{"id":21345,"date":"2026-07-08T14:16:58","date_gmt":"2026-07-08T13:16:58","guid":{"rendered":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/?p=21345"},"modified":"2026-07-08T14:16:58","modified_gmt":"2026-07-08T13:16:58","slug":"ex-bmw-kommunikationschef-gaul-ich-wurde-heute-kein-autowerk-mehr-in-deutschland-bauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/2026\/07\/08\/ex-bmw-kommunikationschef-gaul-ich-wurde-heute-kein-autowerk-mehr-in-deutschland-bauen\/","title":{"rendered":"Ex-BMW Kommunikationschef Gaul: \u201eIch w\u00fcrde heute kein Autowerk mehr in Deutschland bauen\u201c"},"content":{"rendered":"<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><hr><\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2  lg:pt-1 xl:pt-2.5\">In K\u00fcrze:<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><ul>\n<li>\n<strong>Deutsche Autobauer stehen unter Druck<\/strong>, sind laut dem Ex-Kommunikationschef von BMW aber weiterhin wettbewerbsf\u00e4hig.<\/li>\n<li>\n<strong>Richard Gaul: China ist weniger Bedrohung als oft dargestellt<\/strong>; entscheidend sind Kosten, M\u00e4rkte und Strukturen.<\/li>\n<li>Gaul: Die Branche muss lokaler denken, flexibler produzieren <strong>und Technologieoffenheit bewahren<\/strong>.<\/li>\n<\/ul><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><hr><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">\u00a0<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die deutsche Automobilindustrie steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Schwache Absatzm\u00e4rkte, wachsende Konkurrenz aus China, hohe Kosten und der schwierige \u00dcbergang zur Elektromobilit\u00e4t setzen die Hersteller unter Druck. Dennoch sieht Richard Gaul, ehemaliger Kommunikationschef von BMW und seit rund 50 Jahren Kenner der Branche, die Zukunft der deutschen Autobauer keineswegs d\u00fcster. Im Interview mit Epoch Times erkl\u00e4rt er, warum die deutschen Hersteller besser aufgestellt sind, als vielfach behauptet, welche Fehler Politik und Manager gemacht haben und weshalb sich die Automobilindustrie grundlegend ver\u00e4ndern muss, um im globalen Wettbewerb zu bestehen.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Herr Gaul, wie ernst ist die Lage der deutschen Automobilindustrie? Erleben wir lediglich eine schwierige Phase oder ver\u00e4ndert sich die Branche grundlegend?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Antwort liegt dazwischen. Die gegenw\u00e4rtige Situation ist schwieriger als viele Krisen der Vergangenheit, auch wenn es schon damals gewaltige Herausforderungen gab. Heute haben wir es allerdings nicht mit einer einzelnen Belastung zu tun, sondern mit einer Vielzahl von Problemen gleichzeitig: Steuern, Energiepreise, die Stimmung rund um das Auto und vor allem die Debatten \u00fcber Z\u00f6lle.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Die deutsche Automobilindustrie galt \u00fcber Jahrzehnte hinweg als eine der erfolgreichsten Branchen des Landes. Was ist von diesem Erfolgsmodell geblieben?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Frage ist mir zu negativ gestellt. Die deutsche Automobilindustrie ist nach wie vor eine der wichtigsten Branchen des Landes. Sie wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch diese Krise bew\u00e4ltigen. Ob alle Marken langfristig weltweit bestehen bleiben, ist eine andere Frage.<\/div>\n<div class=\"heading-4\"><div class=\"related-container heading-4\"><div class=\"offset-md-1-8 none-padding related-articles\">\n<div class=\"label\"><h6 class=\"heading-6\">Mehr dazu<\/h6><\/div>\n<ul class=\"mu-related\"><li class=\"related-article mb-2 flex items-center justify-between\">\n<div class=\"title\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/wirtschaft\/standortkrise-fuer-deutsche-autoindustrie-bis-zu-225-000-jobs-bedroht-a5488898.html\"><h4 class=\"heading-4\">Standortkrise f\u00fcr deutsche Autoindustrie: Bis zu 225.000 Jobs bedroht<\/h4><\/a><\/div>\n<div class=\"mr-2.5 self-start\"><div><div class=\"no-print ml-[15px] cursor-pointer text-black\/[.75]\"><div class=\"add-to-list\"><\/div><\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"card-img\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/wirtschaft\/standortkrise-fuer-deutsche-autoindustrie-bis-zu-225-000-jobs-bedroht-a5488898.html\"><div