{"id":14292,"date":"2026-05-30T16:40:27","date_gmt":"2026-05-30T15:40:27","guid":{"rendered":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/?p=14292"},"modified":"2026-05-30T16:40:27","modified_gmt":"2026-05-30T15:40:27","slug":"vermeers-geheimnisvolles-madchen-mit-dem-perlenohrring","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/2026\/05\/30\/vermeers-geheimnisvolles-madchen-mit-dem-perlenohrring\/","title":{"rendered":"Vermeers geheimnisvolles M\u00e4dchen mit dem Perlenohrring"},"content":{"rendered":"<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Von allen jungen Frauen auf den Gem\u00e4lden dieser Welt hat nur eine einzige den Ansto\u00df zu einem Roman, einem Film sowie zu einer Ausstellung gegeben, die 650.000 Besucher anzog: \u201eDas M\u00e4dchen mit dem Perlenohrring\u201c. Ihre Identit\u00e4t bleibt jedoch ein Geheimnis. Als das Gem\u00e4lde im Jahr 1696 erstmals versteigert wurde, lautete sein Titel schlicht \u201eEen Tronie in Antique Klederen, ongemeen konstig\u201c, \u00fcbersetzt \u201eEin Tronie in antikem Gewand, ungew\u00f6hnlich kunstvoll\u201c.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Der Begriff \u201eTronie\u201c stammt aus dem Goldenen Zeitalter der Niederlande. Er bezeichnet im Gegensatz zu einem Portr\u00e4t eines bestimmten Modells oder Auftraggebers ein Gem\u00e4lde einer fiktiven Figur. Obwohl viele Tronies nach lebendigen Vorbildern gemalt wurden, bestand die k\u00fcnstlerische Absicht darin, ein hypothetisches, idealisiertes Motiv zu erschaffen, ohne es einer bestimmten Person zuzuordnen. Und genau darin liegt das unwiderstehliche Geheimnis des Gem\u00e4ldes.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Der im niederl\u00e4ndischen Delft ans\u00e4ssige Maler Johannes Vermeer, der das Werk um 1665 erschuf, f\u00fchrte kein Luxusleben. Er hatte elf Kinder zu versorgen, hohe Schulden zu bedienen und konnte sich kein professionelles Modell leisten. F\u00fcr seine Gem\u00e4lde posierten oft seine eigenen Kinder, Bedienstete oder wer auch immer gerade verf\u00fcgbar und bereit war, kostenlos Modell zu stehen. Aber wer stand f\u00fcr das M\u00e4dchen mit dem Perlenohrring Modell?<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2 lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Ein Donnerschlag des Schicksals<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Bis zum Herbst 1654 hatte das Goldene Zeitalter der Niederlande die Art und Weise, wie Kunstwerke erschaffen, gekauft und verkauft wurden, grundlegend ver\u00e4ndert. In einer Republik ohne Monarchie, in der sich eine florierende Kaufmannsschicht die Versch\u00f6nerung ihrer H\u00e4user leisten konnte, wich der Bedarf an gro\u00dfformatigen, komplexen Gem\u00e4lden mit historischen und mythologischen Szenen. Stattdessen stieg die Nachfrage nach Darstellungen aus dem Alltagsleben, auch als \u201eGenrebilder\u201c bezeichnet.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">In der Stadt Delft, etwas au\u00dferhalb von Den Haag, lebte der prominenteste K\u00fcnstler, der diesen kulturellen Wandel meisterte: einer von Rembrandts begabtesten Sch\u00fclern, Carel Fabritius. Seine k\u00fcnstlerische Entwicklung zeigt eine deutliche Abkehr von Bildnissen mit Lazarus, Johannes dem T\u00e4ufer, Hera und Merkur hin zu Werken wie <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Carel_Fabritius_-_Self-portrait_-_National_Gallery,_London_-_1654.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eJunger Mann mit Pelzm\u00fctze\u201c<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Distelfink#\/media\/Datei:Carel_Fabritius_-_The_Goldfinch_-_605_-_Mauritshuis.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eDer Distelfink\u201c<\/a>.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Leider fand sein Leben ein tragisches Ende, als bei einem routinem\u00e4\u00dfigen Rundgang ein Pulverlager mit etwa 30 bis 40 Tonnen Schwarzpulver explodierte. Die als \u201eDelfter Donnerschlag\u201c bekannte Explosion war noch in 150 Kilometern Entfernung zu h\u00f6ren. Dabei wurde ein gro\u00dfer Teil der Stadt zerst\u00f6rt. Unter den Todesopfern war Carel Fabritius.