{"id":31839,"date":"2026-08-03T06:53:20","date_gmt":"2026-08-03T05:53:20","guid":{"rendered":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/?p=31839"},"modified":"2026-08-03T06:53:20","modified_gmt":"2026-08-03T05:53:20","slug":"meer-fur-alle-haben-italiens-strandbader-noch-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/2026\/08\/03\/meer-fur-alle-haben-italiens-strandbader-noch-zukunft\/","title":{"rendered":"Meer f\u00fcr alle \u2013 haben Italiens Strandb\u00e4der noch Zukunft?"},"content":{"rendered":"<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">August also. Der heilige Ferienmonat der Italiener. Normalerweise w\u00fcrden sie hier in Ostia, dem Stadtstrand von Rom, jetzt wieder dicht an dicht liegen. K\u00f6rper an K\u00f6rper, Liege an Liege, Schirm an Schirm. So wie jedes Jahr, wenn die Sonne wochenlang herunterbrennt. Nichts davon. Stattdessen sind im \u201eShilling\u201c, einem der bekanntesten Strandb\u00e4der der 90.000-Einwohner-Gemeinde, die Abrissbagger an der Arbeit. Gerade werden die Toilettenh\u00e4uschen plattgemacht. Abgesehen davon ist hier kein Mensch.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Das \u201eShilling\u201c ist ein gutes Beispiel f\u00fcr den Sinneswandel an Italiens Str\u00e4nden. Entlang der 7.500 Kilometer Mittelmeerk\u00fcste gibt es Tausende privat betriebene B\u00e4der, die Liegen und Schirme vermieten, eine \u00fcber Jahrzehnte gewachsene italienische Tradition. Jetzt jedoch gehen die Beh\u00f6rden in Ostia und anderswo dagegen vor, dass man nur ans Meer gelassen wird, wenn man daf\u00fcr bezahlt. Das hat mit einer 20 Jahre alten EU-Richtlinie zu tun, die nun endlich umgesetzt werden soll. Aber nicht nur.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Strand ist auch in Italien gratis \u2013 eigentlich<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Offiziell gibt es in Italien mehr als 7.300 Stabilimenti Balneari, tats\u00e4chlich wohl einige Tausend mehr. Die meisten sind Familienbetriebe \u2013 zumal man den Begriff Familie in Italien gro\u00dfz\u00fcgig auslegen kann. Auch die Mafia ist mancherorts dabei. Viele sind durch die Vermietung von Strandliege (Lettino) und Sonnenschirm (Ombrellone) reich geworden. In dieser Saison liegt die Durchschnittsmiete f\u00fcr zwei Liegen und Schirm bei etwa 40 Euro pro Tag. In einigen Regionen wie der Toskana kann es deutlich teurer werden.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Dabei geh\u00f6rt die K\u00fcste \u2013 so wie anderswo in Europa \u2013 auch in Italien eigentlich dem Staat. Von Gesetzes wegen m\u00fcsste das Ufer \u00fcberall f\u00fcr jedermann frei und kostenlos zug\u00e4nglich sein. Mehr als die H\u00e4lfte der Str\u00e4nde ist jedoch privat verpachtet, oft unter der Hand und oft auch zu Spottpreisen. Im Durchschnitt kostet die Konzession 8.200 Euro pro Jahr. Durchschnittlicher Umsatz, ermittelt vom Centrum f\u00fcr Europ\u00e4ische Politik (CEP): 260.000 Euro. Andere Sch\u00e4tzungen reichen weit dar\u00fcber hinaus.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Z\u00e4une und Mauern versperren Zugang zum Meer<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Bei Touristen aus dem Ausland sorgt die Liegegeb\u00fchr immer wieder f\u00fcr \u00c4rger. Die Italiener haben sich \u00fcber die Jahrzehnte daran gew\u00f6hnt. Allerdings wird es inzwischen auch einigen von ihnen zu viel. Die R\u00f6merin Isabella Pedrelli, die mit ihren beiden Kindern nach Ostia gekommen ist, sagt: \u201eEine Normalfamilie kann sich das \u00fcberhaupt nicht mehr leisten.\u201c In Neapel besetzten Aktivisten k\u00fcrzlich mit eigenen Handt\u00fcchern und Sonnenschirmen die Bezahlbereiche. Zudem sorgt f\u00fcr Unmut, dass vielerorts die Stabilimenti den Zugang zum Meer durch hohe Z\u00e4une und Mauern versperren.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">In Ostia sieht man \u00fcber kilometerlang kaum etwas davon. Damit soll jetzt Schluss sein. Die Stadtverwaltung von Rom \u2013 wozu der Vorort immer noch geh\u00f6rt \u2013 geht seit einiger Zeit rigoros gegen illegale Bauten und Machenschaften vor. Das \u201eShilling\u201c wurde wegen Bauvergehen und anderer Vorw\u00fcrfe gegen den Betreiber beschlagnahmt. Im Winter nahm es durch St\u00fcrme so schweren Schaden, dass es zur Ruine zu verfallen drohte.