class=\"\"><figure><img alt=\"Standortkrise f\u00fcr deutsche Autoindustrie: Bis zu 225.000 Jobs bedroht\" loading=\"lazy\" width=\"90\" height=\"60\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/joxqspguth-v4-ax-s2048-420x280.4e1d5ff33ad47f624bd115e1dffd1fca.webp\" class=\"wp-image-21362\" srcset=\"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/joxqspguth-v4-ax-s2048-420x280.4e1d5ff33ad47f624bd115e1dffd1fca.webp 420w, https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/joxqspguth-v4-ax-s2048-420x280.4e1d5ff33ad47f624bd115e1dffd1fca-300x200.webp 300w\" sizes=\"(max-width: 90px) 100vw, 90px\" \/><\/figure><\/div><\/a><\/div>\n<\/li><\/ul>\n<\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Grunds\u00e4tzlich verf\u00fcgt die deutsche Automobilindustrie weiterhin \u00fcber einen erheblichen Standortvorteil: Forschung und Entwicklung in Deutschland. Wenn die Sonne scheint, holt man bekanntlich keinen Regenmantel heraus. Die gegenw\u00e4rtigen Belastungen f\u00fchren nun dazu, dass notwendige Ver\u00e4nderungen beschleunigt werden. Volkswagen beispielsweise hatte schon lange zu viele Besch\u00e4ftigte. Aufgrund der Aktion\u00e4rsstruktur und des Einflusses des Landes Niedersachsen wurde dieses Problem jedoch nie grundlegend gel\u00f6st. Jetzt findet offenbar eine tiefgreifende Restrukturierung statt. Am Ende wird Volkswagen wahrscheinlich besser dastehen als zuvor.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Lange Zeit war China der wichtigste Wachstumsmarkt der deutschen Hersteller. Heute kommen von dort einige ihrer st\u00e4rksten Konkurrenten. Haben die deutschen Autobauer diese Entwicklung untersch\u00e4tzt?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Man hat vor allem nicht damit gerechnet, dass China selbst so schnell in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten w\u00fcrde. Das Land befindet sich in einer schweren Krise, insbesondere die Immobilienprobleme halten seit Jahren an.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Vor etwa zehn Jahren erzielten die deutschen Hersteller noch gro\u00dfe Gewinne in China und den Vereinigten Staaten. Heute f\u00e4llt China als bedeutender Gewinnbringer weitgehend aus. Wenn die Menschen wirtschaftliche Probleme haben, kaufen sie sich keinen teuren Sportwagen aus Deutschland. Der Ergebnisbeitrag aus China ist deshalb dramatisch geschrumpft. In den Vereinigten Staaten sehen wir eine \u00e4hnliche Entwicklung, wenn auch nicht in derselben Sch\u00e4rfe. Die beiden wichtigsten Ertragsm\u00e4rkte bringen weniger Geld als fr\u00fcher. Dabei darf man eines nicht vergessen: Die deutschen Automobilhersteller machen nach wie vor Gewinne.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Gleichzeitig dr\u00e4ngen chinesische Hersteller auf den europ\u00e4ischen Markt. Was machen sie besser als ihre deutschen Konkurrenten?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Besser machen sie zun\u00e4chst einmal nichts. Ihre Produkte sind vor allem billiger. Ich bin seit rund 50 Jahren in der Automobilindustrie t\u00e4tig. Vor 40 Jahren kamen die Japaner, vor 20 Jahren die Koreaner. Jetzt kommen die Chinesen. So ist der Lauf der Welt: Neue Wettbewerber treten auf.<\/div>\n<div class=\"heading-4\"><div class=\"related-container heading-4\"><div class=\"offset-md-1-8 none-padding related-articles\">\n<div class=\"label\"><h6 class=\"heading-6\">Mehr dazu<\/h6><\/div>\n<ul class=\"mu-related\"><li class=\"related-article mb-2 flex items-center justify-between\">\n<div class=\"title\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/wirtschaft\/e-auto-praemie-deloitte-sieht-gefahr-fuer-europas-autoindustrie-a5340772.html\"><h4 class=\"heading-4\">E-Auto-Pr\u00e4mie: Deloitte sieht Gefahr f\u00fcr Europas Autoindustrie<\/h4><\/a><\/div>\n<div class=\"mr-2.5 self-start\"><div><div class=\"no-print ml-[15px] cursor-pointer text-black\/[.75]\"><div class=\"add-to-list\"><\/div><\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"card-img\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/wirtschaft\/e-auto-praemie-deloitte-sieht-gefahr-fuer-europas-autoindustrie-a5340772.html\"><div class=\"\"><figure><img alt=\"E-Auto-Pr\u00e4mie: Deloitte sieht Gefahr f\u00fcr Europas