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Vermeer hingegen \u00fcberlebte. In den Folgejahren fand sein Talent Anerkennung und er wurde zum Vorsitzenden der Delfter Lukasgilde gew\u00e4hlt. Seine k\u00fcnstlerische Karriere begann mit einigen Historienbildern, gefolgt von zwei Landschaften, mehr als zwei Dutzend Genrebildern und einigen Tronies.<\/div>\n<div class=\"paragraph mb-5 pt-2.5 text-center xl:mb-[15px]\"><div class=\"inline-block text-start\"><div class=\"group relative cursor-pointer\">\n<div class=\"\"><figure><img alt=\"\" loading=\"lazy\" width=\"700\" height=\"581\" data-nimg=\"1\" class=\"wp-image-5490484 size-image_700_x mb-[5px] transition-opacity duration-150\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/05\/960px-Vermeer-view-of-delft1-700x581.6a3b20ebebff16afd7a268f74351a0ce.webp\"><figcaption class=\"cursor-auto\"><p class=\"text-p-5\">\u201eAnsicht von Delft\u201c, um 1660\u20131661, von Johannes Vermeer. \u00d6l auf Leinwand, 96,5 \u00d7 115,5 cm. Mauritshuis, Den Haag.<\/p>\n<div class=\"mt-[5px]\"><p class=\"text-caption min-w-36 italic\">Foto: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Vermeer-view-of-delft.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gemeinfrei<\/a><\/p><\/div><\/figcaption><\/figure><\/div>\n<div class=\"absolute right-1 top-1 m-2 rounded bg-black p-1 text-white opacity-50 transition-opacity duration-150 group-hover:opacity-80\"><\/div>\n<\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Leider war die Anerkennung von Vermeers Genialit\u00e4t w\u00e4hrend seines kurzen, nur 43 Jahre w\u00e4hrenden Lebens ganz auf seine Heimatregion beschr\u00e4nkt. Da er keine Sch\u00fcler hatte, die seine unglaublich pr\u00e4zise Beherrschung von Perspektive und Licht weiterf\u00fchrten, und er zudem nur etwa 37 vollendete Gem\u00e4lde hinterlie\u00df, findet sein Verm\u00e4chtnis in der niederl\u00e4ndischen Kunstgeschichte nur als Fu\u00dfnote Erw\u00e4hnung.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Wer das Gem\u00e4lde bei jener Auktion im Jahr 1696 erwarb, ist nicht \u00fcberliefert. Das Werk verschwand knapp zwei Jahrhunderte in der Versenkung. Erst 1881 kam es wieder zum Vorschein und wurde erneut im Amsterdamer \u201eVenduehuis\u201c, dem heute \u00e4ltesten noch existierenden Auktionshaus der Niederlande, versteigert.<\/div>\n<div class=\"heading-4\"><div class=\"related-container heading-4\"><div class=\"offset-md-1-8 none-padding related-articles\">\n<div class=\"label\"><h6 class=\"heading-6\">Mehr dazu<\/h6><\/div>\n<ul class=\"mu-related\">\n<li class=\"related-article mb-2 flex items-center justify-between\">\n<div class=\"title\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/kultur\/kunst\/die-madonna-und-ihr-kind-1-500-jahre-muetterliche-liebe-a5116902.html\"><h4 class=\"heading-4\">Die Madonna und ihr Kind: 1.500 Jahre m\u00fctterliche Liebe<\/h4><\/a><\/div>\n<div class=\"mr-2.5 self-start\"><div><div class=\"no-print ml-[15px] cursor-pointer text-black\/[.75]\"><div class=\"add-to-list\"><\/div><\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"card-img\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/kultur\/kunst\/die-madonna-und-ihr-kind-1-500-jahre-muetterliche-liebe-a5116902.html\"><div class=\"\"><figure><img alt=\"Die Madonna und ihr Kind: 1.500 Jahre m\u00fctterliche Liebe\" loading=\"lazy\" width=\"90\" height=\"60\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/05\/Maest_duccio_2-420x280.e14f12df269e7effb763414af8c6219b.webp\" class=\"wp-image-14287\" srcset=\"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/05\/Maest_duccio_2-420x280.e14f12df269e7effb763414af8c6219b.webp 420w, https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/05\/Maest_duccio_2-420x280.e14f12df269e7effb763414af8c6219b-300x200.webp 300w\" sizes=\"(max-width: 90px) 100vw, 90px\" \/><\/figure><\/div><\/a><\/div>\n<\/li>\n<li class=\"related-article mb-2 flex items-center justify-between\">\n<div class=\"title\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/kultur\/ein-verschollener-rembrandt-kehrt-zurueck-a5429225.html\"><h4 