{"id":32025,"date":"2026-08-03T16:05:03","date_gmt":"2026-08-03T15:05:03","guid":{"rendered":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/?p=32025"},"modified":"2026-08-03T16:05:03","modified_gmt":"2026-08-03T15:05:03","slug":"was-die-moderne-wirtschaft-von-den-zunften-lernen-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/2026\/08\/03\/was-die-moderne-wirtschaft-von-den-zunften-lernen-kann\/","title":{"rendered":"Was die moderne Wirtschaft von den Z\u00fcnften lernen kann"},"content":{"rendered":"<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">In den unruhigen Jahrhunderten nach dem Untergang des R\u00f6mischen Reiches war die Wirtschaft in Europa vorwiegend landwirtschaftlich gepr\u00e4gt. Doch ab dem 11. Jahrhundert erlebten St\u00e4dte, Handel und Gewerbe einen kr\u00e4ftigen Aufschwung \u2013 und mit ihnen die Z\u00fcnfte und Gilden, die bis ins 16. Jahrhundert hinein ihre Bl\u00fctezeit hatten. Diese Arbeiterverb\u00e4nde sicherten sich einen zentralen Platz im wirtschaftlichen, politischen, religi\u00f6sen und gesellschaftlichen Leben des Mittelalters. Sie schafften es zumindest f\u00fcr eine gewisse Zeit, Stabilit\u00e4t und Qualit\u00e4t in den fr\u00fchen Formen der Industrie aufrechtzuerhalten.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">\u201eZ\u00fcnfte hatten einen wesentlichen Zweck: den Schutz vor Wettbewerb\u201c, schrieb Paul Murray Kendall in dem Aufsatz \u201eThe Age of Chivalry and The Renaissance\u201c. Detaillierte und streng durchgesetzte Vorschriften legten Arbeitszeiten, Preise, Qualit\u00e4tsstandards sowie die Anzahl der Lehrlinge und Gesellen fest, die ein Meister besch\u00e4ftigen durfte. Durch die Aufrechterhaltung von Qualit\u00e4tsstandards, Lohns\u00e4tzen und Arbeitsvorschriften sowie durch die Einschr\u00e4nkung des Wettbewerbs sorgten die Z\u00fcnfte f\u00fcr Stabilit\u00e4t und Gerechtigkeit in den diversen Wirtschaftszweigen. Henri Pirenne schrieb dazu in <a href=\"https:\/\/archive.org\/details\/in.ernet.dli.2015.46564\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eEconomic and Social History of Medieval Europe\u201c<\/a>: \u201eDas Ideal waren stabile Verh\u00e4ltnisse in einer stabilen Wirtschaft.\u201c<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Es gab zwei Hauptarten mittelalterlicher Z\u00fcnfte beziehungsweise Gilden: Kaufmannsgilden und Handwerksz\u00fcnfte. Die Kaufmannsgilden entstanden zuerst. Gegen Ende des sogenannten dunklen Zeitalters schlossen sich umherziehende H\u00e4ndler zusammen, um sich gegenseitig Schutz zu bieten und ihre Interessen gemeinsam zu vertreten. Aus diesen zun\u00e4chst lockeren Vereinigungen entwickelten sich nach und nach rechtlich anerkannte K\u00f6rperschaften, die den Handel in ihrer jeweiligen Stadt regelten und \u00fcberwachten. Aus den reisenden H\u00e4ndlern wurden schlie\u00dflich wohlhabende Kaufleute, die ihre Waren durch Beauftragte vertreiben lie\u00dfen, w\u00e4hrend sie selbst in den aufstrebenden St\u00e4dten zunehmend wirtschaftlichen Einfluss und politische Macht gewannen.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Kontrolle, Qualit\u00e4t und Schutz vor Konkurrenz<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Wie in der Ausgabe der <a href=\"https:\/\/en.wikisource.org\/wiki\/Catholic_Encyclopedia_(1913)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eCatholic Encyclopedia\u201c<\/a> von 1913 erl\u00e4utert wird, lie\u00dfen die Kaufmannsgilden das Recht auf den Kauf und Verkauf von Lebensmitteln offen, regulierten jedoch den Handel mit praktisch allen anderen Waren. Die Gilden schr\u00e4nkten den Handel mit den Waren ein, auf die sie sich spezialisiert hatten, und verh\u00e4ngten Geldstrafen gegen diejenigen, die beim Handel ohne Mitgliedschaft in der \u00f6rtlichen Gilde erwischt wurden.