{"id":36401,"date":"2026-08-15T11:44:31","date_gmt":"2026-08-15T10:44:31","guid":{"rendered":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/?p=36401"},"modified":"2026-08-15T11:44:31","modified_gmt":"2026-08-15T10:44:31","slug":"ifo-prasident-fuest-fordert-einheitliche-mehrwertsteuer-wer-gewinnt-wer-verliert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/2026\/08\/15\/ifo-prasident-fuest-fordert-einheitliche-mehrwertsteuer-wer-gewinnt-wer-verliert\/","title":{"rendered":"Ifo-Pr\u00e4sident Fuest fordert einheitliche Mehrwertsteuer: Wer gewinnt, wer verliert?"},"content":{"rendered":"<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><hr><\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">In K\u00fcrze:<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><ul>\n<li>Ifo-Pr\u00e4sident Clemens Fuest schl\u00e4gt vor, den erm\u00e4\u00dfigten Mehrwertsteuersatz abzuschaffen und niedrige Einkommen <strong>direkt<\/strong> <strong>zu<\/strong> <strong>entlasten<\/strong>.<\/li>\n<li>Eine Modellrechnung zeigt: Ein einheitlicher <strong>Satz von<\/strong> <strong>16,74<\/strong> Prozent w\u00e4re aufkommensneutral, w\u00fcrde Geringverdiener aber relativ st\u00e4rker belasten.<\/li>\n<li>Weniger Ausnahmen k\u00f6nnten <strong>B\u00fcrokratie<\/strong> <strong>abbauen<\/strong> \u2013 wer tats\u00e4chlich gewinnt oder verliert, h\u00e4ngt vom Sozialausgleich und der Verwendung der Mehreinnahmen ab.<\/li>\n<\/ul><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><hr><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">\u00a0<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Ein Brot wird in Deutschland mit 7 Prozent Umsatzsteuer belastet, viele andere Waren und Dienstleistungen mit 19 Prozent. Auch B\u00fccher, Hotel\u00fcbernachtungen, der Nahverkehr und seit Anfang 2026 wieder Speisen in Restaurants profitieren von erm\u00e4\u00dfigten S\u00e4tzen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Hinter dem scheinbar einfachen System stehen <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/ustg_1980\/anlage_2.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zahlreiche Ausnahmen<\/a>, mit denen der Staat soziale, kulturelle, verkehrs- oder wirtschaftspolitische Ziele verfolgt.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Nun hat der Pr\u00e4sident des ifo Instituts in M\u00fcnchen, Clemens Fuest, in der <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/mehrwertsteuer-revolution-ifo-praesident-will-den-steuersatz-von-7-prozent-kippen-6a72e24c3013d32d67880c76\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eBILD\u201c<\/a> den Vorschlag gemacht, den erm\u00e4\u00dfigten Mehrwertsteuersatz abzuschaffen. Zuk\u00fcnftig sollen alle Waren einheitlich mit 19 Prozent besteuert werden. Haushalte mit niedrigen Einkommen, so der Fuest-Vorschlag, sollen stattdessen \u00fcber direkte Transfers unterst\u00fctzt werden. Der ifo-Chef schl\u00e4gt konkret 360 Euro im Jahr als Ausgleich vor.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Dahinter steht die grundlegende Frage: Soll der Staat bestimmte G\u00fcter und Dienstleistungen f\u00fcr alle Verbraucher steuerlich verbilligen oder Menschen mit geringerem Einkommen gezielt unterst\u00fctzen?<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Dabei geht es um viel Geld.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Das ZEW \u2013 Leibniz-Zentrum f\u00fcr Europ\u00e4ische Wirtschaftsforschung hat das System des erm\u00e4\u00dfigten Mehrwertsteuersatzes im Auftrag des Bundesfinanzministeriums untersucht.