Autoindustrie\" loading=\"lazy\" width=\"90\" height=\"60\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/xe6b2fprey-v9-ax-s2048-420x280.ca10a97accf4fa301398c89140608854.webp\" class=\"wp-image-21363\" srcset=\"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/xe6b2fprey-v9-ax-s2048-420x280.ca10a97accf4fa301398c89140608854.webp 420w, https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/xe6b2fprey-v9-ax-s2048-420x280.ca10a97accf4fa301398c89140608854-300x200.webp 300w\" sizes=\"(max-width: 90px) 100vw, 90px\" \/><\/figure><\/div><\/a><\/div>\n<\/li><\/ul>\n<\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Allerdings tun sich die chinesischen Hersteller in Deutschland schwerer, als es die \u00f6ffentliche Wahrnehmung vermuten l\u00e4sst. Wenn in den Medien Bilder von gro\u00dfen BYD-Frachtern gezeigt werden, entsteht schnell der Eindruck, der Markt werde geradezu \u00fcberrollt. Tats\u00e4chlich kommen die chinesischen Hersteller Schritt f\u00fcr Schritt.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Woran liegt das?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Unter anderem am deutschen Vertriebssystem. Die Bedeutung eines funktionierenden H\u00e4ndlernetzes war vielen Newcomern aus China offenbar nicht in vollem Umfang bewusst. Sie m\u00fcssen nun m\u00fchsam eigene Strukturen aufbauen und H\u00e4ndler finden, die ihre Marken vertreten. Das dauert.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Kann die deutsche Automobilindustrie verlorene Marktanteile in China zur\u00fcckgewinnen?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Situation vor zehn Jahren war au\u00dfergew\u00f6hnlich. Vor allem der Volkswagen-Konzern hatte mit seinen Marken einen absurd hohen Marktanteil. Dass solche Marktanteile nicht dauerhaft zu halten sein w\u00fcrden, sobald chinesische Hersteller wettbewerbsf\u00e4hige Fahrzeuge anbieten, war abzusehen. Volkswagen hat so lange wie m\u00f6glich von den bestehenden Strukturen profitiert. Jetzt muss sich der Konzern anpassen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Ich w\u00fcrde es so zusammenfassen: Ich mache mir keine Sorgen um die deutsche Automobilindustrie. Ich mache mir Sorgen um die Automobilindustrie in Deutschland.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Was ist der Unterschied?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Angesichts der strukturellen Belastungen werden die deutschen Hersteller ihre Produktion in Deutschland zumindest nicht ausbauen. Stattdessen werden sie ihre Produktion an anderen Standorten verst\u00e4rken. Das muss nicht unbedingt China sein. Das gr\u00f6\u00dfte Einzelwerk von BMW befindet sich beispielsweise inzwischen in den Vereinigten Staaten. Auch Ungarn wird als Produktionsstandort wichtiger. Dort liegen die Energie- und Personalkosten erheblich niedriger. Nat\u00fcrlich werden Automobilhersteller solche Standorte nutzen. Genau deshalb mache ich mir Sorgen um die Automobilproduktion in Deutschland.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Deutschland wollte bei der Elektromobilit\u00e4t einmal Vorreiter sein. Heute entsteht h\u00e4ufig der Eindruck, dass chinesische Hersteller und Tesla das Tempo bestimmen. Was ist schiefgelaufen?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Bis vor wenigen Jahren hat weltweit kaum ein Hersteller mit Elektroautos Geld verdient. Die deutschen Hersteller waren\u00a0deshalb\u00a0bei der Markteinf\u00fchrung zur\u00fcckhaltend. Warum sollte man Autos in gro\u00dfen St\u00fcckzahlen verkaufen, mit denen sich kein Gewinn erzielen l\u00e4sst?<\/div>\n<div class=\"heading-4\"><div class=\"related-container heading-4\"><div class=\"offset-md-1-8 none-padding related-articles\">\n<div class=\"label\"><h6 class=\"heading-6\">Mehr dazu<\/h6><\/div>\n<ul class=\"mu-related\"><li class=\"related-article mb-2 flex items-center justify-between\">\n<div class=\"title\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/wirtschaft\/ferdinand-dudenhoeffer-jobs-in-der-autoindustrie-fallen-wie-dominosteine-a5257887.html\"><h4 class=\"heading-4\">Ferdinand Dudenh\u00f6ffer: Jobs in der Autoindustrie fallen wie Dominosteine<\/h4><\/a><\/div>\n<div class=\"mr-2.5 self-start\"><div><div class=\"no-print ml-[15px] cursor-pointer text-black\/[.75]\"><div