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Auch anderswo in Italien gehen die Beh\u00f6rden vor<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Nun wird es abgerissen, ebenso wie das \u201eSporting Beach\u201c daneben. Roms sozialdemokratischer B\u00fcrgermeister Roberto Gualtieri will dort nun eine Spiaggia Libera ansiedeln, einen \u201efreien Strand\u201c. Einem anderen Club, dem \u201eVillage\u201c, entzog die Stadt im Zuge von Mafia-Ermittlungen die Konzession und vergab sie an eine Genossenschaft. Ziel ist es, aus bislang nur 1,2 Kilometern Gratis-Strand (von insgesamt 11,3 Kilometern) 6,5 Kilometer zu machen. Statt 70 Stabilimenti soll es in Ostia k\u00fcnftig nur noch 35 geben.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Auch anderswo, wie an der italienischen Riviera in Ligurien oder in Apulien, unten im S\u00fcden, haben B\u00fcrgermeister damit begonnen, die Str\u00e4nde wieder kostenlos zu machen. Das h\u00e4ngt auch mit einer EU-Richtlinie von 2006 zusammen. Demnach m\u00fcssen die staatlichen Konzessionen f\u00fcr Strandabschnitte regelm\u00e4\u00dfig neu ausgeschrieben werden, weil es sich um \u00f6ffentlichen Grund handelt.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">EU-Richtlinie soll nun endlich umgesetzt werden<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Umsetzung der Richtlinie wurde von den verschiedensten Regierungen in Rom immer wieder hinausgeschoben. Nun soll 2027 doch damit begonnen werden. Viele hoffen, dass gr\u00f6\u00dfere Konkurrenz zu niedrigeren Preisen f\u00fchrt. Sicher ist das nicht.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Umso mehr gibt es von B\u00fcrgerinitiativen wie der Vereinigung Mare Libero (Freies Meer) Lob f\u00fcr die R\u00fcckwandlung von Str\u00e4nden in kostenlose Bereiche. \u201eWir m\u00fcssen deutlich machen, dass Strand, Meer und Luft \u00f6ffentliche G\u00fcter sind \u2013 und nichts, das man einfach verkaufen oder abtreten kann\u201c, sagt deren Rom-Statthalter Danilo Ruggeri. \u201eAber da ist noch einiges zu tun.\u201c<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Neuer \u00c4rger um mitgebrachte Speisen und Getr\u00e4nke<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Tats\u00e4chlich gab es eben erst neue Aufregung, weil einige Strandbad-Betreiber in Apulien ihren G\u00e4sten auch noch verbieten wollten, mitgebrachte Speisen und Getr\u00e4nke zu konsumieren. Begr\u00fcndet wurde dies mit einem m\u00f6glichen \u201eImageschaden\u201c.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Der Pr\u00e4sident der Region, Antonio Decaro, las den P\u00e4chtern daraufhin die Leviten. Angesichts der ohnehin extrem hohen Preise f\u00fcr Schirme und Liegen sei es absurd, den Leuten auch noch vorzuschreiben, teures Essen kaufen zu m\u00fcssen. \u201eDas Meer ist ein Allgemeingut. Es darf nicht zum Luxusgut werden.\u201c (dpa\/red)<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":31840,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[130,7198],"tags":[212,538,113],"news-destination":[],"news-source":[7],"ta_other":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31839"}],"collection":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31839"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31839\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31841,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31839\/revisions\/31841"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/31840"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31839"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31839"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31839"},{"taxonomy":"news-destination","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-destination?post=31839"},{"taxonomy":"news-source","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-source?post=31839"},{"taxonomy":"ta_other","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/ta_other?post=31839"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}