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Nach dessen <a href=\"https:\/\/www.zew.de\/das-zew\/aktuelles\/gesenkte-umsatzsteuer-durch-weniger-ausnahmen-moeglich\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Angaben<\/a> aus einer Analyse vom April 2026 summieren sich die Steuermindereinnahmen durch erm\u00e4\u00dfigte Umsatzsteuers\u00e4tze im Jahr 2026 auf rund 43,5 Milliarden Euro. Allein f\u00fcr Nahrungsmittel veranschlagt die Studie 27,99 Milliarden Euro. Eine Reform k\u00f6nnte deshalb erheblichen finanziellen Spielraum schaffen. Der Staat k\u00f6nnte zus\u00e4tzliche Einnahmen behalten, f\u00fcr Sozialtransfers verwenden oder im Gegenzug den regul\u00e4ren Mehrwertsteuersatz senken.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Warum Deutschland zwei Steuers\u00e4tze hat<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Nach dem Umsatzsteuergesetz betr\u00e4gt der regul\u00e4re Satz 19 Prozent, f\u00fcr zahlreiche gesetzlich bestimmte Ums\u00e4tze gelten 7 Prozent. Deutschland bewegt sich damit unter dem <a href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/wp-admin\/post.php?post=5581309&#038;action=edit\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mittelwert<\/a> des regul\u00e4ren Mehrwertsteuersatzes der EU-Mitgliedl\u00e4nder.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die EU schreibt f\u00fcr den regul\u00e4ren Satz eine <a href=\"https:\/\/taxation-customs.ec.europa.eu\/taxation\/vat\/vat-directive\/vat-rates_en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Untergrenze von 15 Prozent<\/a> vor und erlaubt erm\u00e4\u00dfigte S\u00e4tze f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Waren und Dienstleistungen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Deutschland k\u00f6nnte sein System daher tats\u00e4chlich deutlich vereinfachen. Dass es auch anders geht, zeigt D\u00e4nemark: Dort gilt grunds\u00e4tzlich ein <a href=\"https:\/\/skat.dk\/de-de\/unternehmen\/umsatzsteuer\/umsatzsteuer-in-daenemark\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Satz von 25 Prozent<\/a>, einen allgemeinen erm\u00e4\u00dfigten Mehrwertsteuersatz gibt es nicht.<\/div>\n<div class=\"heading-4\"><div class=\"related-container heading-4\"><div class=\"offset-md-1-8 none-padding related-articles\">\n<div class=\"label\"><h6 class=\"heading-6\">Mehr dazu<\/h6><\/div>\n<ul class=\"mu-related\"><li class=\"related-article mb-2 flex items-center justify-between\">\n<div class=\"title\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/politik\/deutschland\/null-mehrwertsteuer-auf-lebensmittel-neue-debatte-wegen-steigender-inflation-a5450955.html\"><h4 class=\"heading-4\">Null-Mehrwertsteuer auf Lebensmittel? Neue Debatte wegen steigender Inflation<\/h4><\/a><\/div>\n<div class=\"mr-2.5 self-start\"><div><div class=\"no-print ml-[15px] cursor-pointer text-black\/[.75]\"><div class=\"add-to-list\"><\/div><\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"card-img\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/politik\/deutschland\/null-mehrwertsteuer-auf-lebensmittel-neue-debatte-wegen-steigender-inflation-a5450955.html\"><div class=\"\"><figure><img alt=\"Null-Mehrwertsteuer auf Lebensmittel? Neue Debatte wegen steigender Inflation\" loading=\"lazy\" width=\"90\" height=\"60\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/08\/d544yiohc7-v4-ax-s2048-420x280.be4e75f4d41aeb46ca352d14a6ee9282.webp\" class=\"wp-image-36416\" srcset=\"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/08\/d544yiohc7-v4-ax-s2048-420x280.be4e75f4d41aeb46ca352d14a6ee9282.webp 420w, https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/08\/d544yiohc7-v4-ax-s2048-420x280.be4e75f4d41aeb46ca352d14a6ee9282-300x200.webp 300w\" sizes=\"(max-width: 90px) 100vw, 90px\" \/><\/figure><\/div><\/a><\/div>\n<\/li><\/ul>\n<\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Begr\u00fcndungen f\u00fcr die deutschen Ausnahmen unterscheiden sich allerdings. Bei Lebensmitteln steht die soziale Entlastung im Vordergrund, bei B\u00fcchern und Zeitungen kommen kulturpolitische Ziele hinzu.