class=\"add-to-list\"><\/div><\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"card-img\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/wirtschaft\/ferdinand-dudenhoeffer-jobs-in-der-autoindustrie-fallen-wie-dominosteine-a5257887.html\"><div class=\"\"><figure><img alt=\"Ferdinand Dudenh\u00f6ffer: Jobs in der Autoindustrie fallen wie Dominosteine\" loading=\"lazy\" width=\"90\" height=\"60\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/iStock-1305690526-420x280.67afadae0e0dfb1b7fcadbbc5a723235.webp\" class=\"wp-image-21364\" srcset=\"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/iStock-1305690526-420x280.67afadae0e0dfb1b7fcadbbc5a723235.webp 420w, https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/07\/iStock-1305690526-420x280.67afadae0e0dfb1b7fcadbbc5a723235-300x200.webp 300w\" sizes=\"(max-width: 90px) 100vw, 90px\" \/><\/figure><\/div><\/a><\/div>\n<\/li><\/ul>\n<\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Inzwischen hat sich die Situation ge\u00e4ndert. Auch die deutschen Hersteller verf\u00fcgen inzwischen \u00fcber ein breites Angebot an Elektroautos. Technologisch f\u00fchrende Fahrzeuge kommen heute durchaus aus Deutschland. Mercedes und BMW bieten gro\u00dfe Reichweiten und moderne Batterietechnologie. Die Technologief\u00fchrerschaft liegt keineswegs grunds\u00e4tzlich in China. Man muss auch ber\u00fccksichtigen, dass viele chinesische Hersteller bislang vor allem in g\u00fcnstigeren Marktsegmenten stark sind.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Dennoch stehen gerade deutsche Hersteller bei der Elektromobilit\u00e4t unter erheblichem Druck.<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Interessanterweise haben diejenigen Unternehmen die gr\u00f6\u00dften Probleme beziehungsweise Gewinneinbr\u00fcche, die besonders stark auf Elektromobilit\u00e4t gesetzt haben. Volkswagen hat ganze Werke f\u00fcr Elektroautos umgebaut. Heute gibt es dort teilweise Kurzarbeit, weil die Nachfrage hinter den Erwartungen zur\u00fcckbleibt.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Wurde der Verbrennungsmotor politisch und strategisch zu fr\u00fch abgeschrieben? Oder halten die deutschen Hersteller zu lange an dieser Technologie fest?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Schon die politische Fragestellung \u201eentweder oder\u201c ist falsch. Es geht um ein Sowohl-als-auch. Unter den deutschen Herstellern ist BMW besonders erfolgreich, und BMW bietet alle Antriebsarten an. In denselben Werken und teilweise auf denselben Produktionslinien entstehen Elektroautos, Diesel-, Benzin- und Hybridfahrzeuge sowie teilweise sogar Wasserstofffahrzeuge.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Der Kunde entscheidet, was er kaufen m\u00f6chte. Der Fehler der Politik bestand darin, zu glauben, man k\u00f6nne diese Entscheidung vorschreiben. Und der Fehler mancher Manager bestand darin, den politischen Vorgaben zu sehr zu vertrauen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Ich selbst fahre seit drei Jahren ein Elektroauto. Dass dem Elektroauto die Zukunft geh\u00f6rt, steht f\u00fcr mich au\u00dfer Frage. Ob der entscheidende Durchbruch nun 2030, 2033, 2035 oder 2037 erfolgt, ist letztlich nicht entscheidend. Elektroautos werden sich mittelfristig durchsetzen, w\u00e4hrend Benzin- und Dieselfahrzeuge an Bedeutung verlieren werden. Aber es wird gro\u00dfe Regionen auf der Welt geben, in denen die notwendige Ladeinfrastruktur auf absehbare Zeit fehlen wird. Dort werden Verbrennungsmotoren noch lange eine Rolle spielen.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Bei Verbrennungsmotoren hatten die deutschen Hersteller einen technologischen Vorsprung. Beginnt der Wettbewerb mit dem Elektroauto wieder bei null?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Im Wesentlichen ja. Bei Verbrennungsmotoren hatten die Deutschen einen erheblichen technologischen Vorsprung. Beim Elektroauto wurden die Karten neu gemischt. Aber auch dort sind die deutschen Hersteller keineswegs schlecht aufgestellt. Mein derzeitiges Elektroauto hat eine Reichweite von rund 550 Kilometern. Das Nachfolgemodell kommt auf etwa 850 Kilometer. Eine solche Entwicklung zeigt, wie schnell die Technologie voranschreitet.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Lange hie\u00df es, das Auto der Zukunft werde zum \u201eSmartphone auf R\u00e4dern\u201c.