class=\"heading-4\">Ein \u201everschollener\u201c Rembrandt kehrt zur\u00fcck<\/h4><\/a><\/div>\n<div class=\"mr-2.5 self-start\"><div><div class=\"no-print ml-[15px] cursor-pointer text-black\/[.75]\"><div class=\"add-to-list\"><\/div><\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"card-img\"><a target=\"_blank\" rel=\"noopener\" href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/kultur\/ein-verschollener-rembrandt-kehrt-zurueck-a5429225.html\"><div class=\"\"><figure><img alt=\"Ein \u201everschollener\u201c Rembrandt kehrt zur\u00fcck\" loading=\"lazy\" width=\"90\" height=\"60\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/05\/Rembrandt-2-420x280.cefc297ba7f3f849dc19b96dcc51349e.webp\" class=\"wp-image-14288\" srcset=\"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/05\/Rembrandt-2-420x280.cefc297ba7f3f849dc19b96dcc51349e.webp 420w, https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/05\/Rembrandt-2-420x280.cefc297ba7f3f849dc19b96dcc51349e-300x200.webp 300w\" sizes=\"(max-width: 90px) 100vw, 90px\" \/><\/figure><\/div><\/a><\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Der urspr\u00fcnglich gr\u00fcne Hintergrund war vollst\u00e4ndig zu Schwarz verblasst. Das Gem\u00e4lde war derart verschmutzt, dass Vermeers Signatur vollst\u00e4ndig verschwunden war. In der Auktionsbeschreibung hie\u00df es, das Gem\u00e4lde befinde sich in einem \u201eschrecklichen Zustand der Verwahrlosung\u201c und der K\u00fcnstler sei unbekannt.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Seine heutige Ber\u00fchmtheit verdankt das Gem\u00e4lde zum gro\u00dfen Teil der Anwesenheit von Victor de Stuers, einem Kunsthistoriker und Denkmalpfleger. Er erkannte die m\u00f6gliche Urheberschaft Vermeers und \u00fcberzeugte seinen Freund und Nachbarn Arnoldus Andries des Tombe, ein Gebot f\u00fcr das Gem\u00e4lde abzugeben. Das Meisterwerk wurde f\u00fcr einen Betrag verkauft, der heute rund 30 Euro entsprechen w\u00fcrde.<\/div>\n<div class=\"paragraph mb-5 pt-2.5 text-center xl:mb-[15px]\"><div class=\"inline-block text-start\"><div class=\"group relative cursor-pointer\">\n<div class=\"\"><figure><img alt=\"\u201eDie Milchmagd\u201c, um 1658, von Johannes Vermeer. \u00d6l auf Leinwand; 45,2 cm \u00d7 40,6 cm. Mauritshuis, Den Haag. Foto: gemeinfrei\" loading=\"lazy\" width=\"700\" height=\"785\" data-nimg=\"1\" class=\"wp-image-5490463 size-image_700_x mb-[5px] transition-opacity duration-150\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/05\/960px-Johannes_Vermeer_-_Het_melkmeisje_-_Google_Art_Project-700x785.08876758f423cad8f3a492901b11cbf8.webp\"><figcaption class=\"cursor-auto\"><p class=\"text-p-5\">\u201eDie Milchmagd\u201c, um 1658, von Johannes Vermeer. \u00d6l auf Leinwand, 45,2 \u00d7 40,6 cm. Mauritshuis, Den Haag.<\/p>\n<div class=\"mt-[5px]\"><p class=\"text-caption min-w-36 italic\">Foto: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Johannes_Vermeer_-_Het_melkmeisje_-_Google_Art_Project.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gemeinfrei<\/a><\/p><\/div><\/figcaption><\/figure><\/div>\n<div class=\"absolute right-1 top-1 m-2 rounded bg-black p-1 text-white opacity-50 transition-opacity duration-150 group-hover:opacity-80\"><\/div>\n<\/div><\/div><\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2 lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Das R\u00e4tsel um die Unbekannte<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">150 Jahre und mehrere umfangreiche Restaurierungen sp\u00e4ter sind die Gesichtsz\u00fcge des M\u00e4dchens mit dem Perlenohrring deutlicher und strahlender, doch ihre Identit\u00e4t bleibt nach wie vor ein R\u00e4tsel. Es wurden verschiedene Theorien aufgestellt, um die Besonderheiten ihres Aussehens zu erkl\u00e4ren.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Bis zu seiner Umbenennung im Jahr 1995 durch das Mauritshuis, das ber\u00fchmte Museum in Den Haag, war das Gem\u00e4lde unter dem Titel \u201eDas M\u00e4dchen mit dem Turban\u201c bekannt. Ihre Kleidung wurde oft als t\u00fcrkisch beschrieben, wobei im Europa des 17. Jahrhunderts alles, was aus dem Osmanischen Reich stammte, als t\u00fcrkisch bezeichnet werden konnte.