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Der niedrigere Satz im Nahverkehr soll auch verkehrs- und umweltpolitische Zwecke unterst\u00fctzen. Andere Verg\u00fcnstigungen sollen bestimmte Wirtschaftszweige entlasten. Diese vielen Ziele haben ihren Preis.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Zudem erscheinen die Regelungen f\u00fcr Konsumenten und H\u00e4ndler nicht immer nachvollziehbar. So fallen f\u00fcr Kartoffeln, Leitungswasser und \u00c4pfel 19 Prozent an, f\u00fcr S\u00fc\u00dfkartoffeln, Mineralwasser und Apfelsaft aber nur 7 Prozent. Beim Erwerb von einem Kaffee mit wenig Milch gilt der volle Satz, bei einem mit einem hohen Milchanteil hingegen der verminderte. F\u00fcr eine Brille werden 19 Prozent dazugeschlagen, f\u00fcr ein H\u00f6rger\u00e4t aber nur 7 Prozent.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Nach <a href=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/08\/pb08-26.a64655a49279278f87524d341f07f6e1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Angaben<\/a> des ZEW machen unterschiedliche Mehrwertsteuers\u00e4tze zudem Unternehmen und Beh\u00f6rden mehr Arbeit. Sie f\u00fchren zu Abgrenzungsproblemen und h\u00f6heren Kosten bei der Anwendung der Steuervorschriften. Weniger Ausnahmen k\u00f6nnten diesen Aufwand verringern.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Lebensmittel sind ein schwieriger Fall<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Sozialpolitisch wird eine Vereinheitlichung vor allem bei Lebensmitteln problematisch. Haushalte mit niedrigen Einkommen geben einen gr\u00f6\u00dferen Teil ihrer Konsumausgaben f\u00fcr Lebensmittel aus.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Bei Haushalten mit weniger als 1.000 Euro monatlichem Nettoeinkommen entfielen 2023 nach <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Gesellschaft-Umwelt\/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen\/Konsumausgaben-Lebenshaltungskosten\/Tabellen\/privater-konsum-haushaltsnettoeinkommen-evs.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Angaben<\/a> des Statistischen Bundesamtes 18,3 Prozent der Konsumausgaben auf Nahrungsmittel, Getr\u00e4nke und Tabakwaren. Bei Haushalten mit mindestens 5.000 Euro waren es 13,2 Prozent.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">In absoluten Eurobetr\u00e4gen sieht das Bild jedoch anders aus. Haushalte mit weniger als 1.000 Euro Nettoeinkommen gaben 2023 durchschnittlich 205 Euro im Monat f\u00fcr Nahrungsmittel, Getr\u00e4nke und Tabakwaren aus. Bei Haushalten mit mindestens 5.000 Euro Nettoeinkommen waren es 628 Euro. Aus diesen Zahlen allein l\u00e4sst sich allerdings noch nicht ableiten, wie stark die einzelnen Einkommensgruppen vom erm\u00e4\u00dfigten Mehrwertsteuersatz profitieren.<\/div>\n<div class=\"heading-4\"><div class=\"related-container heading-4\"><div class=\"offset-md-1-8 none-padding related-articles\">\n<div class=\"label\"><h6 class=\"heading-6\">Mehr dazu<\/h6><\/div>\n<ul class=\"mu-related\"><li class=\"related-article mb-2 flex items-center justify-between\">\n<div class=\"title\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/politik\/deutschland\/koalition-prueft-mehrwertsteuer-senkung-auf-grundnahrungsmittel-a5443566.html\"><h4 class=\"heading-4\">Koalition pr\u00fcft Mehrwertsteuer-Senkung auf Grundnahrungsmittel<\/h4><\/a><\/div>\n<div class=\"mr-2.5 self-start\"><div><div class=\"no-print ml-[15px] cursor-pointer text-black\/[.75]\"><div class=\"add-to-list\"><\/div><\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"card-img\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/politik\/deutschland\/koalition-prueft-mehrwertsteuer-senkung-auf-grundnahrungsmittel-a5443566.html\"><div class=\"\"><figure><img alt=\"Koalition