<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Das ist ein sch\u00f6ner Satz, aber inhaltlich Unsinn. Ein Auto hat vier etwa handtellergro\u00dfe Fl\u00e4chen, die \u00fcber Leben und Tod entscheiden: die Kontaktfl\u00e4chen der Reifen mit der Stra\u00dfe. Wer die grundlegenden Anforderungen des Automobilbaus nicht beherrscht, wird langfristig am Markt keine Chance haben oder zumindest sehr viel Lehrgeld bezahlen m\u00fcssen.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Angenommen, Sie m\u00fcssten heute \u00fcber den Bau eines neuen Werkes entscheiden. W\u00fcrden Sie es in Deutschland errichten?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Nein.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Warum nicht?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Deutschland ist zu teuer. Ich w\u00fcrde das Werk in Europa bauen, m\u00f6glichst in r\u00e4umlicher N\u00e4he zum Forschungs- und Entwicklungsstandort. Bei BMW w\u00e4re das M\u00fcnchen, bei Audi Ingolstadt, bei Mercedes Stuttgart und bei Volkswagen Wolfsburg. Ein Produktionsstandort sollte so gelegen sein, dass das Management ihn bei Bedarf schnell erreichen kann.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Aber ich w\u00fcrde nicht in Deutschland bauen. Die Energiepreise sind zu hoch. Hinzu kommt das demografische Problem. Zwar haben wir gen\u00fcgend Ingenieure, die Autos entwickeln k\u00f6nnen, aber zunehmend zu wenige Menschen, die sie bauen.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>China unterst\u00fctzt seine Industrie strategisch, die Vereinigten Staaten sch\u00fctzen ihren Markt. Deutschland und Europa setzen stark auf Regulierung. Ist die Politik im globalen Wettbewerb zu naiv?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Automobilhersteller sind nicht naiv. Die Politik ist h\u00e4ufig zu langsam. Die Automobilindustrie ist seit Jahrzehnten eine globale Industrie. Die Unternehmen sind international aufgestellt und besch\u00e4ftigen Menschen aus allen wichtigen M\u00e4rkten. Wer China verstehen will, muss die Chinesen fragen, die f\u00fcr das eigene Unternehmen arbeiten.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Um zu verstehen, was in einzelnen L\u00e4ndern und M\u00e4rkten geschieht, muss man Menschen aus diesen Regionen in die Unternehmen holen und ihnen zuh\u00f6ren. Der Staat als Regulierer ist dagegen fast immer zu sp\u00e4t.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Welchen Anteil haben die Manager der deutschen Autokonzerne selbst an der heutigen Situation?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Nat\u00fcrlich haben sie Fehler gemacht. Wer den Vorgaben der Politik blind gefolgt ist, hat heute gr\u00f6\u00dfere Probleme als diejenigen, die gesagt haben: Die Politik mag ihre Ziele formulieren, aber wir m\u00fcssen unsere Entscheidungen aufgrund unserer eigenen Marktkenntnisse treffen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Volkswagen beispielsweise hat sehr stark auf Elektromobilit\u00e4t gesetzt und die Produktion teilweise zu schnell umgestellt. BMW verfolgt einen anderen Ansatz und baut unterschiedliche Antriebsarten auf denselben Linien. Trotzdem ist das Unternehmen bei Elektroautos sehr erfolgreich.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Volkswagen hat zudem zeitweise darauf gesetzt, dass ein Elektroauto anders aussehen m\u00fcsse als ein Benziner oder Diesel. Die Nachfrage nach diesen Fahrzeugen ist nicht so stark gestiegen wie erwartet. Nun muss der Konzern umsteuern und wieder mehr Verbrenner produzieren. In drei oder f\u00fcnf Jahren kann die Situation schon wieder anders aussehen und die Nachfrage nach Elektroautos deutlich steigen.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Wird es Unternehmen wie BMW, Mercedes und Volkswagen in 20 Jahren noch geben?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Nicht in ihrer heutigen Form. Sie sehen heute schlie\u00dflich auch v\u00f6llig anders aus als vor 20 Jahren und vor 20 Jahren sahen sie anders aus als vor 50 Jahren. Unternehmen m\u00fcssen sich st\u00e4ndig ver\u00e4ndern.