{"id":41325,"date":"2026-08-27T16:42:30","date_gmt":"2026-08-27T15:42:30","guid":{"rendered":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/?p=41325"},"modified":"2026-08-27T16:42:30","modified_gmt":"2026-08-27T15:42:30","slug":"nichts-ist-mehr-ubrig-pilger-paradies-wird-zur-todesfalle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/2026\/08\/27\/nichts-ist-mehr-ubrig-pilger-paradies-wird-zur-todesfalle\/","title":{"rendered":"\u201eNichts ist mehr \u00fcbrig\u201c: Pilger-Paradies wird zur Todesfalle"},"content":{"rendered":"<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Bilder k\u00f6nnten aus einem Katastrophenfilm stammen: Eine gigantische braune Wand aus Wasser, Schlamm und Ger\u00f6ll t\u00fcrmt sich pl\u00f6tzlich auf und schie\u00dft durch ein Himalaya-Tal. Schlamm und Wasser rei\u00dfen H\u00e4user mit, verschlucken Stra\u00dfen und schleudern Lastwagen herum wie Spielzeug. Menschen rennen um ihr Leben, w\u00e4hrend hinter ihnen ein ganzer Ort verschwindet.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Ein Alptraum-Szenario f\u00fcr alle, die am Mittwoch in der Region Rasuwa an der Grenze zwischen Nepal und Tibet unterwegs waren \u2013 und das waren viele, darunter auch mehr als 500 Touristen aus anderen Teilen der Welt. Die nepalesische Tourismusbeh\u00f6rde spricht auch von acht Deutschen und einem Schweizer, zu denen es keinen Kontakt mehr gebe. Ihr Schicksal ist unklar.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Sp\u00e4ter werden erste Leichen gefunden, Dutzende viele Kilometer entfernt an der Grenze zu Indien und v\u00f6llig entstellt. Die Flut hat ihre Opfer \u00fcber ungeheure Strecken mitgerissen. Insgesamt gelten mittlerweile mehr als 1.400 Menschen als vermisst.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Was sagen Augenzeugen?<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">\u201eGestern war der schlimmste Moment unseres Lebens. Viele von uns haben es rechtzeitig geschafft, sich in Sicherheit zu bringen \u2013 aber viele andere nicht\u201c, sagte Suraj Silwal, Mitarbeiter der Stadtverwaltung von Bidur, einer der am schlimmsten betroffenen Gemeinden, am Telefon der Deutschen Presse-Agentur.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Familien suchten verzweifelt nach ihren Angeh\u00f6rigen, die vielleicht nie mehr nach Hause kommen. \u201eMein Freund und seine Mutter werden noch vermisst \u2013 sie wurden aus ihrem eigenen Haus fortgerissen.\u201c<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Such- und Rettungsaktionen seien aber extrem schwierig, erz\u00e4hlte Silwal. \u201eEs gibt Gebiete, die wir noch immer nicht erreichen k\u00f6nnen \u2013 da sind keine Br\u00fccken mehr, es gibt keine Durchfahrt. Alles sieht so trostlos aus.\u201c Aber St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck k\u00e4men die Helfer voran und w\u00fcrden mittlerweile zu H\u00e4usern vordringen, die vorher nicht erreichbar waren: \u201eWir schauen, ob jemand dort auf Hilfe oder Lebensmittel wartet.\u201c<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Touristen- und Pilgerparadies Himalaya<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Nepal geh\u00f6rt zu den \u00e4rmsten L\u00e4ndern Asiens, und gerade in den abgelegenen Himalaya-Regionen ist die Infrastruktur vielerorts \u00e4u\u00dferst fragil. Stra\u00dfen sind schmal und schwer zug\u00e4nglich, Br\u00fccken und Verkehrswege k\u00f6nnen bei Unwettern schnell zerst\u00f6rt werden.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Gleichzeitig lebt das Land in hohem Ma\u00dfe vom Tourismus \u2013 und der Himalaya mit Achttausendern wie dem Mount Everest und dem Annapurna ist sein gr\u00f6\u00dftes Kapital.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Rasuwa liegt dabei mitten in einer besonders reizvollen und zugleich abgelegenen Landschaft des h\u00f6chsten Gebirges der Erde. Die Region ist das Tor zum Langtang-Nationalpark, einem der wichtigsten Trekkinggebiete Nepals, mit schneebedeckten Gipfeln, Gletschern und Hochgebirgsseen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Hier liegen auf rund 4.000 Metern H\u00f6he etwa die heiligen Seen von Gosainkund, die als bedeutender Wallfahrtsort f\u00fcr Hindus und Buddhisten gelten.