<\/div>\n<div class=\"paragraph mb-5 pt-2.5 text-center xl:mb-[15px]\">\n<div class=\"mb-3 text-start\"><a href=\"https:\/\/images-de.epochtimes.de\/uploads\/2026\/05\/1665_Girl_with_a_Pearl_Earring.jpeg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/div>\n<div class=\"inline-block text-start\"><div class=\"group relative cursor-pointer\">\n<div class=\"\"><figure><img alt=\"\" loading=\"lazy\" width=\"700\" height=\"829\" data-nimg=\"1\" class=\"size-image_700_x wp-image-5492549 mb-[5px] transition-opacity duration-150\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/05\/1665_Girl_with_a_Pearl_Earring-700x829.42be686830b61491971ab1f4e40e38a9.webp\"><figcaption class=\"cursor-auto\"><p class=\"text-p-5\">\u201eDas M\u00e4dchen mit dem Perlenohrring\u201c, etwa 1665.<\/p>\n<div class=\"mt-[5px]\"><p class=\"text-caption min-w-36 italic\">Foto: gemeinfrei<\/p><\/div><\/figcaption><\/figure><\/div>\n<div class=\"absolute right-1 top-1 m-2 rounded bg-black p-1 text-white opacity-50 transition-opacity duration-150 group-hover:opacity-80\"><\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die junge Frau auf dem Gem\u00e4lde wirft einen Blick \u00fcber ihre Schulter in Richtung des Betrachters. Ihre Augen und Lippen wirken feucht. Ihr Mund ist leicht ge\u00f6ffnet, was \u00dcberraschung oder eine andere Art Empfindung ausdr\u00fcckt. Die Kombination so vieler Merkmale, die f\u00fcr ein formelles Portr\u00e4t jener Zeit untypisch sind, erkl\u00e4rt die urspr\u00fcngliche Einstufung als Tronie, liefert jedoch keinen eindeutigen Grund f\u00fcr den Anlass dieses Gem\u00e4ldes.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Im gleichnamigen <a href=\"https:\/\/hoffmann-und-campe.de\/products\/51247-das-maedchen-mit-dem-perlenohrring\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Roman von Tracy Chevalier<\/a> und der folgenden Verfilmung hei\u00dft es, dass Vermeer sein Dienstm\u00e4dchen gemalt und damit eine romantische Verbindung zwischen den beiden entfacht habe. Diese These wird durch den Umstand gest\u00fctzt, dass mehrere seiner Gem\u00e4lde den Alltag von Dienstm\u00e4dchen zeigten und das Gem\u00e4lde kurz nach seiner Fertigstellung in den Besitz des Antagonisten des Romans, Vermeers h\u00e4ufigstem M\u00e4zen Pieter van Ruijven, \u00fcberging.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Chevaliers Erz\u00e4hlung liefert nicht nur eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr den bemerkenswert intimen Ausdruck des M\u00e4dchens auf dem Gem\u00e4lde, sondern auch einen fesselnden Dialog zwischen dem K\u00fcnstler und seiner Muse, der Einblicke in das Genie hinter seinem Schaffensprozess gew\u00e4hrt. Was ihr Konzept jedoch au\u00dfer Acht l\u00e4sst, ist die weniger romantische Option, dass es sich bei dem M\u00e4dchen auch um die Tochter von Pieter van Ruijvens handeln k\u00f6nnte.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Neue Forschungen deuten darauf hin, dass die meisten der erhaltenen Gem\u00e4lde Vermeers nicht in erster Linie von Pieter van Ruijven, sondern von dessen Frau Maria de Knuijt in Auftrag gegeben wurden. Beide waren Anh\u00e4nger der Remonstrantischen Kirche. Die bemerkenswerte Verehrung des Paares f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.epochtimes.de\/kultur\/kunst\/die-madonna-und-ihr-kind-1-500-jahre-muetterliche-liebe-a5116902.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Maria Magdalena<\/a> spiegelt sich auch im Namen ihrer Tochter wider: Magdalena. Im Jahr 1665 \u00fcberlie\u00df de Knuijt dem Maler eine Summe von 500 Gulden (heute 30.000\u201338.000 Euro). Zum Zeitpunkt der Entstehung des Gem\u00e4ldes d\u00fcrfte das M\u00e4dchen alt genug gewesen sein, um konfirmiert zu werden.