pr\u00fcft Mehrwertsteuer-Senkung auf Grundnahrungsmittel\" loading=\"lazy\" width=\"90\" height=\"60\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/08\/kdxslyxt45-v16-ax-s2048-420x280.ed4acffcd2b5b8e7cf68dcacb1e676d4.webp\" class=\"wp-image-36417\" srcset=\"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/08\/kdxslyxt45-v16-ax-s2048-420x280.ed4acffcd2b5b8e7cf68dcacb1e676d4.webp 420w, https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/08\/kdxslyxt45-v16-ax-s2048-420x280.ed4acffcd2b5b8e7cf68dcacb1e676d4-300x200.webp 300w\" sizes=\"(max-width: 90px) 100vw, 90px\" \/><\/figure><\/div><\/a><\/div>\n<\/li><\/ul>\n<\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Genau dieses Spannungsverh\u00e4ltnis zeigt die ZEW-Simulation. Durch den erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz spart eine Person aus der niedrigsten untersuchten Einkommensgruppe im Durchschnitt 9,91 Euro im Monat, in der h\u00f6chsten Einkommensgruppe sind es 16,79 Euro.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Gemessen am Einkommen kehrt sich das Verh\u00e4ltnis jedoch um: Die Entlastung entspricht bei niedrigen Einkommen 1,21 Prozent, bei hohen Einkommen nur 0,28 Prozent.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Besserverdienende profitieren in Euro gerechnet somit st\u00e4rker. F\u00fcr Menschen mit niedrigen Einkommen f\u00e4llt die Entlastung relativ zum Einkommen jedoch mehr ins Gewicht.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Das ZEW h\u00e4lt den erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz auf Lebensmittel deshalb aus verteilungspolitischer Sicht f\u00fcr begr\u00fcndbar. Zugleich k\u00f6nnten nach Einsch\u00e4tzung der Forscher andere Instrumente dieses Ziel gezielter und kosteng\u00fcnstiger erreichen.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Ein einheitlicher Satz von 16,74 Prozent<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">In der politischen Debatte entsteht leicht der Eindruck, die einzige Alternative zum heutigen System seien 19 Prozent auf Lebensmittel und alle anderen bislang beg\u00fcnstigten G\u00fcter. Zwingend ist das nicht.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Das ZEW hat auch eine aufkommensneutrale Reform berechnet. Dabei w\u00fcrden s\u00e4mtliche erm\u00e4\u00dfigten Steuers\u00e4tze abgeschafft und die zus\u00e4tzlichen Einnahmen dazu verwendet, den regul\u00e4ren Satz zu senken. Nach der Modellrechnung k\u00f6nnte dann ein einheitlicher Mehrwertsteuersatz von 16,74 Prozent gelten.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">F\u00fcr Verbraucher h\u00e4tte eine solche Anpassung unterschiedliche Folgen. Wer einen gro\u00dfen Teil seines Geldes f\u00fcr Lebensmittel und andere heute erm\u00e4\u00dfigt besteuerte Produkte ausgibt, w\u00fcrde st\u00e4rker belastet. Wer dagegen \u00fcberwiegend Waren und Dienstleistungen kauft, auf die heute 19 Prozent entfallen, k\u00f6nnte von dem niedrigeren einheitlichen Satz profitieren.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Modellrechnung zeigt allerdings, dass Haushalte mit niedrigen Einkommen st\u00e4rker belastet w\u00fcrden. Bei den einkommensschw\u00e4chsten 10 Prozent entspricht die zus\u00e4tzliche Belastung laut ZEW 0,66 Prozent des Einkommens, bei den einkommensst\u00e4rksten 10 Prozent nur 0,05 Prozent.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">F\u00fcr die Berechnung nimmt das Institut an, dass Unternehmen 80 Prozent einer Mehrwertsteuer\u00e4nderung \u00fcber h\u00f6here oder niedrigere Preise an die Verbraucher weitergeben. Zudem ber\u00fccksichtigt es, dass Verbraucher ihr Kaufverhalten bei ver\u00e4nderten Preisen anpassen. Ein einheitlicher Steuersatz k\u00f6nnte das System zwar vereinfachen, w\u00fcrde ohne zus\u00e4tzlichen Ausgleich aber vor allem Menschen mit niedrigen Einkommen st\u00e4rker treffen.