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Ich glaube, dass Forschung und Produktion k\u00fcnftig r\u00e4umlich st\u00e4rker voneinander getrennt sein werden. Schauen Sie sich Apple an. Das Unternehmen entwickelt seine Produkte in den Vereinigten Staaten, dort sitzen Forschung, Marketing und Design. Produziert wird dagegen weitgehend in Asien.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Eine \u00e4hnliche Entwicklung wird es in der Automobilindustrie geben. Forschungs- und Entwicklungsstandorte m\u00fcssen nicht mehr zwangsl\u00e4ufig dort liegen, wo der Gro\u00dfteil der Fahrzeuge produziert wird. Produktionswerke in unmittelbarer N\u00e4he der Entwicklungszentren wird es weiterhin geben. Aber ein wachsender Anteil der Produktion d\u00fcrfte dort stattfinden, wo kosteng\u00fcnstiger produziert werden kann.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Gleichzeitig m\u00fcssen die Hersteller ihre Fahrzeuge st\u00e4rker an einzelne M\u00e4rkte anpassen. Ist die Idee vom \u201eWeltauto\u201c damit gescheitert?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Ja, die Vorstellung, ein einziges Auto f\u00fcr die ganze Welt zu bauen, ist vorbei. Die deutschen Hersteller passen ihre Werke und Produkte schon heute stark an die jeweiligen lokalen Gegebenheiten an. Ein Beispiel ist China: K\u00e4ufer gro\u00dfer und teurer Limousinen sitzen dort h\u00e4ufig auf der R\u00fcckbank, w\u00e4hrend deutsche Kunden eher selbst fahren. Deshalb gibt es f\u00fcr den chinesischen Markt Modelle mit deutlich verl\u00e4ngertem Radstand.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Solche Unterschiede werden k\u00fcnftig noch wichtiger. Fahrzeuge m\u00fcssen an die lokale Nachfrage angepasst werden \u2013 dazu geh\u00f6rt auch der Preis. Deshalb brauchen internationale Unternehmen Mitarbeiter aus den jeweiligen Regionen. Entscheidend ist allerdings, dass ihnen auch zugeh\u00f6rt wird. Es reicht nicht aus, wenn ein lokaler Manager seinen Markt versteht, seine Erkenntnisse aber in der Konzernzentrale nicht ankommen. Die W\u00fcnsche der Kunden m\u00fcssen bis in die Bereiche Forschung und Entwicklung vordringen.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Die Automobilindustrie muss also lokaler und zugleich globaler werden?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Genau. Sie muss lokal denken, aber global produzieren und managen. Und dazu sind die deutschen Hersteller grunds\u00e4tzlich in der Lage.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>M\u00fcssen wir uns dann um die Zukunft der deutschen Automobilindustrie keine Sorgen machen?<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Nein, um die deutsche Automobilindustrie mache ich mir keine grunds\u00e4tzlichen Sorgen. Die Zukunft der Automobilproduktion in Deutschland ist allerdings eine andere Frage. Die Rahmenbedingungen m\u00fcssen sich dramatisch ver\u00e4ndern und verbessern, damit die industrielle Automobilproduktion hierzulande langfristig eine Zukunft hat.<\/div>\n<div class=\"mb-5\"><h5><strong>Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/strong><\/h5><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><em>Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte Patrick Langendorf.<\/em><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":21346,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7737,7198,131],"tags":[1345,518,9509,520,443,9510,9511,3784,1236,121,9512,3034,9513,9514,9515,5000,9516,2132,26,9517],"news-destination":[],"news-source":[7],"ta_other":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21345"}],"collection":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21345"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21345\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21365,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21345\/revisions\/21365"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/21346"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21345"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21345"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21345"},{"taxonomy":"news-destination","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-destination?post=21345"},{"taxonomy":"news-source","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-source?post=21345"},{"taxonomy":"ta_other","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/ta_other?post=21345"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}