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Gegen Ende des 11. Jahrhunderts begannen sich Z\u00fcnfte von Handwerkern und Kunsthandwerkern zu bilden, die sich an den Kaufmannsgilden orientierten. Diese Berufsverb\u00e4nde entstanden unter dem Einfluss zweier gleichzeitig wirkender Faktoren: Einerseits wollten die Stadtverwaltungen das Handwerk in ihren Gebieten regulieren, andererseits suchten die Handwerker den Zusammenhalt, um sich gegenseitig zu unterst\u00fctzen, wohlt\u00e4tige Aufgaben zu \u00fcbernehmen und sich gegen die Konkurrenz neuer Marktteilnehmer zu behaupten.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">\u201eDie dringende Notwendigkeit, zusammenzuhalten, um dem Wettbewerb durch Neuank\u00f6mmlinge standzuhalten, muss sich von Beginn des industriellen Zeitalters an bemerkbar gemacht haben\u201c, schrieb Pirenne. Somit \u201el\u00e4sst sich der Ursprung der Z\u00fcnfte auf das Wirken zweier Faktoren zur\u00fcckf\u00fchren: staatliche Autorit\u00e4t und freiwilliger Zusammenschluss\u201c.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Handwerksz\u00fcnfte behielten die Aus\u00fcbung ihres jeweiligen Handwerks ihren Mitgliedern und ausschlie\u00dflich diesen vor. Die Z\u00fcnfte wollten die Handwerker nicht nur vor \u00e4u\u00dferer Konkurrenz sch\u00fctzen, sondern auch vor Wettbewerb untereinander. Sie regelten, welche Arbeiten Handwerker ausf\u00fchren durften und welche Qualit\u00e4ts- und Preisvorgaben dabei einzuhalten waren.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Wie Pirenne hervorhob, \u201ebehielt sich die Zunft den st\u00e4dtischen Markt ausschlie\u00dflich f\u00fcr lokale Handwerker vor, schloss ihn f\u00fcr ausl\u00e4ndische Produkte aus und sorgte gleichzeitig daf\u00fcr, dass kein Mitglied des Berufsstands auf Kosten der anderen reich wurde\u201c. Somit stellte die strenge Regulierung der Arbeit der Handwerker nicht nur die Qualit\u00e4t der Produkte sicher, sondern bewahrte auch eine relative Gleichheit unter allen Mitgliedern des Berufsstands.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Diese Vorschriften wurden durch unangek\u00fcndigte Besuche st\u00e4dtischer Aufseher sowie durch die st\u00e4ndige Beobachtung durch die \u00d6ffentlichkeit durchgesetzt: Die Zunftmitglieder waren verpflichtet, an ihrem Fenster zu arbeiten, sodass man sie dabei beobachten konnte. Bei Betrug oder Nachl\u00e4ssigkeit drohten strenge Strafen. Die Z\u00fcnfte unterhielten eigene Gerichtssysteme, um Zunftmitglieder, die des Betrugs, der mangelhaften Ausf\u00fchrung, des unlauteren Wettbewerbs oder anderer Verst\u00f6\u00dfe f\u00fcr schuldig befunden wurden, zu verurteilen und sie gegebenenfalls mit Geldstrafen zu belegen.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Heimat des Handwerks<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">F\u00fcr nahezu jeden mittelalterlichen Handwerksberuf \u2013 F\u00e4rber, Glasbl\u00e4ser, Goldschmiede, Pflasterer, Tischler, Kistenbauer, Sattler und Schneider \u2013 gab es eine entsprechende Zunft. Sie alle hatten ihre eigene Zunft.<\/div>\n<div class=\"paragraph mb-5 pt-2.5 text-center xl:mb-[15px]\">\n<div class=\"mb-3 text-start\"><a href=\"https:\/\/images-de.epochtimes.de\/uploads\/2026\/07\/Mendel_I_053_v.