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Und durch Rasuwa f\u00fchrt auch eine wichtige Route Richtung Tibet und weiter zum heiligen Berg Kailash und zum Manasarovar-See. Gerade Ende August sind dort viele Pilger unterwegs \u2013 darunter zahlreiche Inder, die auf dem Weg zum Kailash sind.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">\u201eTimure ist komplett verschwunden\u201c<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Jetzt aber gibt es in der sonst so pr\u00e4chtigen Landschaft nur noch eine Farbe: Braun. Eine dicke, alles verschlingende Masse aus Wasser, Schlamm, Steinen und Ger\u00f6ll. Sie hat alles unter sich begraben, was ihr im Weg stand, Fahrzeuge, H\u00e4user, Br\u00fccken, M\u00e4rkte und viele, sehr viele Menschen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Ein Augenzeuge aus dem Ort Timure sagte dem nepalesischen Nachrichtenportal Nepal News: \u201eTimure ist komplett verschwunden, nichts ist mehr \u00fcbrig.\u201c Er habe es kaum glauben k\u00f6nnen, als der Markt direkt vor seinen eigenen Augen weggesp\u00fclt wurde. \u201eIch habe noch nie eine solche Flut gesehen.\u201c Ein anderer, der Anwohner Sanjeev Shrestha, sagte dem Nachrichenportal Ratopati, etwa 75 Prozent aller Menschen in der Gemeinde seien wahrscheinlich von der Schlammflut versch\u00fcttet worden.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Auch auf der chinesischen Seite wurden Menschen von den enormen Wassermassen \u00fcberrascht. Erst im vergangenen Jahr hatte eine schwere Flut die Bev\u00f6lkerung in dem Tal getroffen. Jetzt werden Hunderte vermisst, zur\u00fcck bleibt eine Schneise der Zerst\u00f6rung.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Vor allem am Grenz\u00fcbergang Gyirong gibt es schwere Sch\u00e4den. 2024 lief dort fast 30 Prozent des Handelsvolumens zwischen China und Nepal hindurch, wie Chinas Staatsmedien berichteten. Jetzt sind Stra\u00dfen unpassierbar geworden, die Kommunikationsverbindungen brachen zusammen.<\/div>\n<div class=\"heading-4\"><div class=\"related-container heading-4\"><div class=\"offset-md-1-8 none-padding related-articles\">\n<div class=\"label\"><h6 class=\"heading-6\">Mehr dazu<\/h6><\/div>\n<ul class=\"mu-related\"><li class=\"related-article mb-2 flex items-center justify-between\">\n<div class=\"title\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/panorama\/himalaya-flutwelle-mehr-als-1-300-vermisste-darunter-580-touristen-a5592385.html\"><h4 class=\"heading-4\">Himalaya-Flutwelle:  Mehr als 1.300 Vermisste, darunter 580 Touristen<\/h4><\/a><\/div>\n<div class=\"mr-2.5 self-start\"><div><div class=\"no-print ml-[15px] cursor-pointer text-black\/[.75]\"><div class=\"add-to-list\"><\/div><\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"card-img\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/panorama\/himalaya-flutwelle-mehr-als-1-300-vermisste-darunter-580-touristen-a5592385.html\"><div class=\"\"><figure><img alt=\"Himalaya-Flutwelle:  Mehr als 1.300 Vermisste, darunter 580 Touristen\" loading=\"lazy\" width=\"90\" height=\"60\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/08\/GettyImages-2291667580-420x280.7e26bf1994d8bad0ab40fc50cff948b3.webp\" class=\"wp-image-41328\" srcset=\"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/08\/GettyImages-2291667580-420x280.7e26bf1994d8bad0ab40fc50cff948b3.webp 420w, https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/08\/GettyImages-2291667580-420x280.7e26bf1994d8bad0ab40fc50cff948b3-300x200.webp 300w\" sizes=\"(max-width: 90px) 100vw, 90px\" \/><\/figure><\/div><\/a><\/div>\n<\/li><\/ul>\n<\/div><\/div><\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Wie es zu der verheerenden Sturzflut in Nepal kam<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Ein Gletscherabbruch l\u00f6st binnen Minuten eine Flutwelle in Nepal aus. Was Experten \u00fcber die Ursachen solcher Katastrophen sagen. Und welche Rolle der Klimawandel spielt.