 und 2024 den Osten verlie\u00dfen, waren Frauen, die meisten von ihnen unter 25 Jahren. Die Folge: \u201eDas l\u00e4ndliche Ostdeutschland geh\u00f6rt zu den Regionen in Europa mit dem niedrigsten Anteil von Frauen in Relation zu M\u00e4nnern. In einigen Gebieten kommen bei den 18- bis 30-J\u00e4hrigen weniger als 70 Frauen auf 100 M\u00e4nner.\u201c So hielt es das Bundesinstitut f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsforschung 2024 fest.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Stand 2024 lag die Bev\u00f6lkerungszahl nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Westdeutschland mit rund 67,5 Millionen Menschen etwa zehn Prozent h\u00f6her als 1990; im Osten schrumpfte die Zahl im gleichen Zeitraum um 16 Prozent auf 12,4 Millionen. W\u00e4hrend in Nordrhein-Westfalen 528 Menschen je Quadratkilometer leben, sind es in Mecklenburg-Vorpommern 68.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Realit\u00e4t des Alltags<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Laden, Arzt, Krankenhaus, Kita, Schule, Kneipe: Wo vergleichsweise wenige Menschen auf gro\u00dfe Fl\u00e4chen verteilt sind, wird die Versorgung komplizierter. So hat zum Beispiel ein Hausarzt in Brandenburg statistisch gesehen 1.436 Einwohner zu versorgen, im Bundesdurchschnitt hingegen nur 1.264. In dem Fall geht eine einfache Ost-West-Rechnung allerdings nicht auf. In Hamburg war das Verh\u00e4ltnis mit 1.118 Einwohnern je Hausarzt in etwa so wie in Mecklenburg-Vorpommern mit 1.149.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Trotzdem gilt die Formel: je l\u00e4ndlicher die Gegend, desto l\u00e4nger die Wege. Nach Angaben des Demografieportals der Bundesregierung gibt es in jeder zweiten Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern keinen Dorfladen mehr. \u201eDer Niedergang der \u00f6ffentlichen Daseinsvorsorge und die zunehmende Ungleichheit der Lebensverh\u00e4ltnisse tragen vermehrt zur Erosion lokaler Demokratie bei\u201c, hei\u00dft es in einem Antrag der Linken im Bundestag, die zur L\u00f6sung einen B\u00fcrgerrat einberufen lassen will.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Zufriedenheit mit der Demokratie<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Der R\u00fcckhalt f\u00fcr die Demokratie ist grunds\u00e4tzlich da, aber im Osten nicht ganz so stark wie im Westen. Laut Deutschland-Monitor 2025 waren in Westdeutschland 76 Prozent der Befragten mit der Demokratie als Idee sehr zufrieden. In Ostdeutschland waren es 65 Prozent. Mit dem Funktionieren der Demokratie waren im Westen 62 Prozent sehr oder eher zufrieden, im Osten nur 51 Prozent. 14 Prozent waren sehr unzufrieden, weitere 35 Prozent eher unzufrieden.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Ostbeauftragte Kaiser sieht keinen Beleg, dass in Ostdeutschland grunds\u00e4tzlich autorit\u00e4rer gedacht werde. \u201eAber ich glaube, dass Ostdeutschland oftmals ein Seismograph ist f\u00fcr gesellschaftliche Entwicklungen\u201c, sagt die SPD-Politikerin. \u201eUnd in Umfeldern, wo ich das Gef\u00fchl habe, hier bricht was weg, ich werde nicht gesehen, hier ver\u00e4ndert sich nichts zum Positiven in der individuellen Wahrnehmung, bin ich eben empf\u00e4nglicher f\u00fcr populistische oder autorit\u00e4re Gedanken.\u201c Ostdeutschland erfahre das, was in Westdeutschland nach und nach auch ankommen werde, meint Kaiser. (dpa\/red)<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":55455,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[132,7198],"tags":[29,430],"news-destination":[],"news-source":[7],"ta_other":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55454"}],"collection":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=55454"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55454\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":55456,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55454\/revisions\/55456"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/55455"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=55454"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=55454"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=55454"},{"taxonomy":"news-destination","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-destination?post=55454"},{"taxonomy":"news-source","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-source?post=55454"},{"taxonomy":"ta_other","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/ta_other?post=55454"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}