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/div>\n<div class=\"inline-block text-start\"><div class=\"group relative cursor-pointer\">\n<div class=\"\"><figure><img alt=\"\" loading=\"lazy\" width=\"673\" height=\"972\" data-nimg=\"1\" class=\"size-full wp-image-5556413 mb-[5px] transition-opacity duration-150\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/08\/Mendel_I_053_v.0198b8145d49dd6cf12af4d9ca153743.webp\"><figcaption class=\"cursor-auto\"><p class=\"text-p-5\">Ein F\u00e4rber, 1433.<\/p>\n<div class=\"mt-[5px]\"><p class=\"text-caption min-w-36 italic\">Foto: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Mendel_I_053_v.jpg#\/media\/File:Mendel_I_053_v.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gemeinfrei<\/a> | Hausbuch der Mendelschen Zw\u00f6lfbr\u00fcderstiftung, Band 1. N\u00fcrnberg 1426\u20131549. Stadtbibliothek N\u00fcrnberg<\/p><\/div><\/figcaption><\/figure><\/div>\n<div class=\"absolute right-1 top-1 m-2 rounded bg-black p-1 text-white opacity-50 transition-opacity duration-150 group-hover:opacity-80\"><\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Diese Z\u00fcnfte pr\u00e4gten die Identit\u00e4t der Arbeiter nicht nur auf wirtschaftlicher Ebene. Oft verf\u00fcgten sie \u00fcber Zunfth\u00e4user, in denen Bankette, Veranstaltungen und Versammlungen stattfanden. Die Z\u00fcnfte w\u00e4hlten zudem Schutzheilige aus und verf\u00fcgten unter Umst\u00e4nden sogar \u00fcber eine eigene Kapelle f\u00fcr ihre Andachten. An religi\u00f6sen Festtagen zogen die Z\u00fcnfte gemeinsam in Prozessionen unter ihrem jeweiligen Banner oder Wappen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Dar\u00fcber hinaus erf\u00fcllten Z\u00fcnfte wichtige soziale und karitative Aufgaben und bildeten eine Art Sicherheitsnetz f\u00fcr Bed\u00fcrftige. Sie k\u00fcmmerten sich um Kranke und Waisen und boten ihren Mitgliedern eine f\u00fcr die damalige Zeit bemerkenswerte soziale Absicherung. Im Krankheitsfall konnten sie mit Unterst\u00fctzung rechnen, Witwen erhielten Versorgung und h\u00e4ufig wurden sogar die Bestattungskosten von der Zunft \u00fcbernommen. Die Z\u00fcnfte bem\u00fchten sich zudem darum, dass solche Unterst\u00fctzungsleistungen gar nicht erst erforderlich wurden. So engagierten sich die Bergwerksz\u00fcnfte beispielsweise f\u00fcr sichere und menschenw\u00fcrdige Arbeitsbedingungen ihrer Mitglieder.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Einige Z\u00fcnfte und Gilden \u00fcbten auch politische Macht aus, insbesondere die Kaufmannsgilden. Manche Z\u00fcnfte und Gilden waren selbstverwaltet und besetzten h\u00e4ufig wichtige Positionen in der Kommunalverwaltung mit ihren Mitgliedern, um die Interessen ihrer Branchen zu vertreten. Die Politik der Z\u00fcnfte und Gilden selbst wurde von einer Handvoll Amtstr\u00e4gern und einem Rat von Beratern bestimmt.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Aufstieg, Erstarrung und Niedergang<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Im Zunftwesen kam es selten vor, dass ein einzelner Handwerker seine Kollegen in Bezug auf Reichtum oder Status in erheblicher Weise \u00fcbertraf. Wie Pirenne es formulierte, verschaffte das Zunftwesen \u201eden Arbeitern eine sichere Stellung und hinderte sie daran, dar\u00fcber hinaus aufzusteigen\u201c. Das Kapital eines Handwerkers bestand aus seinem eigenen Haus, seiner Werkstatt und seinen Werkzeugen. Hinsichtlich der Anzahl der Mitarbeiter, die er einstellen durfte, und der Gr\u00f6\u00dfe des Betriebs, den er aufbauen konnte, gab es strenge Begrenzungen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Dennoch bot das Zunftwesen M\u00f6glichkeiten zum sozialen Aufstieg. Wer ein Handwerk erlernen wollte, trat in der Regel bereits als Jugendlicher, manchmal