{"id":12468,"date":"2026-06-21T15:56:01","date_gmt":"2026-06-21T14:56:01","guid":{"rendered":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/?p=12468"},"modified":"2026-06-21T15:56:01","modified_gmt":"2026-06-21T14:56:01","slug":"rentenkommission-plant-tiefgreifende-reformen-kritik-von-politik-und-verbanden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/2026\/06\/21\/rentenkommission-plant-tiefgreifende-reformen-kritik-von-politik-und-verbanden\/","title":{"rendered":"Rentenkommission plant tiefgreifende Reformen \u2013 Kritik von Politik und Verb\u00e4nden"},"content":{"rendered":"<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><hr><\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2 lg:pt-1 xl:pt-2.5\">In K\u00fcrze:<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><ul>\n<li data-section-id=\"nqqrpc\" data-start=\"466\" data-end=\"551\">\n<strong>Renteneintrittsalter soll schrittweise steigen<\/strong>, Fr\u00fchverrentung wird eingeschr\u00e4nkt<\/li>\n<li data-section-id=\"8h1496\" data-start=\"552\" data-end=\"620\">\n<strong>Kapitalgedeckte Rentens\u00e4ule<\/strong> soll eingef\u00fchrt und ausgebaut werden<\/li>\n<li data-section-id=\"198xme1\" data-start=\"621\" data-end=\"682\">\n<strong>Breite Kritik<\/strong> wegen h\u00f6herer Belastung und sozialer Folgen<\/li>\n<\/ul><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\"><hr><\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">\u00a0<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission empfiehlt weitreichende \u00c4nderungen bei der Alterssicherung \u2013 und st\u00f6\u00dft damit auf geballte Kritik. Das Rentenalter soll in den kommenden Jahrzehnten langsam steigen, die abschlagfreie Fr\u00fchverrentung nach 45 Beitrittsjahren soll abgeschafft werden, zudem soll eine verpflichtende Kapitalrente eingef\u00fchrt werden: Dies geht aus einem Entwurf der Empfehlungen hervor, welcher der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag vorlag. Die Vorschl\u00e4ge stie\u00dfen auf Widerspruch \u2013 bei der Opposition ebenso wie bei Gewerkschaften und \u00d6konomen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Nach AFP-Informationen will die Rentenkommission am Montag zu einer letzten Sitzung zusammenkommen und den Abschlussbericht mit seinen rund 30 Empfehlungen endg\u00fcltig verabschieden. Gr\u00f6\u00dfere \u00c4nderungen waren nicht zu erwarten. Am Dienstag sollen die Empfehlungen der Bundesregierung \u00fcbergeben und der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt werden.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2 lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Zentrale Reformvorschl\u00e4ge<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Vorschl\u00e4ge im Einzelnen: Das Renteneintrittsalter soll an die Lebenserwartung gekoppelt werden \u2013 und dadurch \u201emoderat\u201c steigen, wie es in dem Entwurf hei\u00dft. Von 2031 bis 2041 soll es so um ein halbes Jahr von 67 Jahren auf 67,5 Jahre angehoben werden; weitere Erh\u00f6hungen sollen folgen.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die sogenannte Rente mit 63 soll abgeschafft werden \u2013 stattdessen soll es gezielte Erleichterungen f\u00fcr gesundheitlich angeschlagene Menschen geben, die nicht mehr l\u00e4nger arbeiten k\u00f6nnen. Der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor, der den Rentenanstieg d\u00e4mpft \u2013 und dessen Anwendung derzeit ausgesetzt ist -, soll ab 2031 wieder angewandt werden.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2 lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Arbeitsmarkt und Versicherungssystem<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Geringf\u00fcgige Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse \u2013 sogenannte Minijobs \u2013 sollen weitgehend abgeschafft werden und nur noch f\u00fcr Sch\u00fcler gelten. Den Empfehlungen der Kommission zufolge sollen k\u00fcnftig zudem sehr viel mehr Berufsgruppen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen: Beamte, Selbstst\u00e4ndige, Abgeordnete und Vorst\u00e4nde von Aktiengesellschaften. Die Zahl der Verbeamtungen soll deutlich reduziert werden.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2 lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Kapitalgedeckte Rentens\u00e4ule<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Eine weitere vorgeschlagene Neuerung ist der Aufbau einer kapitalgedeckten S\u00e4ule in der Rentenversicherung. Dies soll nach Vorstellung der Kommission l\u00e4ngerfristig ein h\u00f6heres Rentenniveau garantieren von mehr als 50 Prozent. Demnach soll ein Teil der Rentenbeitr\u00e4ge am Aktienmarkt angelegt werden. In diese Kapitals\u00e4ule flie\u00dft zun\u00e4chst ein Prozent des Bruttolohns, anteilig von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bezahlt. Dann steigt der Beitrag f\u00fcr die Kapitalrente auf zwei Prozent, ebenfalls anteilig finanziert. Eine verpflichtende Betriebsrente soll erst einmal nicht kommen.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2 lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Politische Reaktionen aus der Opposition<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Oppositionsfraktionen von Gr\u00fcnen, Linken und AfD kritisierten die Vorschl\u00e4ge. Gr\u00fcnen-Fraktionschefin Britta Ha\u00dfelmann wertete es als \u201eFehler, das Rentenniveau nicht bei 48 Prozent zu stabilisieren\u201c. Sehr viele Menschen seien im Alter allein auf die gesetzliche Rente angewiesen, sagte Ha\u00dfelmann zu AFP. \u201eSie alle haben dann keine Sicherheit.\u201c Positiv bewertete es Ha\u00dfelmann, dass die Kommission eine St\u00e4rkung der Kapitaldeckung bei der Rente und eine weitgehende Abschaffung der sogenannten Rente mit 63 vorschl\u00e4gt.