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Unternehmen: Weniger B\u00fcrokratie, neue Belastungen<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Auch f\u00fcr deutsche Unternehmen g\u00e4be es Gewinner und Verlierer. Unternehmen in bisher beg\u00fcnstigten Branchen k\u00f6nnten st\u00e4rker belastet werden. Steigt der Steuersatz etwa in Gastronomie, Hotellerie oder Teilen des Kulturbereichs, stellt sich die Frage, wie viel davon auf die Kunden abgeladen werden kann. Wo der Wettbewerb Preiserh\u00f6hungen erschwert, kann ein Teil der zus\u00e4tzlichen Steuer die Unternehmensmargen belasten.<\/div>\n<div class=\"heading-4\"><div class=\"related-container heading-4\"><div class=\"offset-md-1-8 none-padding related-articles\">\n<div class=\"label\"><h6 class=\"heading-6\">Mehr dazu<\/h6><\/div>\n<ul class=\"mu-related\"><li class=\"related-article mb-2 flex items-center justify-between\">\n<div class=\"title\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/politik\/deutschland\/bericht-bundesregierung-prueft-hoehere-mehrwertsteuer-a5439663.html\"><h4 class=\"heading-4\">Regierung pr\u00fcft h\u00f6here Mehrwertsteuer &#8211; Entlastung an anderer Stelle geplant<\/h4><\/a><\/div>\n<div class=\"mr-2.5 self-start\"><div><div class=\"no-print ml-[15px] cursor-pointer text-black\/[.75]\"><div class=\"add-to-list\"><\/div><\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"card-img\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/politik\/deutschland\/bericht-bundesregierung-prueft-hoehere-mehrwertsteuer-a5439663.html\"><div class=\"\"><figure><img alt=\"Regierung pr\u00fcft h\u00f6here Mehrwertsteuer - Entlastung an anderer Stelle geplant\" loading=\"lazy\" width=\"90\" height=\"60\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/08\/dts_image_15107_cgdboohbda_252_1600_1067_-420x280.65abb430eed73c163d504587783ceb44.webp\" class=\"wp-image-36418\" srcset=\"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/08\/dts_image_15107_cgdboohbda_252_1600_1067_-420x280.65abb430eed73c163d504587783ceb44.webp 420w, https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/08\/dts_image_15107_cgdboohbda_252_1600_1067_-420x280.65abb430eed73c163d504587783ceb44-300x200.webp 300w\" sizes=\"(max-width: 90px) 100vw, 90px\" \/><\/figure><\/div><\/a><\/div>\n<\/li><\/ul>\n<\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Von einem niedrigeren regul\u00e4ren Mehrwertsteuersatz w\u00fcrden nicht nur Verbraucher profitieren. Auch bestimmte Unternehmen h\u00e4tten geringere Kosten.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Normalerweise k\u00f6nnen Unternehmen die Mehrwertsteuer, die sie etwa beim Kauf von Waren oder Dienstleistungen zahlen, mit ihrer eigenen Umsatzsteuerschuld verrechnen. In einigen Branchen ist das jedoch nicht oder nur eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Das betrifft laut ZEW beispielsweise Teile der Finanz-, Versicherungs- und Vermietungswirtschaft. Sinkt der regul\u00e4re Mehrwertsteuersatz von 19 auf 16,74 Prozent, werden f\u00fcr diese Unternehmen bestimmte Eink\u00e4ufe und Dienstleistungen g\u00fcnstiger. Ein Teil der Entlastung k\u00e4me deshalb zun\u00e4chst ihnen und nicht den privaten Haushalten zugute.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Ohne Sozialausgleich verlieren niedrige Einkommen<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Sollten auch Lebensmittel k\u00fcnftig, wie von ifo-Pr\u00e4sident Fuest vorgeschlagen, dem regul\u00e4ren Satz unterliegen, k\u00f6nnte die Mehrbelastung niedriger Einkommen durch Transfers ausgeglichen werden. Dahinter steht die \u00dcberlegung, nicht mehr jedes Brot oder jeden Liter Milch unabh\u00e4ngig vom Einkommen des K\u00e4ufers steuerlich zu beg\u00fcnstigen, sondern das Geld gezielt an bed\u00fcrftige Haushalte zu geben.