sogar als Kind, als Lehrling in die Werkstatt eines Meisters ein. Unter dessen Anleitung arbeitete er dann in seinem Gewerbe. Die Meister besa\u00dfen ihre eigene Werkstatt, verf\u00fcgten \u00fcber Werkzeuge und Materialien und galten als erfahrene, hoch angesehene Handwerker. Als selbstst\u00e4ndige Unternehmer geh\u00f6rten sie zum exklusiven Kreis der Zunftmitglieder und genossen sowohl fachliches Ansehen als auch gesellschaftliches Prestige. In ihrer Werkstatt arbeiteten in der Regel ein oder zwei Lehrlinge sowie ein Geselle.<\/div>\n<div class=\"paragraph mb-5 pt-2.5 text-center xl:mb-[15px]\">\n<div class=\"mb-3 text-start\"><a href=\"https:\/\/images-de.epochtimes.de\/uploads\/2026\/07\/Medieval_baker.jpeg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/div>\n<div class=\"inline-block text-start\"><div class=\"group relative cursor-pointer\">\n<div class=\"\"><figure><img alt=\"\" loading=\"lazy\" width=\"700\" height=\"434\" data-nimg=\"1\" class=\"size-image_700_x wp-image-5556415 mb-[5px] transition-opacity duration-150\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/08\/Medieval_baker-700x434.3ffd287317ec702431590353e99e0dd8.webp\"><figcaption class=\"cursor-auto\"><p class=\"text-p-5\">Ein mittelalterlicher B\u00e4cker mit seinem Lehrling. The Bodleian Library, Oxford, England.<\/p>\n<div class=\"mt-[5px]\"><p class=\"text-caption min-w-36 italic\">Foto: gemeinfrei<\/p><\/div><\/figcaption><\/figure><\/div>\n<div class=\"absolute right-1 top-1 m-2 rounded bg-black p-1 text-white opacity-50 transition-opacity duration-150 group-hover:opacity-80\"><\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Gesellen \u2013 bezahlte Arbeiter, die ihre Lehre abgeschlossen hatten, aber noch nicht den Meistertitel erlangt hatten \u2013 standen zwischen Lehrlingen und Meistern. Um diese Stufe zu erreichen, mussten sie ihre Kompetenz unter Beweis stellen, indem sie ein Werkst\u00fcck anfertigten, das von den anderen Zunftmitgliedern gepr\u00fcft und genehmigt wurde. Dieses Werkst\u00fcck wurde als \u201eMeisterst\u00fcck\u201c bezeichnet und erm\u00f6glichte es einem angehenden Handwerker, vom Gesellen zum Meister aufzusteigen und eine eigene Werkstatt zu er\u00f6ffnen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die <a href=\"https:\/\/www.britannica.com\/topic\/guild-trade-association\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eEncyclopedia Britannica\u201c<\/a> stellte fest: \u201eIn ihrer Bl\u00fctezeit vom 12. bis zum 15. Jahrhundert sorgten die mittelalterlichen Kaufmannsgilden und Handwerksz\u00fcnfte in ihren St\u00e4dten und Gemeinden f\u00fcr eine gute Verwaltung und eine stabile wirtschaftliche Grundlage. Sie unterst\u00fctzten wohlt\u00e4tige Einrichtungen und bauten Schulen, Stra\u00dfen und Kirchen.\u201c<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Gleichzeitig neigte das Zunftwesen dazu, technischen Neuerungen entgegenzustehen, da diese zu Ungleichheiten unter den Handwerkern f\u00fchren konnten. Im Laufe der Zeit legten die Meister zudem immer h\u00f6here H\u00fcrden f\u00fcr den Aufstieg innerhalb der Zunft fest \u2013 vom Lehrling zum Gesellen und vom Gesellen zum Meister. Das System erstarrte zunehmend, wurde immer weniger praktikabel und immer ungerechter. Im Laufe der Jahrhunderte verlor es an Einfluss und Bedeutung. Als die Z\u00fcnfte w\u00e4hrend und nach der Aufkl\u00e4rung offiziell abgeschafft wurden, besa\u00dfen sie l\u00e4ngst nicht mehr die Macht und das Gewicht fr\u00fcherer Zeiten.