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die gigantische Flutwelle in Nepal geht einem Experten zufolge auf einen Gletschersturz zur\u00fcck. Nach derzeitigem Wissensstand rekonstruiert Niels Hovius vom GFZ Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Geoforschung folgenden Ablauf: Am Mittwochmorgen bricht um 8:37 Uhr Ortszeit (6:37 Uhr MESZ) ein Teil der Bergflanke mit einem Gletscher vom Nordhang des Langtang Lirung ab, dem mit gut 7.200 Metern h\u00f6chsten Gipfel der nepalesischen Region Langtang.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Bei dem mehr als 1.000 Meter tiefen Abrutschen l\u00e4sst die \u2013 etwa durch Reibung frei werdende \u2013 Energie das Eis fast augenblicklich schmelzen. So stark ist die Ersch\u00fctterung beim Aufprall, das Erdbebennetzwerk des GFZ ein Erdbeben der St\u00e4rke 5,7 aufzeichnet.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Ob bei dem Sturz noch Gletscherseen mitgerissen wurden, war zun\u00e4chst unklar. Hovius, Leiter der GFZ-Sektion Geomorphologie, geht davon aus, dass das Wasser der Flutwelle vor allem vom Gletscher selbst stammte. In dem engen Tal fegt die Sturzflut aus Wasser und Schlamm mit sch\u00e4tzungsweise 40 Metern pro Sekunde \u2013 umgerechnet etwa 144 Kilometer pro Stunde \u2013 abw\u00e4rts.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Gerade die Gel\u00e4ndeform erkl\u00e4rt f\u00fcr Hovius die verheerende Wucht der Sturzflut: \u201eDas Tal ist sehr eng und sehr steil\u201c, sagte der Experte. \u201eDadurch konnten sich die Wassermengen derart auft\u00fcrmen.\u201c Weitere Details waren vorerst unklar, auch weil es durch die derzeitige Monsunsaison anfangs keine Satellitenbilder aus der Region gab.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">\u201eAlarmierend ist, dass es \u00fcberall im Himalaya Gletscher und Gletscherseen gibt\u201c, sagte Hovius. \u201eUnd es gibt unterschiedlichste Prozesse, die letztlich das gleiche Endresultat haben.\u201c Hier war es ein Gletscherabbruch, aber auch das Bersten von Gletschersee-D\u00e4mmen und Ger\u00f6ll-Lawinen k\u00f6nnen Flutwellen ausl\u00f6sen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Ob der Klimawandel zur Katastrophe beigetragen hat, lasse sich nicht eindeutig sagen, meinte Hovius. Solche Ereignisse habe es auch zu anderen Zeiten gegeben. Allerdings: \u201eGletscher schmelzen, Permafrost taut, die Null-Grad-Grenze steigt \u2013 und der Himalaya ist schwer betroffen\u201c, so der Experte. \u201eDiese Umweltbedingungen erh\u00f6hen das Risiko von Destabilisierungen.\u201c Das gelte auch f\u00fcr andere Hochgebirgsregionen, etwa die Anden \u2013 und auch f\u00fcr die Alpen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><span style=\"font-size:16px\"> (dpa\/red)<\/span><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":41326,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[130,7198],"tags":[443,3060,1302,1165,54,2360,1160],"news-destination":[],"news-source":[7],"ta_other":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41325"}],"collection":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=41325"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41325\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":41329,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41325\/revisions\/41329"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/41326"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=41325"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=41325"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=41325"},{"taxonomy":"news-destination","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-destination?post=41325"},{"taxonomy":"news-source","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-source?post=41325"},{"taxonomy":"ta_other","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/ta_other?post=41325"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}