<\/div>\n<div class=\"paragraph mb-5 pt-2.5 text-center xl:mb-[15px]\"><div class=\"inline-block text-start\"><div class=\"group relative cursor-pointer\">\n<div class=\"\"><figure><img alt=\"\" loading=\"lazy\" width=\"700\" height=\"867\" data-nimg=\"1\" class=\"wp-image-5490510 size-image_700_x mb-[5px] transition-opacity duration-150\" style=\"color:transparent\" src=\"https:\/\/\/epochtimesde\/news\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/05\/960px-Johannes_Vermeer_-_Gezicht_op_huizen_in_Delft_bekend_als_Het_straatje_-_Google_Art_Project-700x867.a02820af02cb7ff09fbeee0717ab4b72.webp\"><figcaption class=\"cursor-auto\"><p class=\"text-p-5\">\u201eStra\u00dfe in Delft\u201c, um 1658, von Johannes Vermeer. \u00d6l auf Leinwand, 54,3 \u00d7 43,5 cm. Rijksmuseum, Amsterdam.<\/p>\n<div class=\"mt-[5px]\"><p class=\"text-caption min-w-36 italic\">Foto: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Johannes_Vermeer_-_Gezicht_op_huizen_in_Delft,_bekend_als_%27Het_straatje%27_-_Google_Art_Project.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gemeinfrei<\/a><\/p><\/div><\/figcaption><\/figure><\/div>\n<div class=\"absolute right-1 top-1 m-2 rounded bg-black p-1 text-white opacity-50 transition-opacity duration-150 group-hover:opacity-80\"><\/div>\n<\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Nach der Theorie des britischen Kunsthistorikers Andrew Graham-Dixon verk\u00f6rpert das M\u00e4dchen in Vermeers ber\u00fchmtem Gem\u00e4lde Maria Magdalena im Moment der Auferstehung, als sie sich vom leeren Grab abwendet und den auferstandenen Jesus erkennt, der sie fragt: \u201eFrau, warum weinst du?\u201c Sollte diese stimmen, so l\u00e4ge darin eine dramatische R\u00fcckkehr von Vermeers h\u00e4ufigeren Genrebildern hin zu einem sakralen Motiv.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Kuratoren und Historiker haben zu dieser Theorie noch keinen Konsens gefunden. Unbestritten ist jedoch, dass vor dem Verschwinden des Gem\u00e4ldes nach der Auktion von 1696 sein letzter bekannter Besitzer Jacob Abrahamsz Dissius, der Ehemann von Magdalena van Ruijven, war.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Da Vermeer keine Tageb\u00fccher, Skizzen oder Widmungen hinterlie\u00df, wird die Identit\u00e4t des M\u00e4dchens m\u00f6glicherweise f\u00fcr immer ein R\u00e4tsel bleiben. Aus erhaltenen Aufzeichnungen von 1696 geht jedoch auch hervor, dass noch immer bis zu neun vollendete Vermeer-Gem\u00e4lde verschollen sind. M\u00f6glicherweise ergeben sich aus ihnen weitere Beweise, die belegen, ob es sich bei der Muse und der Besitzerin des Gem\u00e4ldes einst um ein und dasselbe M\u00e4dchen handelte.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">\n<em>Dieser Artikel erschien im Original auf <a href=\"https:\/\/www.theepochtimes.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">theepochtimes.com<\/a> unter dem Titel <\/em><a href=\"https:\/\/www.theepochtimes.com\/bright\/vermeers-elusive-pearl-earring-6017995?welcomeuser=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eVermeer\u2019s Elusive Pearl Earring\u201c<\/a><em>. (redaktionelle Bearbeitung: sua)<\/em>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":14293,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2113],"tags":[7568,7569,7570,486,564,552,7571],"news-destination":[],"news-source":[7],"ta_other":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14292"}],"collection":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14292"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14292\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14294,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14292\/revisions\/14294"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14293"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14292"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14292"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14292"},{"taxonomy":"news-destination","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-destination?post=14292"},{"taxonomy":"news-source","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-source?post=14292"},{"taxonomy":"ta_other","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/ta_other?post=14292"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}