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Durchweg negativ bewertete die Linke den Entwurf. Der neue Linken-Chef Luigi Pantisano k\u00fcndigte entschiedenen Widerstand an. Mit dem K\u00fcrzungsprogramm werde die Kommission \u201eFriedrich Merz\u2018 feuchten Tr\u00e4umen gerecht: noch l\u00e4nger arbeiten, noch mehr arbeiten\u201c, sagte er in Potsdam. Die Linke werde \u201ealles daf\u00fcr tun, dass wir hier den Widerstand organisieren\u201c.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Ren\u00e9 Springer, wies auf \u201ebrauchbare Vorschl\u00e4ge\u201c in dem Kommissionsentwurf hin \u2013 etwa, Politiker in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Generell liefen die Empfehlungen aber darauf hinaus, dass Menschen \u201el\u00e4nger arbeiten und h\u00f6here Beitr\u00e4ge zahlen\u201c m\u00fcssten, kritisierte er gegen\u00fcber AFP.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2 lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Kritik von Gewerkschaften und \u00d6konomen<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Scharfe Kritik \u00fcbte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. \u201eDie Vorschl\u00e4ge der Alterssicherungskommission eignen sich in weiten Teilen nicht dazu, einfach umgesetzt zu werden, wie das im Vorfeld von Mitgliedern der Bundesregierung angek\u00fcndigt wurde\u201c, erkl\u00e4rte Verdi-Chef Frank Werneke. So w\u00e4re etwa die Abschaffung der sogenannten Rente mit 63 \u201eeine v\u00f6llige Missachtung der Lebensleistung der betroffenen Menschen\u201c.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Der Pr\u00e4sident des Deutschen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, forderte Nachbesserungen an den Empfehlungen. Diese w\u00fcrden nicht ausreichen, um die gesetzliche Alterssicherung zu stabilisieren, sagte Fratzscher der \u201eRheinischen Post\u201c. \u201eDie Reformvorschl\u00e4ge der Rentenkommission gehen in die richtige Richtung, bleiben jedoch insgesamt zu vorsichtig.\u201c<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Auch der neue Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr bem\u00e4ngelte die Empfehlungen. \u201eAngesichts der finanziellen Schieflage und der damit verbundenen Verunsicherung ist der Gesamtentwurf nicht ambitioniert genug\u201c, sagte er dem \u201eHandelsblatt\u201c. Insgesamt sei das Paket \u201eokay, aber leider nicht der notwendige gro\u00dfe Wurf\u201c.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Die Vorsitzende des Wirtschaftsweisen-Gremiums, Monika Schnitzer, lobte die Empfehlungen hingegen. An die Regierungsparteien appellierte Schnitzer im \u201eHandelsblatt\u201c, \u201edass sie sich die Vorschl\u00e4ge zu eigen machen und damit das Rentensystem zukunftsf\u00e4hig und generationengerechter gestalten\u201c.<\/div>\n<h2 class=\"heading-2 mb-3 pt-2 lg:pt-1 xl:pt-2.5\">Langfristige Strukturprobleme und finanzielle Stabilit\u00e4t<\/h2>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Neben der kurzfristigen politischen Bewertung verweisen neben Fratzscher auch \u00d6konomen wie Stefan Bach auf grundlegende strukturelle Herausforderungen des Rentensystems.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Bach und Schnitzer (beide DIW) betonen in Medien wie der ZEIT, dass die Reformdebatte vor allem durch langfristige strukturelle Spannungen gepr\u00e4gt ist. Der zentrale Treiber sei dabei die demografische Entwicklung: W\u00e4hrend die Zahl der Rentenbeziehenden w\u00e4chst, sinkt der Anteil der Erwerbst\u00e4tigen, die das System finanzieren. Dadurch entsteht ein dauerhaft steigender Anpassungsdruck, der sich nicht durch einzelne Reformschritte vollst\u00e4ndig aufl\u00f6sen lasse.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Zudem wird darauf hingewiesen, dass viele der diskutierten Ma\u00dfnahmen erst mit erheblicher zeitlicher Verz\u00f6gerung wirken. Anpassungen beim Renteneintrittsalter oder bei Beitragsmechanismen entfalten ihre finanzielle Wirkung oft erst \u00fcber Jahrzehnte, was die politische Steuerung erschwert und kurzfristige Entlastung begrenzt.<\/div>\n<div class=\"mb-5 xl:mb-[15px]\">Kapitalgedeckte Elemente werden in diesem Zusammenhang als erg\u00e4nzende Stabilisierung bewertet, allerdings nicht als Ersatz f\u00fcr das Umlagesystem. Ihre Wirksamkeit h\u00e4ngt stark von langfristigen Renditen und der Stabilit\u00e4t der Finanzm\u00e4rkte ab, wodurch zus\u00e4tzliche Unsicherheiten entstehen k\u00f6nnen. (afp\/dpa\/red)<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":9744,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[132],"tags":[269,228,234,29,42,54,227,85],"news-destination":[],"news-source":[7],"ta_other":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12468"}],"collection":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12468"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12468\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12469,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12468\/revisions\/12469"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9744"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12468"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12468"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12468"},{"taxonomy":"news-destination","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-destination?post=12468"},{"taxonomy":"news-source","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/news-source?post=12468"},{"taxonomy":"ta_other","embeddable":true,"href":"https:\/\/euapp01.newsmemory.com\/epochtimesde\/news\/wp-json\/wp\/v2\/ta_other?post=12468"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}