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Alte Ordnung mit modernen Fragen<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Trotz ihrer M\u00e4ngel sind Z\u00fcnfte ein interessantes historisches Beispiel f\u00fcr eine wirtschaftliche Einheit, die im besten Fall sowohl den Interessen der Produzenten als auch denen der Verbraucher dienen konnte. Sie d\u00e4mpften die verheerenden Auswirkungen eines ungebremsten industriellen oder technologischen Wachstums, das oft mit der Ausbeutung von Arbeitern einherging, und wahrten gleichzeitig die Freiheit von Arbeitern und Unternehmern, ihre Situation zumindest bis zu einem gewissen Grad voranzubringen und zu verbessern. Durch ihre religi\u00f6sen und sozialen Dimensionen erhielten die Arbeiter zudem eine Identit\u00e4t und ein Gemeinschaftsgef\u00fchl. In Zeiten der Not wurden ihre Bed\u00fcrfnisse gedeckt, ohne dass sie auf Almosen angewiesen waren.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">In der sp\u00e4teren Debatte zwischen Kapitalismus und Sozialismus nahmen die Z\u00fcnfte eine interessante Zwischenposition ein. Durch das Zunftsystem wurde verhindert, dass einzelne Unternehmen so viel Macht und Reichtum erlangten, dass sie andere aus dem Gesch\u00e4ft dr\u00e4ngten oder eine Vielzahl von Arbeitnehmern unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen ausbeuteten.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">In einem Zunftsystem k\u00f6nnte es nie zu einer Situation kommen, in der Unternehmen so m\u00e4chtig sind wie Regierungen, wie wir es derzeit bei den \u201eBig Tech\u201c-Unternehmen beobachten. Gleichzeitig \u00fcbergaben die Z\u00fcnfte die Produktionsmittel weder an den Staat noch an die Gemeinschaft. Die einzelnen Arbeiter behielten das Eigentum an ihren Betrieben und ein gewisses Ma\u00df an Freiheit, um ihren Lebensstandard zu verbessern. Sie waren nicht vom Staat abh\u00e4ngig und, obwohl die Zunft den Arbeitern viel abverlangte, nicht von ihr versklavt. Sie gab ihnen ebenso viel, wie sie von ihnen verlangte.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><em>Dieser Artikel erschien im Original auf <a href=\"https:\/\/www.theepochtimes.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">theepochtimes.com<\/a> unter dem Titel <a href=\"https:\/\/www.theepochtimes.com\/bright\/medieval-guilds-how-they-worked-and-what-we-can-learn-from-them-5994635\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eMedieval Guilds: How They Worked and What We Can Learn From Them\u201c<\/a>. (redaktionelle Bearbeitung: ee)<\/em><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":32026,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7737,7259,7198,7726],"tags":[11851,23,11852,11853,1324,11854],"news-destination":[],"news-source":[7],"ta_other":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32025"}],"collection":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32025"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32025\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32027,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32025\/revisions\/32027"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/32026"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32025"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32025"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32025"},{"taxonomy":"news-destination","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-destination?post=32025"},{"taxonomy":"news-source","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-source?post=32025"},{"taxonomy":"ta_other","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/ta_other?post=32025"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}