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die <a href=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/08\/9789264224520-en.94a241660dbb65c81ec35eb12a3778a1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">OECD<\/a> kommt in einer Untersuchung von 20 Mitgliedstaaten vor \u00fcber zehn Jahren zu einem \u00e4hnlichen Ergebnis. Erm\u00e4\u00dfigte Mehrwertsteuers\u00e4tze auf Lebensmittel und Energie entlasten Haushalte mit niedrigen Einkommen relativ st\u00e4rker. Dennoch bezeichnet die OECD solche Steuers\u00e4tze als \u201eein sehr ungeeignetes Instrument, um einkommensschwache Haushalte gezielt zu unterst\u00fctzen\u201c. Denn auch wohlhabende Haushalte profitieren von der Verg\u00fcnstigung.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Direkte Transfers k\u00f6nnten einkommensschwache Haushalte zielgerichteter entlasten. Ganz einfach w\u00e4re ein solcher Ausgleich jedoch nicht. Die OECD weist in einer sp\u00e4teren <a href=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/08\/9789264304468-en.d498dc08c2a961df8210e536993127a6.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Studie<\/a> darauf hin, dass es in der Praxis schwierig sein d\u00fcrfte, alle \u2013 und nur die \u2013 Verlierer einer Reform zu entsch\u00e4digen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Der Grund: Wie stark ein Haushalt durch h\u00f6here Mehrwertsteuers\u00e4tze belastet wird, h\u00e4ngt davon ab, welche Waren und Dienstleistungen er tats\u00e4chlich kauft. Zwei Haushalte mit gleichem Einkommen k\u00f6nnen deshalb unterschiedlich stark betroffen sein.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Damit verschiebt eine einheitliche Mehrwertsteuer letztlich Aufgaben aus dem Steuersystem in die Sozialpolitik.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Genau hier setzt Fuests Vorschlag an: Haushalte mit niedrigen Einkommen sollen einen direkten Ausgleich erhalten. Die verbleibenden Mehreinnahmen k\u00f6nnten genutzt werden, um den regul\u00e4ren Mehrwertsteuersatz um bis zu zwei Prozentpunkte zu senken oder die B\u00fcrger \u00fcber eine Reform der Einkommensteuer zu entlasten.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Aus der Abschaffung des erm\u00e4\u00dfigten Satzes w\u00fcrde damit nicht zwangsl\u00e4ufig eine reine Steuererh\u00f6hung, sondern eine Neuverteilung der Steuerlast. Wer dabei gewinnt oder verliert, entscheidet sich letztlich daran, wie der Sozialausgleich gestaltet wird und was mit den zus\u00e4tzlichen Steuereinnahmen geschieht.<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":36402,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7737,7198,131],"tags":[6464,12957,29,725,12958,122,12959,729,730,1095,12960,3267,12961,683,1547,12962,1102,128,116,12963],"news-destination":[],"news-source":[7],"ta_other":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36401"}],"collection":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36401"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36401\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":36419,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36401\/revisions\/36419"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/36402"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36401"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36401"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36401"},{"taxonomy":"news-destination","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-destination?post=36401"},{"taxonomy":"news-source","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-source?post=36401"},{"taxonomy":"ta_other","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/ta_other?post=36401"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}